Mit der AIDAblu durch den Persischen Golf – 3. bis 10. Februar 2012 - Ein arabisches Märchen wurde wahr

Mit der AIDAblu durch den Persischen Golf – 3. bis 10. Februar 2012 - Ein arabisches Märchen wurde wahr

Teil 4: Palmenhaine – knabbernde Fische mit einem komischen Geschmack – ein altes Fort und bunter Trubel auf dem Souk

Sonntag, 5. Februar 2012 - Muscat/Oman

Es ist soweit: Wir erreichen die Küste des Oman, Land des Weihrauchs und Heimat von Sindbad, dem legendären Seefahrer. Ein Land, das auf mich schon eine eigenartige Faszination ausübte, noch bevor ich es zum ersten Mal betreten hatte. Um kurz vor 7 soll die Sonne aufgehen. Klar, dass ich mir das nicht entgehen lasse und stehe freiwillig früh auf. Am Bug haben sich schon einige Schaulustige eingefunden und nach und nach verschärfen sich die Umrisse der gezackten Küstenlinie. Das AIDA TV-Team ist auch schon wieder fleißig am Filmen, um den traumhaften Sonnenaufgang auf unseren Reisefilm zu bannen.

 

Im Morgengrauen taucht die Küste des Oman auf

Langsam erhebt sich die Sonne aus dem Dunst

Geheimnisvoll erstrahlt die Morgensonne über den Küstengewässern von Muscat

Goldene Morgenstimmung im Oman

 

 

 

Und da ist sie auch schon winzig klein wie eine Ameise als weißer Fleck vor den braunen Felsen zu erkennen: die über der Hafeneinfahrt von Muscat thronende Weihrauchschale. Jenes beliebte Fotomotiv, das ich schon so oft in der AIDA-Weblounge gesehen habe und nun endlich mit eigenen Augen aus nächster Nähe betrachten kann.

 

AIDAblu kurz vor der Ankunft in Muscat

Schroffe Felsen säumen die Küste bei Muscat

"Romantische Morgenstimmung mit Frachtschiff"

Die Weihrauchschale - Muscats Wahrzeichen

Mirani und Jalali grüßen aus der Ferne

Licht und Schatten - die Weihrauchschale im Gegenlicht

 

 

 

Die Kulisse, die sich uns beim Einlaufen in den Hafen von Muscat bietet, ist umwerfend schön. Ich stehe an der Reling, kann kaum glauben, welch mystische Landschaft vor meinen Augen vorbeizieht und gerate regelrecht ins Schwärmen. Unser Liegeplatz selbst ist dann leider wie ja in so vielen Häfen etwas unromantisch. Dafür liegen wir in unmittelbarer Nähe der Yacht von Sultan Qaboos. Wer kann das schon von sich behaupten – einen Sultan als Nachbarn zu haben?!

 

Unser unromantischer Liegeplatz im Hafen von Muscat ...

... dafür mit Blick zur Sultans-Yacht

Taxi gefällig?!

    

 

 

Zum Frühstück im Markt-Restaurant habe ich dann schließlich ungehinderten Blick auf die Costa Favolosa, die gegenüber angelegt hat. Na ja, ein paar eigenartige Gedanken kommen einem schon, wenn man das Schiff so sieht – immerhin baugleich mit der der Costa Concordia ... Um 9 Uhr treffen wir uns dann zum Ausflug MUS 03: Fischmarkt, Nakhl und Souk von Muttrah. Als wir das Schiff verlassen, bekommen wir rosafarbene Landgangskarten, die uns zum Verlassen und Wiederbetreten des Hafens autorisieren. Am Bus wartet schon Reiseleiterin Daniela aus Innsbruck mit Fahrer Achmed Bin Ali. Wir verlassen das Gelände des Sultan Qaboos Port.

 

 

Das Abenteuer Oman kann beginnen. Während der rund einstündigen Fahrt zum Fischmarkt in Barkha, direkt am Golf von Oman gelegen, erzählt uns Daniela viel Wissenswertes über Land und Leute. Wir können uns gar nicht so richtig vorstellen, dass hier bis 1970 noch tiefstes Mittelalter herrschte: kein Strom, kein fließendes Wasser ... Sultan Qaboos, der seitdem hier herrscht, brachte dem Land Fortschritt und Wohlstand. Ein Liter Super kostet hier übrigens 0,26 €. Zum Vergleich, wie kostbar Wasser in dieser Region ist: 500 ml Wasser kosten genauso viel ... Hier darf auch niemand mit beschädigten oder schmutzigen Autos herumfahren. Wird man erwischt, zahlt man 20 € Strafe ...

 

Straßenszene während der Fahrt nach Barkha

Ländliche Beschaulichkeit und omanische Ziegen

 

 

 

Nach rund einer Stunde und nachdem wir am Straßenrand etliche Ziegen und sogar zwei Dromedare passiert haben, erreichen wir den Küstenort Barkha direkt am Golf von Arabien und tauchen ein in eine völlig fremdartige aber interessante und unglaublich bunte Welt: Obst- und Gemüsestände, fangfrischer Fisch, der lautstark gehandelt und für den besten Preis an den Mann gebracht wird. Ein Ort wie aus einem Märchen aus 1000 und einer Nacht.

 

Ankunft im kleinen Ort Barkha am Golf von Oman

Farbenfroh und exotisch ist der Markt von Barkha

Grüner Paprika und weiße Gewänder ...

Hier wird Fisch noch wie in alten Zeiten gehandelt ...

... und das erntefrische Gemüse wird direkt vom Auto verkauft

Frisch - Frischer - Fischmarkt von Barkha

25 Grad hat der Golf von Oman am 5. Februar

Die Möwen warten, dass ihnen die Fischer einen Leckerbissen zuwerfen

 

 


Natürlich tauchen wir auch noch kurz wenigstens unsere Hände in den rund 25 Grad warmen Golf von Oman. Hier müsste man Zeit zum Baden haben ... Doch schon geht es weiter in Richtung Hajar-Gebirge, jener Gebirgskette, die sich halbmondförmig rund 700 Kilometer durch den Oman zieht. Höchster Berg ist der Jebel Shams mit 3.009 Metern. Wir durchfahren eine Art Steinwüste, in der nur noch niedrige Schirmakazien wachsen. Doch bald wird es wieder grüner auf unserem Weg in Richtung der heißen Quellen von Al Thowarah: Sattgrüne Dattelpalmenhaine säumen die Straße und ich denke mir, wie toll es doch wäre, ein paar dieser Prachtexemplare im heimischen Garten zu haben ... Dazwischen können wir immer wieder Papaya- und Zitrusbäume, Rizinus oder Bougainvilleas bewundern.

 

Auf dem Weg ins Hajar-Gebirge

Spärlich ist die Vegetation mitunter ...

... doch dann geht´s durch ausgedehnte Dattelpalmenhaine

Traum eines jedes Botanikers: Palmen, soweit das Auge reicht

 

 

 

Schließlich erreichen wir mitten im Gebirge die Oase von Al Thowarah. Rund 40 Grad heißes Wasser speist die Quellen, in deren seichten Wassern es etwas ganz Besonderes gibt. Hier leben jede Menge der „Knabberfische“, die vor allem bei der Therapie von Hautkrankheiten eingesetzt werden. Uns gibt Daniela den Tipp, ruhig mal Schuhe und Strümpfe auszuziehen, um unsere blassen Winterfüße von den kleinen Fischen bearbeiten zu lassen. Und so stehen schon bald viele Gäste unseres Busses mit hochgekrempelten Hosenbeinen barfuß im Wasser und beobachten mit gesenkten Köpfen, was da so mit ihren Füßen passiert. Es dauert nicht lange, und schon nähern sich die ersten Fische. Die kleineren knabbern ja noch behutsam und es kitzelt, aber sobald ein etwas größeres Exemplar seinen Hunger auf menschliche Haut stillen will, entlockt er dem zu den Füßen gehörenden Mensch schon mal ein „Au“. Jedenfalls war diese „Gratis-Pediküre“ ein lustiges Erlebnis, an das sich die meisten von uns sicherlich noch lange erinnern.

 

Teppichwäsche in den heißen Quellen von Al Thowarah

Die heißen Quellen von Al Thowarah - Heimat hunderter "Knabberfische"

Unsere Gruppe schwärmt aus zur kostenlosen Pediküre

Eine leuchtend-rote Libelle habe ich vorher noch nie gesehen

 

 

 

Wir befinden uns übrigens in Gesellschaft eines Einheimischen, der seinen Teppich wäscht, einer Familie beim Picknick und dann ist da auch noch jemand, der gleich in den Fluten badet.

 

 

Nächster Programmhöhepunkt ist die Besichtigung der Festung von Nakhl, die in exponierter Lage weithin sichtbar auf einem Berg thront, und von deren Mauern sich ein fantastischer Blick auf die umliegende Ebene und die ausgedehnten Dattelpalmenhaine bietet. Die Festung von Nakhl ist eine der größten Festungen des Sultanats Oman. Erbaut wurde sie im 17. Jahrhundert.Auch hier Fotomotive in Hülle und Fülle. Und auch die Speicherkarte meiner Digitalkamera füllt sich mit tollen Fotos dieses ehrwürdigen Gemäuers.

 

Weithin sichtbar thront die Festung von Nakhl seit Jahrhunderten auf dem Fels

Einer der Wachtürme auf der Festung Nakhl

Arabisches Stillleben

Traumhafter Ausblick über die weite Batinah-Ebene

Alte Mauern und schroffer Fels

 

 


Die Festungsmauern sind rund 6 Meter hoch. Mehrere Wachtürme verteilen sich rings um die typisch orientalisch anmutende Anlage. Schaut man von der einen Seite der Festung hinüber zu den mächtigen Felswänden des Hajar-Gebirges, bietet sich auf der anderen ein wunderschöner Ausblick über die Batinah-Ebene, von der während unseres Aufenthaltes das Mittagsgebet herüber schallt und der ganzen Szenerie einen richtig morgenländischen Touch gibt.

 

 

Schade, dass sich das Al Nahda Resort & Spa dann nicht am Golf von Oman befindet, sondern eher irgendwo im Nirgendwo. Jedenfalls erwartet uns hier ein leckeres Mittagessen in Buffetform. Wir haben hier fast 2 Stunden Aufenthalt. Bei der Reihenfolge des Essens wende ich mal wieder einen kleinen Trick an: Während sich die meisten in die Schlange am Salat einreihen, gehe ich zunächst zu den warmen Speisen und wähle Salat als 2. Gang. Klar natürlich, dass auch ich dann zum Schluss den leckeren Desserts nicht widerstehen kann. Im Anschluss bleibt noch genügend Zeit, sich in Ruhe in der mehrere Hektar großen tropischen Gartenanlage umzusehen. Es blüht überall und Vögel zwitschern. Zwischen den Palmen verstecken sich dann immer wieder kleine Ferienhäuschen. Schade nur, dass es keinen Strand gibt ...

 

Wunderschön angelegter Eingangsbereich des Al Nahda Resort & Spa

Eingang des Al Nahda Resort & Spa

Viele Wege laden ein zum Spaziergang in der großen Parkanlage des Al Nahda

Fast kann man sich verlaufen, so großzügig ist die gepflegte Anlage

Sogar mit einem Wasserfall überrascht die zum Entspannen einladende Anlage des Al Nahda

Im Al Nahda Resort & Spa blüht es überall ...

... ob zart-blau ...

... oder sonnengelb ...

... der "Winter" im Oman ist kunterbunt

 

 


Auf dem Rückweg nach Muscat liegt die Sultan Qaboos Grand Mosque auf unserem Weg. Daniela lässt den Bus dann für einen kurzen Fotostopp halten. Die Moschee hat schon geschlossen, aber wir können uns von außen einen kleinen Eindruck verschaffen. Alles ist sehr sauber und der helle Carrara-Marmor strahlt mit der Sonne um die Wette. Doch es ist ziemlich windig an diesem Tag, so dass plötzlich – wenn auch nur für kurze Zeit – feiner Sand die Luft trübt und die kleinen Sandkörner zwischen den Zähnen knirschen. Gärtner sorgen dafür, dass die Blumenrabatten und die exakt geschnittenen Bäume mit genügend Wasser versorgt werden. Jeder einzelne Baum erhält eine Dusche aus dem Gartenschlauch, so dass das Laub ganz schnell wieder in der langsam sinkenden Sonne glänzt.

 

Ein Traum aus Marmor: Die Sultan-Qaboos-Moschee in Muscat

In den großzügigen Stufen hätte man sich spiegeln können

Ein Blick ins Innere ...

... bietet uns als Zaungästen schon imposante Eindrücke

 

 

 

In einer Bauzeit von 6 Jahren entstand diese Moschee, deren Anlage rund 416.000 m² umfasst. Die fünf Minarette, deren höchstes eine Höhe von 90 Metern hat, symbolisieren die 5 Säulen des Islam: Bekenntnis, Gebet, Almosen, Fasten und die Pilgerreise. Die Sultan Qaboos Grand Mosque beherbergt den einstmals größten Teppich der Welt. Weberinnen benötigten 3 Jahre für den rund 70 x 60 Meter großen Teppich. In der Kuppel hängt ein rund 8 Tonnen schwerer Kronleuchter aus Swarovski-Kristallen. Von all dieser Pracht kann ich morgen während eines Besuches der Moschee überzeugen. 

 

Straßenszene in Muscat

Straßenszene in Muscat

 

 

Letzter Punkt unseres ausgiebigen Besuchsprogramms an diesem Tag ist der farbenfrohe Muttrah-Souk, direkt an der Corniche von Muscat gelegen. Normalerweise habe ich eigentlich eine ganz gute Ortskenntnisse, doch in den verwinkelten Gassen eines der laut Reiseführer schönsten Basare im Oman, verlor ich dann doch kurzzeitig mal die Orientierung. Kein Wunder, bei den vielen Sachen, die es dort zu bestaunen gibt. So unter anderem tausende Pashmina-Schals in sämtlichen Farben und Mustern, bei denen die meisten Damen unserer Reisegruppe nicht widerstehen konnten, Weihrauch aus Salalah oder Silberschmuck aus Nizwa und es duftet nach fremdartigen Gewürzen. Arabien wie aus dem Bilderbuch.

 

Abends am Muttrah-Souk

Groß ist die Auswahl an Schals, Tüchern und Taschen ...

Do it yourself?! - Kein Problem, auch Stoffe fürs Selbstschneidern gibt´s reichlich

Wer hier kein Kleid für die Oriental Nights Poolparty findet ...

Orientalischer geht´s kaum: Weihrauch über Weihrauch ...

Hier gibt´s wunderschönen Silberschmuck

 

 

 

Voller neuer Eindrücke aus einem geheimnisvollen arabischen Land, das es mir wirklich angetan hat und in das ich sicherlich eines Tages zurückkehre, steigen wir in unseren Bus, nehmen die Landgangskarten wieder in die Hand, um sie an der Hafeneinfahrt dem Beamten zu zeigen und kehren nach einem langen Tag gegen 18:00 Uhr nach Hause auf unsere schöne AIDAblu zurück. In meiner Kabine angekommen, kann ich noch beobachten, wie die Costa Favolosa ausläuft.

 

Die "Costa Favolosa" sticht in See

 

 

  

 

Doch der Tag ist noch nicht zu Ende. Nach einem leckeren Abendessen im East Restaurant lasse ich mir die Oriental Nights Poolparty mit arabischer Musik und einer tollen und rasanten Show des AIDAblu-Showensembles nicht entgehen. Einige Gäste haben sich auf dem Muttrah-Souk die traditionelle arabische Kleidung, die Dishdasha, gekauft. Einige Damen erscheinen in farbenfrohen Kleidern. Soviel Mühe wird von Entertainment Manager Alexander Schulz mit einem Glas Sekt belohnt. Die sich anschließende Lasershow musste AIDA anmelden. Das Schiff lag noch nie über Nacht in Muscat und ich bin mir sicher, die Omanis haben nicht schlecht gestaunt, wie man auf AIDA feiern kann.

 

 

Ein erlebnisreicher Tag im Land des Weihrauchs liegt hinter mir. Und ein weiterer folgt.

 

 

Gute Nacht, Muscat!

 

 

 

Im nächsten Teil lasse ich euch teilhaben, wie mein zweiter Tag im Heimatland von Sindbad dem Seefahrer war. Oman statt Bahrain ... Es wird wieder ganz toll.

 

Gabi1010
Gabi1010 am 03. November 2013 um 19:32 Uhr

... und noch mehr Vorfreude auf diese Reise ... Gruß Gabi

sunny1504 am 15. März 2012 um 20:22 Uhr

danke für den tollen bericht
ich kann dem nur zustimmen, wir waren zur gleichen zeit an bord
lg

Gaby-05
Gaby-05 am 27. Februar 2012 um 15:21 Uhr

ein wunderschöner Bericht mit vielen tollen Fotos von deiner Reise in den Oman, das macht Lust diese Reise selber auch mal zu machen!
LG Gaby

C--
C-- am 26. Februar 2012 um 19:53 Uhr

Auch diesen Teil der Reise hast Du wieder ausführlich und wundervoll beschrieben. Die Behandlung durch die Knabberfische ist allerdings nicht ganz ungefährlich. Die können nämlich zahlreiche Krankheiten übertragen (http://www.bild.de/ratgeber/gesund-fit/hepatitis-c/hiv-hepatitis-c-durch-fisch-pedikuere-fisch-spa-neurodermitis-akne-behandlung-20518276.bild.html)

maeuschen am 23. Februar 2012 um 23:41 Uhr

Schöner Bericht,besonders wenn man selber schon da war.

seunglee
seunglee am 23. Februar 2012 um 22:12 Uhr

wunderbare Fotos, ein Traum aus 1001 Nacht!

joachimmeertal
joachimmeertal am 23. Februar 2012 um 21:11 Uhr

Winter im Omam: Sand, Steinwüste, Palmen, warme Quellen (gut, dass dort keine Piranhas schwammen ...) und eine Blütenpracht, die uns in einigen Monaten erwartet - danke für die spannende Schilderung dieses für Dich sicher unvergesslichen Tages.
LG Achim

kono
kono am 23. Februar 2012 um 21:09 Uhr

Jetzt heißt es warten und Tee trinken und der rund 70 x 60 Meter große Teppich hätte sowieso nicht in mein Wohnzimmer gepasst.
Wie jeder Bericht …einfach Klasse
Viele Grüße
Jürgen

Gast am 23. Februar 2012 um 20:41 Uhr

Wunderschön...Danke für die tollen Einblicke in Deine Reise, ich freue mich schon auf den nächsten Teil. LG Anja