Die schönste Baustelle der Welt

Heute habe ich etwas ganz Besonderes für Sie: exklusive und einzigartige Bilder von der wohl schönsten Baustelle der Welt! Die liegt auf der Meyer Werft in Papenburg und heißt (noch nicht ganz offiziell) AIDAluna. Anfang der Woche hatte ich endlich mal wieder Gelegenheit, unserer Jüngsten beim Wachsen und Gedeihen zuzuschauen.

Augen auf beim Malen
Augen auf beim Malen: Bei diesem Blick kann man schon mal über den Rand malen. Klebestreifen sei Dank!
Wo hab ich bloß wieder den Lippenstift…?
Wo hab ich bloß wieder den Lippenstift…? 400 Liter rote Farbe brauchen wir für dieses Lächeln.

Ganz ehrlich: Auch beim dritten AIDA Neubau bekommt unsereins Gänsehaut! Irgendwie erscheint das alles wie ein Wunder: Da steht mitten im platten Emsland, zwischen Kühen und Schafen (aber keine Flugschafe) und 40 km Luftlinie vom Meer entfernt, die modernste Schiffswerft der Welt mit dem größten überdachten Baudock der Welt (ab Ende 2008 über 500 Meter lang!), in der die besten Kreuzfahrtschiffe der Welt gebaut werden.

Die Rennbirne
Noch liegt der Wulstbug (Seemannsprache: Rennbirne) auf dem Trocknen. Später schiebt er die Bugwelle zur Seite.
Die Riesenwelle
Riesenwelle: Sie verbindet bald den mächtigen Schiffspropeller mit den Maschinen. Pure Power!

Das "Loch"
Durch dieses "Loch" in der Bordwand kommen die fertigen Kabinen aufs Schiff -mit Dusche, Bett und allem Drum und Dran.
noch ein "Loch"
Hier rasselt später die Ankerkette raus: Sie ist sagenhafte 300 m lang. Allein der Ankerkopf wiegt 10 Tonnen.

Blick aufs Heckstrahlruder
Blick auf die Heckstrahlruder. In so einer Öffnung kann man bequem stehen. Jede hat ca. 2 m Durchmesser.
Die Stabilisatoren
Freunde aller Gäste und Crewmitglieder: Dank der Stabilisatoren kann AIDAluna nichts aus der Ruhe bringen.

Unsere beiden Schönheiten AIDAdiva und AIDAbella sind natürlich auch gebürtige Papenburger. Im April 2009 kriegen sie dann himmlischen Zuwachs von AIDAluna. Auf den ersten Blick sieht es auf der Baustelle natürlich ganz schön chaotisch aus - ein Wirrwarr aus ganz viel Stahl, noch mehr Kabeln (insg. 2.200 Kilometer!), Gerüsten, Geräten, Planen... Doch der Eindruck täuscht gewaltig. In diesem erstklassig organisierten "Ameisenhaufen" sitzt jeder Handgriff. Da wird gehämmert, geschweißt, gelötet, gemalert und getischlert, was das Zeug hält. Ein exakter Zeitplan gibt genau vor, wer wann was wo zu tun hat. In den letzten Wochen vor der Emsüberführung arbeiten hier 2.000 bis 3.000 Fachleute gleichzeitig.

Kabelsalat?
Keine Panik: Unser Elektriker Thomas kennt jedes Kabel mit Vornamen und macht aus diesem Wirrwarr eine funktionstüchtige Brücke.
Der Maschinenkontrollraum
Im Maschinenkontrollraum steht schon alles an seinem Platz. Die Tischdecken kommen nur sonntags drauf
Mit Fantasie
Mit viel Fantasie können Sie hier das Theatrium erkennen. Ganz hinten leuchtet die spätere Luna Bar.
Platz für Rettungsboote
Wo jetzt noch Gerüste stehen, hängen bald die Rettungsboote.
Traum jeder Hausfrau
Traum jeder Hausfrau: Diese Bügelmaschine schafft ordentlich was weg. Für die Kapitänskrawatte gibt's ein klassisches Bügelbrett
Der weiße Riese
Immer schön mit Calgon waschen! Jede Waschmaschine ist über 2 m hoch und sollte möglichst nie kaputt gehen.

Dass alles wie am Schnürchen läuft, ist der perfekten Vorbereitung und Organisation zu verdanken. Schon wenn ein neues AIDA Schiff nur in den Köpfen existiert, setzen sich alle Beteiligten an einen Tisch - AIDA, die Meyer Werft und die Architekten. Das Besondere: Bei AIDA planen nicht "nur" die Schiffbauer, sondern auch die Seeleute mit. Stellen Sie sich einfach vor, Sie kaufen Ihr neues Auto nicht nur, sondern bauen es auch mit. So ist es bei einem neuen AIDA Schiff tatsächlich. Die Bauaufsicht auf unserer Seite hat immer ein Nautiker. Schließlich müssen wir den "Pott" in- und auswendig kennen, um ihn sicher über die Ozeane zu steuern. Bei AIDAdiva und AIDAbella hatte ich die Bauaufsicht, bei AIDAluna hat diese Aufgabe unser Safety Offizier Boris Becker (nein, nicht der aus der Besenkammer).

Der Maschinenraum
Auch im Maschinenraum ist schon alles komplett. Jetzt wird noch alles miteinander verkabelt, die Software eingestellt usw.
Die Klimaanlagen
So sieht prima Klima aus: Blick auf die riesige Klimaanlagen

Die Zusammenarbeit mit der Meyer Werft ist auch etwas ganz Besonders. Absolute Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und erstklassige Qualität made in Germany sind nur drei von zahlreichen weiteren Gründen, warum AIDA Cruises bis 2012 insgesamt 6 neue Schiffe in Papenburg bauen lässt. Doch mit dem Team um Bernhard Meyer verbindet uns noch viel mehr. Zwischen unseren Teams herrscht eine kameradschaftliche, geradezu familiäre Atmosphäre, die man heutzutage viel zu selten findet. Man spürt richtig, wie gern die Werftarbeiter ein AIDA Schiff bauen und wie stolz sie auf ihre "Babys" sind. Das ist ganz toll! Sicher liegt das maßgeblich auch an Bernhard Meyer, der das Unternehmen schon seit 1982 mit besonnener Hand führt und den man wahrscheinlich auch noch mitten in der Nacht mit Fragen und Sonderwünschen löchern könnte.

Der Herr der Schiffe
Der Herr der Schiffe: Bernhard Meyer führt die Meyer Werft in Papenburg schon in sechster Generation.

An dieser Stelle auch ein Riesendankeschön an die unzähligen Zulieferer, ohne die unsere Schiffe gar nicht in See stechen könnten. Komplette Kabinen von Precab in Papenburg, hochmoderne Brückenkonsolen aus Rostock oder Rettungsboote von Fassmer aus Berne - die Liste ist endlos. Und alle machen sie ihre Arbeit hervorragend.

Ich hoffe, der Spaziergang über die schönste Baustelle der Welt hat Ihnen gefallen. Bis zum nächsten Mal,

Ihr Kapitän Nico Berg

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