
Diese Reise war für uns eine Testfahrt. Wir möchten 2013 zum Nordkap und waren völlige Kreuzfahrtneulinge.
Wir starteten also in Kiel. Bereits einen Tag früher reisten wir an und übernachteten im Maritim Hotel Bellevue. Dort gibt es das Angebot "Park & Cruise". Die Cara sollte um 8 Uhr in Kiel ankommen, ich stellte mir den Wecker für kurz vor sieben und konnte sie kurz darauf schon am Horizont vom Bett aus sehen. Toll! Das Hotel bietet für die Autos eine bewachte Garage. An der Rezeption bekommt man zwei Taxigutscheine. Einen vom Hotel zum Osteekai und einen zurück zum Hotel. Das war eine gute Sache.
Das Einchecken ging bei vielen Leuten sehr schnell. Nur wir wurden aufgehalten weil unser Sohn ein riesiges Taschenmesser im Rucksack hatte. Dies musste abgegeben werden und ein passender Zettel ausgefüllt werden. Sehr ärgerlich! Andere Leute musste ihre kompletten Alkoholvorräte abgeben. Das war bei manchen recht viel.
Endlich auf dem Schiff ging es auf Erkundungstour. Auf dem Pooldeck gab es zur Einstimmung Kaffee und Kuchen. Bereits um 15 Uhr konnten wir die Kabinen beziehen. Sie sind zwar klein aber zweckmäßig. Außerdem hält man sich ja dort nur zum Schlafen und zum Umziehen auf.
Nach dem ersten guten und reichhaltigen Abendessen fieberten wir dem ersten Ablegemanöver entgegen. Bei der Ausfahrt aus der Förde wurde das Schiff von einem Boot der GSG9 umrundet, die eine Übung durchführten. Das war spannend zu beobachten.
Die Nacht war ruhig, ruhiger als gedacht. Es ist wirklich erstaunlich, dass man keine Geräusche vom Flur hörte und auch keine Motorengeräusche.
Der nächste Tag war ein ruhiger Seetag. Nach der obligatorischen Seenotrettungsübung suchten wir uns verschiedene ruhige Plätze, die es auch wirklich gab. Das Sportangebot haben wir ebenfalls genutzt, damit wir wenigstens ein bißchen von dem vielen, guten Essen abtrainieren konnten.
Was ich ebenfalls gelernt habe: Es ist immer warm im Inneren des Schiffes. Ich dachte mir beim Kofferpacken: Oktober - Oslo - Kopenhagen, pack dir genug warme Sachen ein. Auf Deck benötigt man natürlich eine Jacke aber drinnen nur Sachen mit kurzen Armen.
Abends legten wir frühzeitig in Oslo an. In Windeseile sind wir zur Eisbar gegangen. Diese erreicht man in ca. 15 Minuten. Der Eintritt ist sehr teuer aber es lohnt sich. Die Verweildauer ist auf 45 Minuten beschränkt, aber länger möchte ich auch nicht bleiben.
Auf dem Rückweg haben wir noch im Hard Rock Cafe vorbeigeschaut, das auf der Stecke liegt.
Am nächsten Tag haben wir das Fram Museum und das Kon Tiki Museum besucht. Das ist sehr empfehlenswert, auch für Kinder. Direkt vor dem Schiff hielten die Hopp on Hopp off Busse. Diese wurden von vielen Reisenden zur Erkundung der Stadt genutzt.
Am Nachmittag verließen wir bei Sonnenschein Oslo. Doch das gute Wetter hielt nicht lange. Es warteten stürmische Stunden auf uns. Beim Abendessen sah es aus, als wären nur Betrunkene an Bord, so schwankte man vom Buffet zum Platz zurück. Der Kapitän meldete dann Windstärke 10. Bei meinem jüngsten Sohn und mir versagten jegliche Säfte und Kaugummis gegen Übelkeit. Die beste Medizin ist, sich ins Bett zu legen. Schade um das gute Essen!!!
Doch am nächsten Tag war der Spuk vorbei. Kopenhagen empfing uns ebenfalls bei strahlendem Sonnenschein. Hier ist der Schiffsanleger nicht so zentral wie in Oslo. Doch auch hier standen die bereits in Oslo erwähnten Hopp on Hopp off Busse bereit. Wir hatten die Tour Stadtrundfahrt mit Kanaltour gebucht. Das ist sehr zu empfehlen. Besonders gut hat mir die Wachablösung vor dem Schloss gefallen. Leider ist es sowohl in Norwegen als auch in Dänemark wahnsinnig teuer.
Kopenhagen verließen wir ebenfalls bei gutem Wetter. Das Auslaufen ist wirklich jedes Mal etwas Besonderes. Das Hupen des Schiffes, das "Sail away" aus den Lautsprechern, ...die Kinder singen es jetzt noch fast täglich. Ebenfalls ergreifend fanden wir die Lasershows auf dem Pooldeck mit der darauf abgestimmten Musik.
Viel zu früh endete am nächsten Morgen unsere Reise in Kiel. Ich hatte mir den Abreisetag viel hecktischer vorgestellt. Aber man kann ja noch in Ruhe frühstücken und sich bei einem ausgedehnten Rundgang vom Schiff verabschieden. Das war sehr angenehm.
Der kleine Schönheitsfehler dieser Kurzreise waren die vielen Kegelclubs, Frauenclübchen, Männergruppen, die teilweise etwas laut und überdreht waren. Dies wird wohl auf unserer Nordkaptour nicht vorkommen.
Zusammengefasst muss ich sagen, dass meine Erwartungen erfüllt wurden und ich mich jetzt schon wahnsinnig mit meiner Familie auf die Nordkaptour freue!!!
steflo