Mit der AIDAblu durch den Persischen Golf – 3. bis 10. Februar 2012 - Ein arabisches Märchen wurde wahr

Teil 3: Generalalarm zur Übung - Bye, bye Dubai - Beschaulichkeit auf See - eine außerplanmäßige Ankündigung des Captains - Offiziersvorstellung und "Come together"

Sonnabend, 4. Februar 2012 - Abschied von Dubai - Seetag, auf dem Weg nach Muscat/Oman

Gegen 5 Uhr werde ich vom Fluglärm geweckt. "Luxus-Probleme", wenn man bei geöffneter Balkontür schläft. Also schnell Tür geschlossen und noch eine Runde geschlafen. 2 Stunden später fühle ich mich dann trotz der dreistündigen Zeitverschiebung eigentlich ganz munter. Der Morgen in Dubai bricht mit einem wunderschönen Sonnenaufgang an.

Um 7 Uhr morgens auf meinem Balkon in Dubai
Guten Morgen, Dubai!
Wer kann bei solch einem Sonnenaufgang im Bett bleiben?!

Kann ein Februartag schöner beginnen als mit einem geruhsamen Frühstück an frischer Luft?! Nein! Und so frühstücke ich gegen 8 Uhr auf der fast leeren Terrasse des Bella Donna- Restaurants mit Blick auf die Skyline von Dubai.

Frühstück mit Blick auf die Skyline von Dubai

Alle, die bis dahin noch geschlafen haben, sind spätestens um 9 Uhr munter: Unser "Captain Out" Dieter Wieprecht tönt mit einer seiner legendären Ansagen durch die Lautsprecher. Wir erfahren unter anderem, dass wir aufgrund von Unruhen in Bahrain wahrscheinlich umrouten müssen. Näheres dazu am späten Nachmittag im Theatrium. Und dann kommt der Appell an alle - auch an die Vielfahrer - unbedingt an der um 10 Uhr beginnenden obligatorischen Seenotrettungsübung teilzunehmen. Sollte jemand der Meinung sein, das nicht mehr nötig zu haben, kann er gern fernbleiben, sollte aber wissen, dass er dann noch in Dubai das Schiff verlässt. AIDA Cruises greift knallhart durch, was angesichts des noch nicht lange zurückliegenden Unglücks der "Costa Concordia" ja auch richtig und wichtiger denn je ist.

Und so heißt es um 10 Uhr "Generalalarm zur Übung. Alle Passagiere begeben sich mit ihren Rettungswesten zu ihren Musterstationen". Es klappt dieses Mal gut, auch wenn der eine oder andere mit völlig unpassendem Schuhwerk erscheint und das mit den "High heels oder Badelatschen" irgendwie falsch verstanden hat oder mancher das Ausflugsprogramm spannender findet als die Durchsagen der Crew ... Jedenfalls läuft das Ganze auch nicht mehr so lustig ab wie in der Vergangenheit. Weder wurden Fotos gemacht noch war das AIDA-TV Team unterwegs, um die einzige Pflichtveranstaltung dieser Reise auf den Film "Unvergessliche Momente" zu bannen. Im Hinblick auf die Costa-Opfer wäre das Ganze auch mehr als pietätlos.

Nach rund einer Viertelstunde ist alles vorbei und wir begeben uns aufs Pooldeck, um das erste "Sail Away" dieser Reise genießen zu können. Um 10:30 Uhr ist es dann bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen soweit: Langsam legt unser schönes Schiff ab und steuert die Hafenausfahrt an, begleitet von Typhon-Klängen der MSC Lirica und der Costa Favolosa. Und genau in diesem Moment stellt sich bei mir wieder ein unglaubliches Hochgefühl ein, so wie ich es schon letzten Sommer beim Auslaufen in Warnemünde hatte. Es ist so ein Moment, den man nur schwer beschreiben kann. Aber man weiß: Man ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Urlaub fühlt sich immer wieder so unglaublich gut an. Unterwegs zu sein mit diesem wunderschönen Schiff, traumhafte Länder zu bereisen ...

Sail Away, Dubai!
MSC Lirica und Costa Favolosa verabschieden uns
Dubais Skyline verschwindet hinter der Costa Favolosa
Die Spitze des Burj Khalifa überragt einfach alles
Langsam verschwindet Dubai in der Ferne
Auf zum nächsten Ziel ...

Viel zu schnell verschwindet Dubais wunderschöne Skyline, überragt vom Burj Khalifa, einem unglaublichen Bauwerk, das mir den Atem stocken lassen hat, am Horizont, während unsere AIDAblu vom türkisfarbenen Wasser des Persischen Golfs umspült wird. Winter kann so schön sein! Bei einem Glas leckerer Erdbeerbowle hält man es gut aus. Gern hätte ich "Anna Blu" und ihrem Mops im Strandkorb eine Weile Gesellschaft geleistet, aber an ihrer Seite hatte schon jemand Platz genommen.

Süßes Nichtstun auf dem Weg durch den Persischen Golf ...
... wird noch mehr versüßt mit leckerer Erdbeerbowle am Vormittag ...
... und den nach Sommer duftenden Pflegeprodukten von Ligne St. Barth

Dem ganzen Trubel auf dem Pooldeck entgehe ich dann aber erst einmal. Wofür habe ich denn eine Balkonkabine?! Schließlich scheint backbord um diese Zeit die Sonne ... Mit einem guten Sonnenöl aus der "St. Barth"-Kollektion (zwar habe ich welches von zu Hause mitgebracht, aber die teurere goldbraune Flüssigkeit riecht viel besser ...) und einem gelb-weißen Pooltuch mache ich es mir auf meinem Balkon bequem. Zwei Gläser Sekt gibt meine georderte Flasche vom Vortag auch noch her ... Was will man mehr?! Als die Sonne dann wandert, folge ich ihr einfach noch für ein Stündchen nach steuerbord.

Die türkisblauen Fluten des Persischen Golfs
Kann ein Seetag schöner sein als auf dem eigenen Balkon?!

Und dann ist ja auch schon wieder Mittagessenszeit, dieses Mal im Markt-Restaurant. Am frühen Nachmittag wird's dann für mich noch entspannender. Im "Body & Soul Spa" gönne ich mir eine Rasulanwendung und muss mir während meines Schwitzbades einmal mehr ins Gedächtnis rufen, dass ich mich mitten auf dem Meer befinde. Schön ist´s und super entspannend.

Gegen 17 Uhr füllt sich dann das Theatrium zusehends. Kapitän Dieter Wieprecht verkündete, was wir ja schon den ganzen Tag geahnt hatten: Wir werden umrouten und Bahrain nicht anlaufen. Die jüngsten Unruhen im Hinblick auf den 1. Jahrestag des Beginns der Demonstrationen in Manama am 14. Februar 2011 dulden keine andere Entscheidung. Die Sicherheit der Passagiere geht vor, was die meisten dann auch einsehen. Wir werden dafür einen Tag länger im Oman bleiben.

Wir nähern uns der Straße von Hormus
Captain Out informiert über die Umroutung

Logischerweise zieht diese Ankündigung einen Ansturm auf die Ausflugscounter nach sich. Doch ich denke, es gibt Schlimmeres als einen weiteren Tag in einem Land, von dem ich ohnehin gern von vornherein mehr erfahren hätte. Jetzt gilt es nur noch, wieder mal so ein "Luxus-Problem" im Urlaub zu lösen: Ausflug mit einer exklusiven Segel-Dhau oder doch lieber die Sultan Qaboos-Moschee von innen besichtigen? Ich entscheide mich dann für Letzteres, was wahrscheinlich auch besser war, denn der Seegang an der omanischen Küste war dann doch etwas höher, was man zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wissen konnte.

Bei Sonnenuntergang passieren wir die Straße von Hormus, jene Meerenge, die in den letzten Wochen so oft in den Medien vertreten war. Doch allen künftigen Reisenden sei gesagt: Wir haben weder Kriegsschiffe noch Flugzeugträger oder Luftüberwachung beobachtet. Lediglich Handelsschiffe waren unterwegs. Ich möchte nicht sagen, dass da manches vielleicht dramatisiert wurde, aber man sollte sich im Vorfeld auch nicht zu viele Gedanken machen, sondern lieber den Urlaub unbeschwert antreten.

Es ist Abend, als wir die Straße von Hormus passieren
Abendfrieden über der Straße von Hormus
Pastellfarben neigt sich der Seetag seinem Ende entgegen

Wie jeder weiß, macht Seeluft bekanntlich hungrig. Und da sich das Pooldeck schon verdächtig geleert hat, begebe auch ich mich in meine Kabine, um mich zum Abendessen umzuziehen.

Alle anderen sind wahrscheinlich schon beim Essen ...

Also auf ins Bella Donna-Restaurant, wo ich mit sehr netten Leuten aus Glücksburg und Hannover an einem der runden Tische sitze und interessante Gespräche führe. Ab 20:30 Uhr wird's dann artistisch. Im Theatrium wird die Show "Varieté Varieté" gezeigt. Der Abend strebt nach Höhen-flügen am Trapez unter der Kuppel des Theatriums dem nächsten Höhepunkt entgegen: die Offiziersvorstellung. Wer schon mit "Captain Out" gereist ist, weiß, dass das Ganze locker und lustig über die Bühne geht. Das Publikum wird von ihm auch dieses Mal wieder bestens unterhalten.

Alex Schulz und Michael Klieverik führen durchs Programm
Offiziersvorstellung mit Captain Out Dieter Wieprecht

Den Abend im Theatrium beendet dann das AIDA-Showensemble mit der mitreißenden Show "Come together" und den Ohrwürmern der legendären Beatles. Die Stimmung ist echt super und das Publikum zollt den Darstellern mit Standing Ovations seinen Respekt vor dieser Leistung.

"Come together" - Bunte Beatles-Show im Theatrium
Bei "Yesterday" wird´s besinnlich
Auch "Strawberry" gibt´s ...
... und ein mitreißendes Finale

Nach meinem obligatorischen allabendlichen Bummel übers Schiff wird es heute nicht so spät, denn morgen steht ein ganztägiger Ausflug ins Hinterland des Oman auf dem Programm.

Aufgrund des vorherrschenden Windes kann ich leider meine Balkontür nicht auf lassen. Meine Kabine hat keine Schiebetür zum Balkon sondern eine ganz normal zu öffnende Tür. Diese kann man leider nirgends wo an der Wand einhaken, so dass sie immer wieder von selbst zufällt. Auch ein davor gestellter Stuhl nützt nichts. Vielleicht kann AIDA Cruises ja an dieser Stelle noch etwas nachbessern und zumindest einen Haken an der Wand anbringen.

So aber muss ich in dieser Nacht leider ohne mein geliebtes Meeresrauschen auskommen ...

Wer jetzt denkt, aller guten Dinge sind 3, der irrt ... Denn Teil 4 meines orientalischen Reiseberichtes folgt.

Begleitet mich in den Oman, das Land des Weihrauchs und ein Land, das mich total in seinen Bann gezogen hat. Kommt mit mir zu ausgedehnten Dattelpalmenhainen, knabbernden Fischen mit einer Schwäche für blasse mitteleuropäische Winterfüße, besucht mit mir ein altes Fort und taucht ein in das bunte Treiben auf dem Muttrah-Souk ...

Also - seid gespannt ...

Zielgebiet
Dubai
Schiff
AIDAblu
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