Transkaribik mit AIDA Luna

Unsere erste Kreuzfahrt - und dann gleich 14 Tage !

Nachdem wir schon längere Zeit mit dem Gedanken gespielt hatten,
uns auf eine Kreuzfahrt zu begeben, war es dann im Januar 2011 endlich
soweit: die Buchung im Reisebüro wurde bestätigt ! Als Reise hatten
wir uns als absolute Kreuzfahrt-Frischlinge gleich eine 14-tägige Tour von
Nordamerika in die Karibik herausgesucht - also nichts von wegen vorher
mal zur Übung ein paar Tage aufs Mittelmeer oder an die Ostsee :-).
Die Route von New York über Baltimore/Washington, Charleston, Miami,
Nassau/Bahamas, Montego Bay/Jamaica und Santo Domingo in der
Dominikanischen Republik hatten wir bereits seit längerem ins Auge
gefasst - und es war die richtige Wahl !!

Als Schiff kam für uns eigentlich nur ein AIDA-Schiff in Frage. Zum Einen
wegen der dort üblichen zwanglosen Umgangsformen und zum Anderen
aufgrund der durchweg positiven Empfehlungen im Bekanntenkreis. Wir
wurden dabei nicht enttäuscht - machen aber im Folgenden die eine oder
andere Anmerkung, die man bedenken/berücksichtigen muss, wenn man
ähnliches vorhaben sollte.

Kommen wir nun zur Reise selbst: Am 30.Oktober ging es nun endlich los:
Abflug in Frankfurt mit Continental Airlines.. Im Rahmen unserer Recherchen
vor der Reise hatten wir mitbekommen, dass in New York Schnee gefallen ist
und hatten demzufolge auch gleich ein paar Pullover mehr eingepackt. Leider
hat sich aber durch den Schneefall auch der Abflug um 1,5 Stunden verzögert,
da die Maschine aus New York kam und es dort bereits zu Verspätungen
gekommen war.
Der Flug selbst war sehr komfortabel und reibungslos, und wir waren ca.
16.00h in New York. Die Einreise selbst ging auch recht flott, so dass wir
dann um 18.00h am Schiff waren. Das Cruise-Terminal an Pier 90 in New
York liegt super zentral auf Höhe der 50.Strasse - Ein Ausflug in die Stadt zu
Fuß sollte noch drin sein. Also kurz in die Kabine zum Umziehen und
Frischmachen - Auspacken und Schiff ankucken kann man ja noch am
nächsten (See-)Tag. Wir hatten eine Balkonkabine auf dem 8.Deck (direkt
unter dem Theatrium) - leider war hier konstruktionsbedingt die Sicht
seitlich etwas eingeschränkt - aber das wussten wir bereits bei der
Buchung und es war für uns ok. Wir stärkten uns noch kurz im
Weite-Welt-Restaurant bevor wir dann dick eingepackt zu Fuß zum
Times Square marschierten - als normalem Mitteleuropäer fehlen einem
da erst mal die Worte aufgrund der tausend Lichter und Menschen. Sofern
zeitlich die Möglichkeit am Anreisetag besteht - man sollte sich das auf
jeden Fall ansehen - einfach gigantisch !

Am nächsten Tag stand unser erster Ausflug an - The Big Apple !
Wir hatten als Anfänger vorab bereits die meisten Ausflüge direkt über
AIDA gebucht. Die Qualität dieser Ausflüge ist dabei unterschiedlich -
manchmal beschränkt es sich nur auf einen Bustransfer - gut organisiert
sind sie aber alle. So gesehen könnte man dies beim nächsten Mal bestimmt
auch billiger bekommen, wenn man es selbst organisiert.
Was einem auf diesen Ausflügen klar sein sollte - man ist nie alleine - und
tritt damit immer im Rudel auf, was sich vor allem bei späteren Ausflügen in
der Karibik noch bemerkbar machen sollte. Der Ausflug startete am
Rockefeller Center mit atemberaubender Aussicht über die Stadt, ging durch
verschiedene Stadtteile wie Soho, Central Park, Little Italy, Chinatown etc. und
endete am Ground Zero. Für die Zeit, die wir hatten, konnten wir relativ viel
sehen - um aber halbwegs etwas von New York zu sehen, sollte man separat
mindestens drei Tage einplanen. Sensationell war dann abends das
Auslaufen aus Manhattan, was aufgrund einer Verspätung erst in der
Dunkelheit erfolgte - und somit fantastische Ansichten von New York bei
Nacht ermöglicht wurden.

Am ersten Seetag konnten wir dann in Ruhe das Schiff
anschauen - Baujahr 2009 - also fast neuwertig und es gab wirklich nichts
bemängeln. Das Essen auf dem Schiff (wir besuchten nur die "normalen"
Restaurants) ist absolut in Ordnung - auch die Auswahl ist immer
ansprechend. Vergleiche zu früheren AIDA-Standards können wir nicht
ziehen - wir finden es aber peinlich, wenn sich Gäste mitgebrachte leere
Wasserflaschen im Restaurant füllen, weil sie ansonsten auf der Kabine
2,10€ bezahlen müssen. Das Publikum ist sowohl altersmäßig als auch vom
Typ her sehr gemischt - man findet eigentlich alle Bevölkerungsschichten an
Bord, wobei bei dieser Reise relativ wenige Kinder dabei waren. Sofern man
kein totaler Kommunikationsmuffel ist, findet man auch schnell Anschluss
mit anderen Gästen - nicht zuletzt auch dadurch, dass es keine fest
zugeordneten Tische gibt.
Als zu teuer empfanden wir den Fotoshop an Bord, bei dem man erst ab 6 €
für ein Foto dabei war - und auf einer 14-tägigen Reise gibt es reichlich Fotos.
Ansonsten, wie bereits gesagt, alles prima organisiert und sauber. Die
meiste Zeit bemerkten wir gar nicht, dass wir auf einem Schiff waren. (Naja -
zumindest auf dem Teil der Reise nach den Bahamas !) Und man bemerkt
auch nicht die 2000 mitreisenden Passagiere - irgendwie verläuft sich das
immer! Was man auch noch sehr positiv erwähnen sollte, ist zum einen das
Entertainment-Programm am Abend - und das Edutainment-Programm
tagsüber mit sehr interessanten Vorträgen an den Seetagen - alles sehr
professionell.

Zweiter Anlaufpunkt war Baltimore bzw. Washington. Wir hatten "Washington
auf eigene Faust" gebucht - also nur den Bustransfer. Im Regierungsviertel
kann man für fast jeden ehemaligen Präsidenten oder Soldaten ein Denkmal
bewundern, wir standen bei Obama's am Gartenzaun und besuchten noch
das Raumfahrtmuseum. Dabei sind wir gefühlte 20 Kilometer gelaufen
(wahrscheinlich waren es nur die Hälfte :-) - aber es war echt sehenswert !

Dritte Station war Charleston in South-Carolina - eine nette Kleinstadt, wie
man sie so aus alten amerikanischen Schmachtfilmen kennt. Wenn dann
hier ein Kreuzfahrtschiff mit 2000 Passagieren Station macht, ist es allerdings
vorbei mit der Ruhe - die Geschäftsleute dort freut es aber !! Die historische
Altstadt ist bequem zu Fuß zu erreichen bzw. zu besichtigen, was wir am
Vormittag auch getan haben. Hier hatten wir keinen Ausflug gebucht - sind
aber dann am Nachmittag in ein dort vorhandenes Outlet-Center gefahren,
um endlich den günstigen Dollarkurs auszunutzen - und es hat sich wirklich
gelohnt!

Vierte Station: Miami Florida - noch einmal ein absolutes Highlight !
Traumhafte Kulisse - ein super Ausflug in die Everglades (ohne Ohrenstopfen
auf den Propellerbooten unmöglich :-) - und zum Abschluss noch per Taxi
ins Art-Deco-Viertel bzw. zum Ocean Drive. Hier pulsiert das Leben - man
merkt, dass hier der spanisch-sprechende Anteil der Bevölkerung mit
Abstand der Größte ist - und dadurch auch die Menschen eine ganz andere
Mentalität haben. Am Ocean Drive entlang zu flanieren - das hat etwas !!

Ohne üblichen Seetag ging es dann direkt in der Nacht zum fünften Ziel:
Nassau auf den Bahamas. Dort gibt es lt. Edutainment-Vortrag auf der Luna
nur drei Geschwindigkeiten: langsam, halt und rückwärts - es hat sich als
richtig herausgestellt. Unser gebuchter Ausflug mit dem Katamaran ist leider
storniert worden, da zu starker Seegang bzw. Brandung herrschte - also
haben wir auf eigene Faust die Stadt erkundet, was vom Terminal aus kein
Problem war. Traumhaft fanden wir die Kulisse dort - und das türkisfarbene
Wasser - selbst im Hafen. Das Größe nur eine Frage der Relation ist,
konnten wir feststellen, nachdem direkt gegenüber die "DISNEY DREAM" -
ein amerikanischer Riesenpott mit Aquapark auf dem Sonnendeck
festgemacht hatte - was hatten wir es doch gut auf "unserer" beschaulichen
Luna.

Vorletzter Anlaufpunkt war dann Jamaica bzw. Montego Bay. Wir waren jetzt
mitten in der Karibik - und das merkte man sowohl am Wetter, am Meer, wie
auch an den Menschen. Irgendwie hatten wir das Gefühl, dass die
meisten Jamaicaner immer gut drauf sind - man sollte sich aber im Klaren
sein, dass dies kein reiches Land ist und es bestimmt auch viele Probleme
dort gibt. Wir hatten einen Strandausflug nach Negril gebucht - und dabei zum
ersten Mal Erfahrungen mit dem dortigen Strassenverhältnissen bzw. den
einheimischen Busfahrern machen können - eines sei gesagt:
Für Leute mit schwachem Herzen ist das nichts ! Die Strände, das Wasser -
das ganze Feeling dort ist einfach toll, wobei Jamaica aber noch viel mehr zu
bieten hat. Dabei wird einem mal wieder bewusst, das hier wieder ein
Nachteil mit der Kreuzfahrerei hochkommt: Man ist immer nur kurz irgendwo -
kann also nur etwas reinschnuppern aufgrund der Kürze der Zeit. Wenn
etwas besonders gefällt, kann man ja vielleicht zu einem späteren
Zeitpunkt dort noch einmal separat Urlaub machen.

Letzter Punkt unserer Reise: Die dominikanische Republik. Ein sehr armes
Land - aber auch ein sehr stolzes Land. Alles Sehenswerte dort hat entweder
mit Christoph Columbus oder mit Zigarren zu tun. Wir besichtigten hier Santo
Domingo und speziell dort die Altstadt - alles war interessant - allerdings bei
34 Grad im Schatten auch etwas anstrengend. Hier war es auch am
Unangenehmsten, was die Anzahl der Ausflugsteilnehmer betrifft: Nahezu
hundert Menschen wurden gleichzeitig durch das Columbus-Haus und eine
kleine Tabakfabrik geführt - das Mittagessen wurden in einem schönen
Gewölbekeller-Restaurant mit enger Wendeltreppe als Zugang und kleinem
Buffetraum angeboten - dass das mit der Personenanzahl nicht einfach
wird, war abzusehen ! Zum krönenden Abschluss wurde man mit der Meute
noch durch ein "Einkaufszentrum" mitten in der Stadt getrieben - bedingt
durch das sehr "offensive" Vorgehen der Verkäufer dort, saßen relativ schnell
wieder alle im Bus. Ok - beim nächsten Mal würden wir dies auf jeden Fall
anders machen. Generell gibt man sich dort aber sehr viel Mühe, um weitere
Touristen ins Land zu locken - man muss dabei aber in Kauf nehmen, dass
außerhalb der Hotelanlagen die Welt nicht so ist, wie man es sich eventuell
vorstellen möchte.

Abreise war dann am letzten Tag in La Romana - auch dies war perfekt
organisiert. Das Einchecken für den Flug wurde bereits am Hafen
vorgenommen, so dass man sich um nichts mehr kümmern musste,
lediglich die Wartezeit bis zum Bustransfer musste überbrückt werden.
Abreise und Rückflug mit Condor waren problemlos - sieht man mal von der
Tatsache ab, dass in La Romana auch das Handgepäck gewogen wird - und
dem einen oder anderen Mitreisenden (uns eingeschlossen) die
Schweißperlen auf die Stirn getrieben wurden. Mit geänderter Kleiderordnung
wurde auch dieses Problem gelöst.

Abschließendes Fazit:
Eine Superreise mit tollen Zielen - mit den einen oder anderen Schwächen
- aber insgesamt trotzdem ein perfektes Gesamtpaket. Für uns mit Sicherheit
nicht die letzte Reise dieser Art !

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Zielgebiet
Nordamerika
Schiff
AIDAluna
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