
Ja, so einfach ist dieses Mal das Kofferpacken für mich nicht. Mein diesjähriges Highlight ist die AIDA luna Transkaribiktour, welche mich von New York bis nach La Romana in die Dominikanische Republik führen wird. Also muss neben dem leichten Sommeroutfit auch noch die passende Kleidung für die etwas kälteren Tage eingepackt werden, besser ist besser.
Ich liebe es zu fliegen, doch von Berlin nach München zu kommen, war an diesem Sonntag schon eine erste Geduldsprobe. Das Wetter in München ist schlecht, es ist nebelig und somit müssen wir in unserem Urlaubsflieger warten. Na gut, kann ja alles sein, wir sind ja nicht allein. Viele der Mitreisenden in der Maschine wollen auch auf die AIDA, das konnte ich an den Kofferanhängern beim Check-in sehen.
Von München aus ging es nun auf unsere eigentliche Reise. Endlich habe ich mal einen Tagesflug, sitze nicht auf dem Flügel und kann von meinem Fensterplatz aus den Flug entspannt genießen. Die Flugzeit von Deutschland bis nach New York betrug etwa 9h, welche dank modernster Unterhaltungselektronik, jeder hatte seinen eigenen Fernseher in der Rückwand des Vordersitzes, auch wie im Fluge verging. NY-City liegt etwa auf gleicher geografischer Höhe wie Madrid, doch als ich und mein Sohn die Ostküste der USA überflogen sehen wir …. Schnee!
Was wir bis dahin nicht wussten ist, dass ein Tag vor unserer Ankunft, über New York ein Blizzard gewütet hat und die Landschaft mit Schnee bedeckte. Unsere Wetterinfos vom Piloten für NY waren Temperaturen um 10 °C und Sonnenschein. 6.000 km und 6h Zeitunterschied trennen uns nach der Landung auf dem J.F.K Airport in New York von unserem Zuhause. Wir sind da, die Skyline von Manhattan im Hintergrund beweist eindeutig, dass wir in der Weltmetropole angekommen sind.
Nach der Landung geht es erst ein Mal zur Immigration, also dem Einreiseschalter. Wir haben Glück, im Moment sind wir der einigste Flieger, der gelandet ist und es geht erstaunlich schnell. Mehrere der Schalter sind offen und wir beobachten, wie die Einreisenden Ihre Finger einscannen lassen müssen, ein Foto geschossen bekommen und den obligatorischen Stempel in den Pass erhalten. Die Einreiseerklärung, die wir schon im Flugzeug bekamen, muss natürlich auch mit vorgelegt werden. Ein freundlicher, sehr stämmiger, dunkelhäutiger Uniformierter gibt uns die Anweisungen, an den Schalter 13 oder 14 (wenn ich ihn doch bloß verstehen könnte) zu gehen. Warum hat man eigentlich immer irgendwelche Bedenken, wenn man an diesem Schalter steht? Ich bin doch kein Verbrecher, dass ich da mit schlotternden Knien stehen muss? Geht es Ihnen auch so? Aber nach einem kurzen "Hallo" und Lächeln bringen wir die Einreiseprozedur hinter uns. Alle Finger scannen (Fingerabdrücke ohne hinterher schwarze Finger) und noch das Foto- fertig.
Wo sind unsere Koffer? Dieses Problem löst sich recht schnell, denn alle Mitreisenden haben ja den gleichen Weg. Koffer gegriffen und ab zum Bus von AIDA, der bereits vor dem Terminal steht und auf uns wartet. Wieder alles perfekt organisiert.
Mit dem Bus soll es vom Airport ca. 45 Minuten bis zum Pier dauern, aber da wir direkt durch den "Big Apple" müssen und auch noch in die Rush hour kommen, haben wir die Gelegenheit, die Fahrt ein wenig länger zu genießen.
Als erstes fällt mir auf, dass es hauptsächlich große Autos gibt. Kleinwagen, wie es bei uns gerne die Frauen fahren, gibt es hier nicht. Und auch keine farbenfrohen Autos, hauptsächlich schwarz, weiß und silber. Dafür sehe ich Stretchlimousinen und Busse. Taxen sind hier noch nicht allzu viel unterwegs, die soll ich erst mehr im Herzen von NY sehen
Unterwegs geht es durch die Häuserschluchten, die untergehende Sonne spiegelt sich malerisch in den Glasfassaden der Wolkenkratzer wieder. Super, sage ich Ihnen. Das alleine ist schon ein Hingucker, aber nun kommt auch noch das quirlige Leben dazu. Ich will hier raus, ich will ins Getümmel von NY! Aber erst mal geht es zum Einchecken. Die AIDA liegt neben einem Flugzeugträger, der als Museum umgebaut wurde, am Pier 90.
Das Einchecken verläuft komplikationslos, wie auch nicht anders zu erwarten. Kaum auf dem Schiff, umgibt mich eine Herzlichkeit, ein Nachhausekommen, einfach ein Sichwohlfühlen- Gefühl. Hier bin ich gerne und das ist das, was eine AIDA Fahrt ausmacht.
Auf geht es zur Kabine. Wir bekamen eine Kabine mit eingeschränkter Sicht, aber das stört uns ganz und gar nicht. Dafür, dass wir eine Innenkabine gebucht hatten, können wir nicht meckern.
Eine kurze Besichtigungstour über das Pooldeck muss aber noch sein, bevor wir uns die Stadt ansehen wollen. Was ich bisher auf meinen Reisen mit den AIDA-Schiffen noch nie gesehen habe, ist Schnee auf Deck 12. Ein kleiner Schneemann steht auf dem Deck, als will er uns sagen, willkommen an Bord. Kleinere Schneeberge liegen zusammengekehrt in den Ecken und erschrecken die urlaubshungrigen Reisenden. Der Blizzard, der über NY zog, vermieste den Urlaubern der vorherigen Tour den letzten Urlaubstag. Erst später auf der Arbeit werde ich erfahren, dass der starke Schneesturm zur Herausforderung in den Straßen von NY geworden ist. Meine Kollegin hat dieses hautnah erlebt. Auch so was gehört zur Kreuzfahrt, also nicht nur eitel Sonnenschein.
Schnell Abendbrot gegessen und dann gleich rein in das Nachtleben von NYC. So unser Plan.
Die Pier 90 ist nicht allzu weit vom Times square entfernt. Wir laufen einfach die 50th St. ca. 10 Minuten in Richtung Osten bis zum Broadway oder der 7th Ave und dann noch 8 Blocks in Richtung Süden. Vorbei an typischen New Yorker Häusern mit ihren außenliegenden Feuertreppen und großen schwarzen Mülltüten vor der Tür.
Müllcontainer gibt es hier nicht, die Tüten sind normal hier. So kann es auch schon mal vorkommen, dass einem eine kleinere oder größere Rattenfamilie den Weg kreuzt. Uns aber nicht. Die erste große Kreuzung für uns ist die 10th Ave, die aber sicher per Ampel zu überqueren ist. Die Ampeln sind hier Spitze. Bitte immer auf die Hand an der Ampel achten. Wenn sie rot ist - dann Halt, wenn sie grün ist - dann los und dabei achten Sie bitte auf den herunter zählenden Countdown. Wird die Hand wieder rot und blinkt - dann aber hurtig über die Straße. Manche Autofahrer sind gnadenlos.
Nun endlich sehe ich doch die vielen Taxen, die hier überwiegend fahren. Dieses Klischee von NY ist schon mal erfüllt. Kann nur noch besser werden, denke ich und sehe eine weiße und schwarze Stretchlimousine hintereinander fahren. Jawohl, das ist NY.
Ich beginne zu staunen und mein Fotoapparat zu glühen. Das Nachtleben mitten im Big Apple ist bunt, schrill, laut, hell, freundlich, interessant, bewegt, einfach grandios. Hier trifft sich die Welt und ich bin mittendrin. Eingezäunt von Hochhäusern, Straßen und hupenden Taxis laufen wir staunend durch die Straßen und lassen uns treiben vom Herzschlag der Metropole NYC und seinen Einwohnern.
Wir werden von New Yorker Leuten angesprochen und mein Sohn, der der englischen Sprache mächtig ist, verfällt hier und da in ein Smalltalk. Überdimensionale Leinwände mit bunter Reklame empfangen uns am Times square. Ich stehe vor einer Leinwand und sehe, wie einige Passanten winken, zappeln oder Faxen machen. Hier ist eine Kamera auf die Fußgänger gerichtet, die in kurzen Abständen die Leute knipst und den Schnappschuss in groß Format auf der LED-Wand zeigt. Jeder will da rauf, ich auch, aber wir haben noch viel vor und gehen dann doch weiter.
Unser Weg führte uns weiter zum größten Warenkaufhaus (Macy´s) der Welt und bis zum Bryant Park, in dem ein riesige Schlittschuhlaufbahn zum weihnachtlichen Eislaufen einlädt.
Auf dem Broadway begrüßten uns Spiderman und viele freundliche Menschen. Geschäfte sind offen und laden zum Shoppen ein. Da mir der Wind doch schon ganz kalt entgegen bläst, überlegte ich mir eine der bunten frechen Mützen zu kaufen, die mit Katzenohren, als Pandabär oder mit Zöpfen gefertigt sind.
Nach nun mehr als 24 Stunden auf den Beinen haben wir doch das Bedürfnis, das Nachtleben in NYC zu beenden und wandern zurück zum Schiff. Uns kommen diverse AIDA Gäste entgegen, die sicher jetzt das Leben in der quirligen Metropole erleben wollen. So endet der erste aufregende Tag mit dem Auspacken unserer Sachen und dem Wissen, dass uns morgen sicher noch einige aufregende Stunden erwarten.
Der Bericht ist sehr ausführlich, aber glauben Sie mir, wer diese Reise gemacht hat, möchte es gerne erzählen.
Fortsetzung folgt...