
New York- Montreal 28.09- 14.10.2011
nachdem wir im letzten Jahr auf "Übungsfahrt" mit der AIDA cara in Skandinavien unterwegs waren, um zu testen, wie uns das Projekt Kreuzfahrt im Allgemeinen und das Konzept von AIDA im Speziellen gefallen, haben wir uns Anfang diesen Jahres für die Nordamerika Route entschieden.
Uns war von Anfang an klar, dass ca. 1,5 Tage in New York bei weitem nicht reichen würden, auch wenn man die Stadt, so wie ich, schon einmal besucht hat. Aus diesem Grund und weil vorangegangene Reiseberichte und Erzählungen nicht so viel Gutes über die von AIDA organisierten Flüge versprachen, entschieden wir uns individuell an zu reisen.
Wen nur der eigentliche AIDA Bericht interessiert, sollte bis zum Sonntag, 02.10.11 runterscrollen.
Für alle anderen hier die ausführliche Variante:
Wir buchen also einen angenehmen Flug mit Lufthansa von Düsseldorf nach Newark, wo wir sofort feststellten, dass es sehr sinnvoll war einige Tage mehr ein zu planen, da alleine die Einreise Stunden zu dauern scheint.
Ebenfalls längere Zeit sollte man während der New Yorker Rush Hour einplanen, um in die Stadt zu gelangen. Das Angebot von Bus, Air Train und Taxis ist zwar breit, nützt aber nichts, wenn alle denselben Weg haben.
An unserem Hotel kommen wir daher erst um 17:30h an, obwohl wir schon um 13:40h gelandet sind und der Flughafen keine 30 km entfernt ist. Es ist also Geduld gefragt!
Das Element by Westin Times Square ist absolut empfehlenswert: neu (2010), zentral (nähe Times Square), sauber und wer mag, kann von einer komplett eingerichteten Küchenzeile in jedem Zimmer Gebrauch machen. Außerdem bietet das Hotel Frühstück (zwar aus Pappbechern und Papptellern, aber immerhin) und WiFi an.
Den Tag lassen wir ganz gemütlich bei Snacks und Wein ausklingen, die unser Hotel an Wochentagen ebenfalls kostenlos serviert. Wirklich ein ganz hervorragender Service und in Amerika absolut nicht typisch. So ist in der Lobby einiges los.
Aufgrund des Jetlags fallen wir anschließend todmüde in unsere Betten und sehen von NY an diesem Tag nichts mehr. Die Geräuschkulisse ist allerdings noch bis in den 26 Stock zu hören, wo sich unser Zimmer befindet.
Am Donnerstag, 29.09 inspizieren wir zunächst die Gegend rund ums Hotel: Den Times Square.
Viele Leuchtreklamen und ständiges Hupen machen diese Gegend zu einem ganz besonderen Erlebnis. Nur einen Steinwurf entfernt und ganz bequem zu Fuß zu erreichen sind das Empire State Building, sowie Rockefeller Center. Von dort aus geht es die 5th Ave. hinauf bis zum Eingang des Central Park.
Mittags wird eine Kleinigkeit an einem der zahlreichen Straßenverkaufsstände gegessen.
Anschließend kleine Verschnaufpause im Hotel und abends noch mal zum Times Square. Taschen gut festhalten und hinein ins Getümmel von tausenden von Menschen.
Wer mag, kann abends ein Broadway Musical besuchen, für das es am selben Tag vergünstigte Eintrittskarten direkt am Times Square bei TKTS gibt.
Da unser Hotel über ein eigenes Rooftop (Aussichtsdeck) verfügt, haben wir uns eine Fahrt auf's Empire State Building gespart und von dort oben die herrliche Aussicht (ohne Gitterstäbe) genossen. Wir sind komischer Weise immer alleine oben, egal zu welcher Tages oder Nachtzeit. Vielleicht liegt es an den vornehmlich geschäftlich Reisenden im Hotel, die die Aussicht wahrscheinlich schon zu genüge kennen. Uns soll es recht sein, können wir so in Ruhe unsere Fotos machen.
Am Freitag, 30.09.11 entschieden wir uns den südlichen Teil von Manhattan unter die Lupe zu nehmen. Wir fahren also mit der U- Bahn Richtung South Ferry und von dort aus mit der kostenlosen Staten Island Ferry vorbei an der Freiheitsstatue. Die Fähre fährt wirklich recht nah an der Freiheitsstatue vorbei, so dass man einen schönen Blick hat und gute Bilder machen kann.
Die Fähren, die zur Freiheitsstatue fahren, sind bei dem schönen Wetter (24 Grad, leicht schwül) hoffnungslos überfüllt und erinnern an Nachrichtenberichte von überladenen Fähren, die von Afrika kommend auf Teneriffa stranden.
Da ich bereits vor 13 Jahren auf Liberty Island war und die damaligen 2 Std. Wartezeit heute bestimmt noch übertroffen würden, schenken wir uns diesen Besuch. Eine Fahrt mit der Staten Island Ferry ist meiner Meinung nach absolut ausreichend.
Zurück in Manhattan laufen wir zu Fuß am Bullen, dem Wahrzeichen des Finanzzentrums, vorbei zur Wall Street. Der Bereich ist aufgrund von vielen Demos weiträumig abgesperrt, so dass man nicht all zu viel sehen kann.
Von dort aus weiter zum World Trade Center. Wo einst die beiden Türme ragten, klafft immer noch eine ziemlich Lücke, obwohl der Bau des Freedom Towers schon weit voran geschritten ist. Für einen Besuch des 9/11 Memorial hätte man sich einige Monate vorher im Internet anmelden müssen und selbst dann beträgt die Wartezeit noch mind. 1 Stunde.
Wir wollen uns statt dessen die Brooklyn Bridge ansehen. Ein weiteres Wahrzeichen New Yorks. Die Brücke ist voll mit Menschen, die über den mittigen Holzsteg von einer zur anderen Seite hetzen.
Am Samstagmorgen (01.10.11) mache ich mich einmal mehr auf den Weg des Hoteldaches. Die AIDA aura soll heute in den Hafen von NY einlaufen und wir haben schließlich "Lage" gebucht und damit natürlich auch Ausblick auf den Hudson River.
Und tatsächlich: gegen 6:30 Uhr schiebt sie sich langsam zwischen den Häusern den Fluss hinauf.
Der "Anstieg" hat sich wirklich gelohnt und obwohl es noch nicht ganz hell ist und ein Stativ nicht zur Hand, werden die Fotos gar nicht schlecht.
Das frühe Aufstehen hat sich also gelohnt.
Da die Wettervorhersage für heute Regen ankündigt, nehmen wir uns vor, am Vormittag in die Jersey Garden Shopping Mall zu fahren.
Mit dem Bus 111 geht es vom Port Authority (Busbahnhof, direkt um die Ecke unseres Hotels) in ca. 25 min. (wochentags nicht in dieser Zeit zu schaffen) nach New Jersey. Das Angebot ist breit, allerdings ähnlich wie in Deutschland, hat man teilweise das Gefühl, dass bestimmte Artikel als B- Ware nur für jene Malls gefertigt werden (wer schon einmal bei Esprit in Ratingen war, weiß wovon ich rede).
Wer allerdings keine bestimmten Artikel aus laufenden Kollektionen sucht, ist hier gut aufgehoben und kann einige Schnäppchen machen.
Wir sind in bester Gesellschaft einiger unserer Landsleute, die direkt mit Koffern zum shoppen an zu reisen scheinen. Wir schaffen es jedoch unsere Einkäufe ganz normal mit Einkaufstüten nach Hause zu transportieren. Je nachdem wie einkaufswütig man ist, sollte man mindestens ½ Tag hier einplanen.
Später geht es dann zu einem der zahlreichen 1€ Pizzaständen, in der 8 Ave., wo das Angebot und die Pizzen selbst riesig sind und es außerdem noch lecker schmeckt.
Abends erkunden wir dann das Hafengebiet, wo neben unserer schönen aura auch die AIDA luna liegt, die von hier aus Richtung Karibik in See stechen wird.
Die Hafengegend ist nicht besonders anmutend und wenn es erste Eindruck ist, den man von NY erhält, ist es bestimmt nicht der beste. Jetzt wo wir wissen, wo unser Schiff festgemacht hat und wo wir uns am nächsten Tag ein zu finden haben, ziehen wir weiter in eine der unzähligen Bars NY.
Man kommt recht schnell mit Leuten ins Gespräch, aber das Oberflächlichkeit der Amerikaner ist nicht von der Hand zu weisen. Egal, wir wollen schließlich keine tiefgründigen Freundschaften schließen.
Am Sonntag, 02.10. ist wieder schönes Wetter in NY, allerdings ist es mit ca. 17 Grad nicht mehr so warm, wie an den vergangenen Tagen. Wir beschließen den Tag im Central Park zu verbringen, wie gefühlt der gesamte Rest aller New Yorker ebenfalls.
Hunderte Jogger, Radfahrer etc. sind unterwegs und der kleine See ist übersäht mit Ruderbötchen.
Wir genießen die Aussicht auf's Dakota Buliding und San Remo Haus. Verweilen auf diversen Bänken und schlendern weiter. Ein tolle Atmosphäre, die lediglich durch einen kleinen Unfall am Eingang des Central Parks getrübt wird, wo ein Jogger versucht noch schnell die Straße bei rot zu überqueren (machen hier ständig alle) und dabei angefahren wird. Helfen tut außer einer Polizistin, die zufällig vor Ort ist mal wieder niemand.
Auf dem Rückweg geht es noch zum UN Gebäude, was so hässlich ist, dass es mir noch nicht mal ein Foto wert ist. Wir holen unsere Sachen aus dem Hotel und lassen uns mit dem Taxi am Pier 92 vorfahren, wo wir an Bord von AIDA aura gehen.
Wir sind mit die ersten Gäste, da die Pauschalreisenden direkt vom Flughafen in die Busse zur Stadtrundfahrt verfrachtet werden.
Wir inspizieren also in aller Ruhe unsere Außenkabine auf Deck 6 und befinden sie als gut, da sie eine komplette Aussicht und ein Doppelbett hat.
Da es eine der letzten Kabinen auf dem Deck ist, hält sich der Publikumsverkehr an dieser Stelle in Grenzen, wie wir in den nächsten Tagen feststellen. Auch vom gegenüberliegenden Kids Club ist nichts zu hören (wobei auch eher wenig Kinder an Bord sind).
Abends im Marktrestaurant geht es sehr gemächlich zu, da immer noch nicht längst alle Gäste angekommen sind.
Wir lassen den Abend in der AIDA Bar bei einem leckeren Cocktail ausklingen.
Am Montag, 03.10. unserem letzten Tag in NY gehen wir getrennte Wege. Mein Freund plant den halben Tag ein, um das MOMA (Museum of Modern Art) zu besuchen.
Ich kaufe die längst überfälligen Souveniers für die Daheimgebliebenen und gehe mit meiner Kamera auf Fototour u.a. in die Grand Central Station, dem Hauptbahnhof.
Nachmittags treffen wir uns wieder und fahren gemeinsam per Subway nach Greenwich Village und Soho. Sehr nette Viertel mit tollen Boutiquen, wo man überhaupt nicht merkt, dass man in einer Millionenmetropole unterwegs ist. Gerne hätten wir hier mehr Zeit verbracht, zumal die Cafeś und Bars sich preislich deutlich von denen rund um den Times Square bzw. Central Park unterscheiden.
Doch leider müssen wir zurück zum Schiff, wo wir uns um 20 Uhr zum Auslaufen bereit machen.
Alles hat sich an Deck versammelt und lässt die Skyline von NY an sich vorbeiziehen. Wir nehmen anschließend noch einen Drink in der AIDA Bar und fallen erneut todmüde in unsere Betten.
Macyś und Empire State Buliding
Den kommenden Tag verbringen wir auf See. Der Seegang ist mit 8- 9 Beaufort nicht Ohne und ich habe mit Seekrankheit zu kämpfen, aber wie man mitbekommt, bin ich in bester Gesellschaft. Nachmittags reicht es dann aber immerhin für etwas Sport. Ansonsten lassen wir es gemütlich angehen.
Nachts bewegen sich die Bügel in unserem Kleiderschrank in einem stetigen Rhythmus von rechts nach links. Dabei hatte man mir doch im letzten Jahr gesagt, wer die Passage am Skagerak entlang übersteht ist seetauglich. Gegen das hier ist das ja Kindergeburtstag gewesen. Wir lernen also: Schlimmer geht immer!
Mittwoch, 05.10.11 wir kommen in Boston an. Die Sonne lacht, aber es ist bereits deutlich frischer, als in NY (ca. 18 Grad). Da wir diese Reise komplett auf eigene Faust "durchziehen" wollen und keine Ausflüge gebucht haben, werden wir einfach nur die Stadt erkunden.
Wir nehmen weder den überteuerten AIDA Transfer in die City, noch den im Hafen abfahrenden Linienbus in Anspruch, sondern laufen lieber. So sieht man doch am meisten.
Mit einem Stadtplan bewaffnet ( bekommt man direkt im Hafenterminal), laufen wir entlang des "Harbor Walks" in die City. Wir sind uns sofort einig: Boston gefällt uns eindeutig besser, als das quirlige NY. Hier geht es doch ruhiger zu und die Autos halten für einen an und winken uns über die Straße. Das wäre noch im geschäftigen NY undenkbar gewesen.
In Boston folgen wir dem Freedom Trail. Ein Rundgang durch die Stadt, der mit einer roten Linie, bzw. roten Pflastersteinen gekennzeichnet ist und einen automatisch an allen Sehenswürdigkeiten vorbei führt.
Nachmittags fahren wir dann mit der U-Bahn Richtung Harvard, wo wir uns das altehrwürdige Universitätsgelände ansehen.
Von dort aus geht es dann später ebenfalls mit der U-Bahn Hafen zurück, wo wir die letzten Meter zu Fuß laufen und auf unseren Fresskahn fallen.
Donnerstag, 06.10.2011 bei herrlichstem Sonnenschein liegen wir vor Bar Harbor vor Anker. Der Wind "pieft" ganz schön und am morgen sind es nur "schattige" 8 Grad. Nach einem leckeren Frühstück mit tollem Ausblick auf die kleine Bucht, werden wir per Tenderboot an Land gebracht. Bar Harbor ist ein kleines, beschauliches Örtchen, dass von den Massen der Kreuzfahrer regelrecht erschlagen wird. Alles stürmt in die Geschäfte, um sämtliche Vorräte an Mützen, Stirnbändern, Schals und dicken Pullis auf zu kaufen. Auch wir müssen eine Mütze kaufen. Dies scheint man hier aber schon zu kennen. Man wird nicht mehr nach einer Tüte gefragt, es wird sogleich das Preisschild abgeschnitten, so dass die Mütze "tragefertig" ist.
Wir kaufen uns zwei Tickets für die Busse, die durch den Acadia National Park fahren. Es ist ein Hop on, Hop off System, so das man nach Belieben zwischen den Strecken wechseln kann und dort aussteigt, wo es einem gefällt. Und das ganze für 5$ pro Nase (die AIDA kassiert 45,50€). Wir machen am Sunset Beach halt und laufen von dort aus zum "Thunder Hole", wobei heute nichts mit "Thunder" ist, da wir Niedrigwasser haben und die See ganz ruhig da liegt.
Kein Aufenthalt in Bar Harbor ohne Lobster! Wir fragen den Busfahrer, welche Lokalität er uns empfehlen kann und so kehren wir nach unserer Rückkehr in Bar Harbor in den "Thirsty Whale" ein. Hier geht es eher rustikal zu und viele Einheimische scheinen hier zu essen, was meist ein gutes Zeichen ist. Und auch uns schmeckt es ganz ausgezeichnet. Auf dem Rückweg bummeln wir noch durch die Läden und lassen uns dann zurück zum Schiff bringen. Der andere Kreuzfahrer, der mit uns im Hafen lag, musste bereits mittags wieder die Segel streichen, da es zu windig geworden ist. Auch die AIDA hat mittags ihren Anker wieder einholen müssen, und hat sich mit Motorenhilfe an Ort und Stelle gehalten.
Fazit: bisher bester Tag der Reise, allerdings recht kalt, daher nächstes Mal unbedingt auch Mütze und Handschuhe einpacken!!!!
Freitag, 07.10.11 Halifax: Wir haben uns vorgenommen ein Auto zu mieten, um nach Peggy's Cove zu fahren. Ein Mietwagen kommt uns deutlich günstiger, als die angebotenen Ausflüge, außerdem bestimmen wir unsere Aufenthaltsdauer gerne selber.
Leider klappern wir fünf Mietwagenverleiher erfolglos ab. Man versichert uns, dass die Nachfrage noch nie so hoch war, wie an diesem Wochenende, da es sich um ein langes WE für die Kanadier handelt, da diese kanad. Thanksgiving feiern. Das konnte wirklich kein Mensch ahnen, hat man uns doch im Vorfeld versichert, dass ein Mietwagen in USA & Kanada immer zu bekommen sei. Wir wurden eines Besseren belehrt.
Nach anfänglichem Frust über die geplatzte Planung, haben wir uns vorgenommen das Beste daraus zu machen und sind bei Kaiserwetter durch die Stadt geschlendert.
Viel zu sehen gibt es allerdings nicht, dennoch gefällt es uns ganz gut. Kalt ist es nach wie vor.
Wir kehren auf der Garden Road in ein lustiges Lokal namens "Frickel frog" ein, wo wir von dem Tagesangebot des Frogtoberfest Beers für 5$ Gebrauch machen. Wir sitzen draußen und lassen die Stadt auf uns wirken. Gegen 18 Uhr kehren wir zu Fuß zum Schiff zurück und bereuen nicht mehr NICHT bei Peggy's Cove gewesen zu sein. Wir fotografieren den Leuchtturm gegenüber vom Schiff und reden uns ein, dass der bei Peggy's Cove bestimmt auch nicht viel anders ausgesehen hätte.
Tag 8 und 9 der Reise sind Seetage.
Wir liegen lange im Bett und fühlen uns das erste Mal wie im Urlaub. Am ersten Seetag geht es dann gegen mittag doch noch an Deck.
Auf dem Pooldeck ist kein Millimeter mehr frei und alle genießen dick eingemümmelt die Sonne, die auch heute wieder scheint. Wir verkrümmeln uns ganz nach oben, wo noch einige freie Liegen zu ergattern sind. Außerdem können wir hier herrliche Ruhe genießen und mit dem Schreiben dieses Reiseberichts beginnen.
Nachmittags werden wir dann noch Zeugen eines Manövers auf See. Irgendwo mitten im Ozean treibt eine Rettungsinsel. Die AIDA wird langsamer, dreht und die Rettungsinsel, die zum Glück leer ist und sich wahrscheinlich nur von einem anderen Kreuzfahrer losgerissen hat, wir durch die Luke auf Deck 3 eingesammelt. Das ganze geht ziemlich turbulent zu und ich fühle mich schon wieder seekrank. Als das Schiff dann wieder Fahr aufnimmt geht es aber (leider) schon wieder so gut, dass wir uns entscheiden zu Kaffee und Kuchen zu gehen.
Wir fragen uns allerdings ein weiteres Mal auf dieser Reise, wo das nette, sympathische Pärchen vom Deckblatt des AIDA Katalogs ist. Hier jedenfalls nicht. Das Durchschnittsalter dieser Reise liegt etwa bei 65 und wir sind mit großen Abstand und von wenigen Schulkindern abgesehen, die Jüngsten. Generell stört uns das nicht weiter, dennoch sind wir erstaunt, welches Publikum sich vom Clubschiff- Konzept angesprochen fühlt.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum es abends in der Anytime Bar beim "Alpenglühn" vergleichsweise verhalten zugeht, wird doch eher geschwoft, als "steilgegangen".
Egal, wir sind eh schon wieder müde von der vielen frischen Seeluft.
Der zweite Seetag steht ganz im Zeichen des Sports und natürlich des Essens. Das Angebot an (kostenlosen) Sportmöglichkeiten auf der aura ist breit. Neben Kursen, die angeboten werden, gibt es diverse Fitnessgeräte.
Am Nachmittag wird dann eine Ladung Wäsche gewaschen, wir sind schließlich schon etwas länger unterwegs.
Die Waschküche auf befindet sich auf Deck 4. Eine Maschine Wäsche und das anschließende Trocknen kosten je 1€. Waschpulver ist selber mit zu bringen, jedenfalls habe ich keines gesehen.
Quebec, 10.11.2011
Wir laufen früh morgens in Quebec ein. Zum ersten Mal schaffen wir es an Deck dabei zu sein. Es ist traumhaft. Wie man uns versprochen hat, ist der Indian Summer nun wirklich da (was bei den vorangegangenen Reisen wohl nicht der Fall war). Der Ausblick auf das Chateaux ist einfach umwerfend. An Deck ist nicht all zu viel los und in der Anytime Bar wird bereits Kaffee serviert.
Nach einem Frühstück machen wir uns direkt auf den Weg in die Stadt. Der Weg ist dieses Mal der Kürzeste. Das Wetter ist mal wieder traumhaft und am Ende des Tages sollen wir uns sogar einen Sonnenbrand zugezogen haben.
Die kleinen Gassen wirken typisch französisch. Wir sehen uns die Zitadelle, das Chateaux und diverse andere Bauwerke im Vorbeigehen an und wandern entlang der Stadtmauer zur Citadelle. Oben angekommen genießen wir die Aussicht auf den St. Lorenz Strom.
Wir inspezieren das Chateaux und nehmen Kurs auf die Haupteinkaufsstraße. Dort kehren wir in
ins "Le casse- crepe breton" auf der Rue St-Jean ein, das uns unser Reiseführer empfiehlt. Und das kleine Restaurant hält, was der Reiseführer verspricht. Die Crepes sind deftig gefüllt und schmecken lecker.
Wir kehren zurück zum Hafen und sehen der Eurodam beim Auslaufen zu, bevor wir zurück an Bord gehen und kurz vor Reiseende doch einmal der Sauna einen Besuch abstatten.
Montreal, 11.12.2011
Am nächsten Morgen sind wir in Montreal angekommen, der letzten Station der Reise.
Wir frühstücken spät und brechen dann auf, um die Stadt zu erkunden.
Die Altstadt ist wirklich sehenswert, der Rest ist allerdings so wie fast alle nordamerikanischen Großstädte: kennt man eine, kennt man alle. Für uns Europäer haben sie eher wenig zu bieten.
Wir werden auf Leihfahrräder von bixxi.com aufmerksam und entscheiden uns für eine kleine Radtour hinaus zum Olympiagelände.
Das Fahrradwegnetz ist wirklich super- davon kann selbst Münster sich noch eine Scheibe abschneiden. Allerdings ist der Weg raus zum Olympiastadion entlang einer dichtbefahrenen Hauptstraße nicht der Schönste.
So auch das Olympiastadion. Beton dominiert das Bild. Wir gehen in die Schwimmhalle, sparen uns jedoch eine Fahrt auf den Turm. Das Wetter ist zwar mal wieder genialst, aber 15$ wollen wir lieber abends anlegen. Nach einer Pause treten wir den Rückweg auf einer anderen Route an, die mitten durch die Stadt bis hin zum Mont Real führt. Um diesen zu erklimmen, sind wir allerdings zu erschöpft. Wir radeln zum Schiff zurück und docken unsere Räder an eine der zahlreichen Stationen an. Wirklich eine optimale Lösung um viel von der Stadt zu sehen, sich gleichzeitig sportlich zu betätigen und das alles für 5$ Grundgebühr plus geringer Kosten pro überschrittener halber Stunde.
Wir schleppen unsere müden Knochen noch einmal in die Sauna, bevor wir unsere Koffer packen, die nachts vor die Tür gestellt werden müssen.
Ein letzter Drink in der Ocean Bar, bevor wir abends ein letztes Mal in unsere Betten fallen.
Montreal 12.11.2011
Nach dem Frühstück verlassen wir Individualreisenden als Erste das Schiff. Wir lassen uns vom Taxi zu unserem Hotel (Best Western Europe) bringen, welches wir für eine weitere Nacht in Montreal gebucht haben. Und es ist gut, dass es nur eine weitere Nacht ist.
Wir geben kurz unsere Koffer ab und holen unseren Mietwagen direkt um die Ecke ab.
Heute wollen wir zum Mont Tremblant fahren, wo der Indian Summer besonders schön sein soll.
Und auch dieses Mal werden wir nicht enttäuscht. Alleine die knapp zwei stündige Fahrt durch die bunte Bergregion lohnt sich. Leider war dieses Mal der Wettergott nicht 100%ig auf unserer Seite, denn am Nachmittag zieht es sich zu, wo morgens noch blauer Himmel war.
Im Bergdorf angekommen, fahren wir mit einer Gondelbahn auf den Mt. Tremblant, der im Winter als Wintersportregion genutzt wird.
Der Ausblick ist herrlich und die Redewendung " der Baum brennt" erhält eine neue, zutreffende Bedeutung. Die Farbvielfalt ist unbeschreiblich schön.
Wir genießen die Aussicht und wandern etwas herum. Hier oben ist es allerdings deutlich kühler, als im Tal.
Auf unserem Heimweg halten wir noch kurz an einem der zahlreichen Outlets an, an denen wir auf dem Hinweg vorbeigekommen sind, stellen aber fest, dass sich irgendwann alles wiederholt und machen uns auf den Rückweg Richtung Montreal.
Abends kehren wir in die Brauereikette "Les 3 Brasseurs" ein, wo wir diverse Biere testen, um schnell das fest zu stellen, was wir sowieso schon wussten, so lecker wie unsere guten Dortmunder Biere schmeckt keines auf der Welt!
Wir lassen uns bei der Menüauswahl beraten und entscheiden uns bewusst für landestypische Spezialitäten. Daher darf auch "Poutine" nicht fehlen. Dabei handelt es sich um Pommes mit Cheddar und Bratensoße. Mit Sicherheit nicht jedermanns Sache aber doch irgendwie lecker.
Montreal 13.10.2011
Ausgeschlafen starten wir in unseren letzten Tag in Kanada. Wir wollen die Altstadt noch einmal genauer unter die Lupe nehmen und statten Notre Dame einen Besuch ab.
Absolut lohnenswert und wir verharren hier recht lange.
Von da aus ziehen wir in die unterirdische Shoppingwelt. Da es in dieser Region im Winter sehr kalt wird, spielt sich viel unter der Erde ab und verschiedene Kaufhäuser sind miteinander verbunden.
Gegen 16 Uhr holen wir unsere Koffer aus dem Hotel und fahren mit dem Bus zum Flughafen. Wir haben alle Zeit der Welt, checken gemütlich ein, essen noch einen Happen und warten darauf unseren Flieger Richtung München besteigen zu können. Das ein oder andere bekannte Gesicht von der AIDA begegnet uns im Flieger noch, bevor die meisten auf einem angenehmen, kurzen Nachtflug die Augen schließen und sich auf zu Hause freuen.
Fazit: Die besuchten Städte waren allesamt auf ihre eigene Art und Weise sehr schön. New York ist 13 Jahre ohne uns ausgekommen und wird es mindestens weitere 13 Jahre schaffen. Städte wie Shanghai oder Hongkong sind in der heutigen Zeit wesentlich moderner und fortschrittlicher, nicht zuletzt auch sauberer.
Die Reise kann wahrscheinlich wirklich nur im Oktober (je später, desto besser) als "Indian Summer Tour" bezeichnet werden.
Das Schiff ließ keine Wünsche übrig, lediglich das Publikum war uns zu alt und dessen Verhalten teilweise nicht nach zu vollziehen. Man hört so oft, die Jugend von heute habe kein Benehmen, aber auf dieser Reise wurde sehr häufig nach dem Motto "Alter vor Schönheit" gehandelt, gerne auch mal mit ausgefahrenen Ellbogen!
Für das nächste Mal wissen wir Bescheid und sind nicht abgeneigt vielleicht auch einmal das "All inclusive" Produkt an zu testen.