Erster Anlauf auf den Azoren

von  Sandra Solka 18. April 2016 15:51
Erster Anlauf auf den Azoren

PDG02 Malerische Aussichten und Kraterseen (Ponta Delgada 09.04.2016)

Bereits beim Einlaufen in den Hafen von Ponta Delgada ließ sich vermuten, dass São Miguel – die größte aller neun Azoreninseln – vor allem landschaftlich so einiges zu bieten hat. Also hieß es keine Zeit verschwenden und ab auf den Ausflug „Malerische Aussichten und Kraterseen“. Nach einer kurzen Fahrt durch die kulturell vielversprechende Inselhauptstadt führte uns der Bus durch eine saftig grüne und hügelige Landschaft, die nicht nur die unzählig vielen Kühe zu schätzen wissen. Ein erster Fotostopp am königlichen Aussichtspunkt Vista do Rei offenbarte einen herrlichen Blick auf den kleinen Ort Sete Cidade, der eingebettet in einer riesigen Caldeira am Rande der berühmten Kraterseen Lagoa Azul und Lagoa Verde idyllischer nicht gelegen sein könnte. Von der Vogelperspektive aus ging es anschließend hinab in den, von Tannen gesäumten, Vulkankrater, der sich imposant aus dem Meer erhebt. Über eine Brücke, die beide Seen trennt, aber Einwohner sowie Besucher mit dem verschlafenen Ort verbindet, erreichten wir den Kern von Sete Cidades, den ein jeder für sich individuell erkunden konnte. Nach der kurzen Freizeit führte uns der Ausflug wieder bergauf zum nahegelegenen Kratersee Lagoa Santiago, der einen weiteren „Tiefblick“ in dieses einmalige Naturschutzgebiet gewährte. Mit malerischen Impressionen vorerst nur visuell gesättigt, erwartete uns abschließend eine kulinarische Verkostung verschiedener lokaler Käse-, Wein- und  Brotspezialitäten – Sicht auf den Hafen und unser Schiff inklusive.

PDG 10 Wandern auf den Azoren (Ponta Delgada 10.04.2016)

Bekannt als Mekka für Natur- und Aktivtouristen, erwartete uns auf São Miguel ein gut ausgebautes und reizvolles Wegenetz, das u.a. zu ausgiebigen Wanderungen einlädt. Da liegt es also nahe, die bezaubernde Landschaft der Azoren nicht allein vom Bus aus zu entdecken. Trotz herbstlicher Witterung und erschwerter Sichtverhältnisse bot die Fahrt zum Ausgangspunkt unserer Wanderung einige schöne Ausblicke auf die Küsten-, Weide und Vulkanlandschaft der westlichen Insel-Umgebung. Am Ausgangspunkt der Wanderung nahe Sete Cidades angekommen, überraschten uns Regen, Wind und Kälte, was der Wanderlust jedoch keinen Abbruch tat. So führte der sympathische Wanderguide Jochen unsere Gruppe auf insgesamt vier Kilometern auf und ab durch die abwechslungsreiche Landschaft der Caldeira, wobei es auf herausfordernden Wegen gut 100 Höhenmeter zu überwinden galt. Und mit jedem Schritt besserte sich nicht nur die Wetterlage sondern auch die Sicht auf die zum Teil mit Wasser gefüllten Vulkanseen Lagoa das Eguas, Rasa und Empadadas sowie auf die Nord- und Südküste der Insel. Im Anschluss brachte uns der Bus über den Aussichtspunkt Vista do Rei in den malerisch gelegenen Ort Sete Cidades, wo wir uns mit einem wärmenden Café belohnten.

11.04. HORTA

HOR03R Mit dem RIB-Boat zu Walen & Delfinen (Horta 11.04.2016)

Neben einer üppigen Vegetation und kolonialer Vergangenheit bestechen die Azoren vor allem mit einer großen Vielfalt mariner Arten. So wurden vor den Küsten des atlantischen Insel-Archipels bereits über 30 verschiedene Wal- und Delfinarten gesichtet. Besonders im Frühjahr, wenn die ganz großen Vertreter wie der Blau- und Finwal an der Inselgruppe Richtung Norden vorbeiziehen, stehen die Chancen auf eine Begegnung gut. Hinzu kommt die ganzjährig hohe Wahrscheinlichkeit ansässige Meeresbewohner zu entdecken, wie den gigantischen und symbolträchtigen Pottwal, der seit dem 19. Jahrhundert von großer wirtschaftlicher Bedeutung für die ehemalige Walfangnation ist. Auch aus diesem Grund begaben wir uns voller Vorfreude mit dem Bus zum weltbekannten Segelhafen von Horta. Hier ehielten wir einen kleinen Vortrag über das Whale Watching Gebiet sowie eine Sicherheitseinweisung für die bevorstehende Ausfahrt mit den Booten. Während ein Teil der Gruppe mit einem überdachten Katamaran in See stach, bereiteten wir uns auf die zusätzlich organisierte Fahrt mit dem RIB-Boat vor. Warm und wasserdicht verpackt, bestiegen wir das rote Schlauchboot und verließen die geschütze Bucht vorbei am Anleger unserer AIDAcara. Nach einem kurzen Abstecher Richtung der benachbarten Insel Pico, fuhren wir ohne ein tierisches Erfolgserlebnis wieder in flachere Gewässer. Aufgrund suboptimaler Sichtungsverhältnisse und rauer See setzten wir die Tour nun entlang der Küste zum imposanten Felsen Morro de Castelo Branco fort. Neben schönen Aussichten auf die Insel Faial erhielten wir von den mitfahrenden Meeresbiologen fachkundige Informationen zur Geologie, Pflanzen- und Vogelwelt der vulkanischen Küstenlandschaft. In der Bucht von Porto Pim, mit Blick auf eine ehemalige Fabrik, bekamen wir zudem einen interessanten Eindruck von der Zeit des industriellen Walfangs. Nach gut zwei Stunden kehrten wir früher als geplant und leicht enttäuscht in den bunten Hafen von Horta zurück. Dort beendeten wir die Tour alternativ mit einem Besuch des allseitsbekannten „Peter Cafe Sport“, wo uns der Eigentümer höchstpersönlich spontan eine kurze Führung durch das Scrimshaw-Museum gab. Auch wenn die erhoffte Begegnung mit den Giganten unserer Ozeane ausblieb, erlebten wir einen spaßigen und spannenden Ausflug in einem der besten Whale Watching Gebiete Europas, wo der Pottwal heutzutage zum Glück ausnahmslos mit der Kamera gejagt wird und nur noch lebend eine wichtige Einnahmequelle für die Insulaner darstellt.

HOR05A Wandern  auf den Azoren

Auch auf der Insel Faial auf den Azoren bieten die natürlichen Gegebenheiten beste Voraussetzungen für alle Wanderfreunde. Während uns auf São Miguel teils schmale Pfade auf und ab durch das feuchte und wiesenartige Gebiet der Vulkankrater führten, überraschte die zweite Wanderung auf den Azoren mit anderen landschaftlichen Reizen. Nach einer halbstündigen Fahrt im Kleinbus erreichten wir in Ponta dos Capelinhos, wo die Elemente Feuer und Wasser spektakulär zusammentreffen, einen faszinierenden Ausgangspunkt unserer bevorstehenden Wanderung durch das Naturreservat. Den Leuchtturm des berüchtigten Vulkan Capelinhos im Rücken wanderten wir ohne nennenswerte Anstiege auf breit angelegten Wegen entlang der Steilküste Richtung Süden. Mit Blick auf die typisch grünen Hügel der Azoren-Inseln und dem mächtigen Felsen Morro de Castelo Branco bewältigten wir die 7 Kilometer lange Wanderung im zügigen Tempo. So erreichten wir nach gut zwei Stunden den Küstenort Varadouro, wo uns pünktlich zum Ende der Wanderung ein Regenschauer einholte. Das wechselhafte Wetter bescherte uns auf der Rückfahrt einen malerischen Fotostopp samt Regenbogen, welcher einen schönen Abschluss dieser kontrastreichen Wanderung darstellte. 

12.04 PRAIA DA VITORIA

PRV02 Inselrundfahrt

Die dritte Etappe der Azorenreise führte uns in den Hafen von Praia de Vitória auf der Insel Terceira. Wie die Tage zuvor, wurden wir von einer typisch grünen und hügeligen Weidelandschaft und schwarz-weißen Kühen begrüßt. Doch auch auf dieser Insel erwarte uns sowohl landschaftlich als auch kulturell weit aus mehr. Die verschiedenen Facetten entdeckten wir auf einer ganztägigen Rundfahrt, die uns zunächst quer über Terceiar Richtung Norden führte. Nach einem beeindruckenden Fotostopp am Aussichstpunkt Sepra do Cume erreichten wir die Naturschwimmbecken des kleinen Ortes Biscoitos. Hier bewunderten wir die Naturgewalt meterhoher Wellen, die mit voller Kraft, über die schroffen Lavaformationen hineinbrachen. Da Biscoitos als hervorragendes Weinanbaugebiet mit Geschichte bekannt ist, ließen wir uns einen Abstecher in die traditionelle „Adega Brum“ nicht nehmen. Neben einer Verkostung des landestypischen Verdehlo-Weins erwartete uns dort ein Rundgang durch das liebevoll gestaltete Wein-Museum sowie eine Besichtigung des kleinen Familienbetriebs. Nach diesem ersten Vorgeschmack ging es weiter zum kulturellen Höhepunkt des Ausflugs. So verbrachten wir die zweite Hälfte des Tages in der Welterbestätte Angra do Heroísmo. Der Küstenort im Insel-Süden besticht durch eine einmalige und bunte Architektur, die uns alle beeindruckte. Nach einem geführten Rundgang durch die Stadt u.a. vorbei an der gelben Kathedrale Sé de São Salvador, nutzten wir die anschließende Freizeit für eigene Erkundungen durch die niedlichen Gassen. Traditionelle Küche mit Blick auf die ehemalige Festungsanlage auf dem Monte Brasil erlebten wir bei einem gemeinsamen Mittagessen. Einen abschließenden Blick auf die Dächer von Angra do Heroísmo bot uns ein Fotostopp auf dem Hausberg der Stadt. Der Rückweg entlang der Küste führte uns vorbei an den „Ziegeninseln“ Ilheus das Cabras, die sich als zersprengter Vulkankrater entpuppten und uns erneut den Ursprung der azorischen Inseln vor Augen führten.

Tolle Ausflugsbeschreibungen! Vielen Dank, liebe Sandra! Ich war noch nie auf den Azoren, doch dank dieser Ausführungen wurde mir diese Inselgruppe sehr gut ein kleines Stückchen näher gebracht! Weiterhin eine schöne Reise und viele Grüße, Meerelfe

von Meerelfe am 18. April 2016 um 20:24 Uhr

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