Reisetagebuch- Muscat

von  Victoria Rödger 30. August 2016 15:26
Reisetagebuch- Muscat

Hallo liebe Webloungies,

heute berichte ich von einem ganz besonderen Ausflug aus Muscat.

Muscat bedeutet Ort des Fallens, was von der Nutzung als Ankerplatz oder von den steil abfallenden Bergen der Küste abgeleitet werden kann. AIDAstella lief am Valentinstag 2016 gegen sieben Uhr mit Blick auf eben diese Küste in den Hafen von Muscat - die Hauptstadt des Omans - ein.

Gegen halb neun sammeln sich die Gäste und ich für den Landausflug „MUS 03 – Fischmarkt, Nakhl & Souk von Muttrah“ im Theatrium. Bereits eine halbe Stunde später machen wir uns auf den Weg nach Barkha. Ein kleines, noch unberührtes Dorf im Westen von Muscat. Dort angekommen, spazieren wir über den landestypischen Fisch- und Gemüsemarkt.  

Durch die Lage am Meer sehen wir Fischer mit ihren Holzboten im Hafen ankommen und können beobachten, wie die Fische verladen werden. Auffällig ist, dass die Verkäufer zur älteren Generation gehören. Unser Reiseleiter Sumit erklärt, dass die Jugend der harten Arbeit auf See nachgeht und die Väter oder Großväter den Fang an Land verkaufen. Ich bestaune einheimische Damen in schwarzen Gewändern, die gleichzeitig drei oder mehrere Kinder jonglieren und den Verkäufern in Arabisch erklären, welchen der bunten Fische sie kaufen möchten.

Offensichtlich sind wir für die Einheimischen eine genauso große Attraktion wie das Markttreiben für uns. Freundlich und etwas schüchtern begrüßen sie uns. Die Männer freuen sich, wenn wir um ein Foto bitten, und einer unserer Gruppe nimmt für sein Urlaubsfoto sogar einen Aal in die Hand. Die Verkäufer sitzen zum Teil auf gefliesten Erhöhungen oder auf Kartonagen am Boden, ihre Fische vor sich aufgereiht, welche sie entschuppen und in kleinere Stücke teilen. Gegenüber am Gemüsemarkt sehen wir Frauen, die Früchte -  vor allem Datteln - und Gemüse auf kleinen Klapptischen aus Körben anbieten.

Von Barkha fahren wir weiter in die Festung von Nahkl. Allein die Veränderung der Landschaft ist beeindruckend: Von einer absolut kargen Landschaft aus Felsen und Sand, stehen wir plötzlich umringt von Dattelpalmen in einer Festung aus dem 16. Jahrhundert. Erst als wir die Stufen zum Aussichtsturm erklimmen, können wir die ganze Pracht dieser Oase erkennen. Dattelpalmen soweit das Auge reicht.  In der Festung haben wir die Möglichkeit die verschiedenen Räume von innen zu besichtigen. Die Zimmer sind möbliert, dadurch erhalten wir einen Eindruck, wie die Menschen hier früher gelebt haben. Einige ergreifen die Möglichkeit einen Blick in das Gefängnis zu werfen und im Raum nebenan erklärt uns die Reiseleitung, wie in vergangenen Tagen hier Datteln gepresst wurden.

Von der Festung geht es weiter zu meinem persönlichen Highlight, den Al-Thowarah-Quellen. Mit dem Bus fahren wir direkt durch die Oase, vorbei an flachen Häusern im traditionellen arabischen Baustil, grünen Gärten und kleinen Bächen. An einem Flussbett mit relativ wenig Wasser steigen wir aus. Unser Reiseleiter führt uns zum Flussbett und jeder sucht sich einen freien Platz auf den Steinen. Zögerlich ziehen wir die Schuhe aus und strecken unsere Zehen ins warme Wasser. Nach wenigen Sekunden kommen die ersten kleinen Fische und knabbern an unseren Füßen. Sumit erklärt, dass es sich hierbei um „Putzerfische“ handelt. Umringt von meterhohen Palmen sitzen wir alle entspannt auf den von der Sonne gewärmten Steinen und genießen die Massage. Ab und an kann man einen kurzen Aufschrei vernehmen, wenn jemand besonders kitzlig an den Füßen ist, was den Rest der Gruppe zu allgemeinem Gelächter verleitet.

Das einzige was uns zum Aufstehen überreden kann, ist das großzügige Mittagessen, welches uns der Reiseleiter versprochen hat. Und er hat nicht zu viel versprochen. Wir fuhren zum Holiday Inn Hotel, hier erwartete uns ein Salatbuffet, Fisch oder Hähnchen, typisch Omanische Gerichte, aber auch Pasta und einige Nachspeisen. Nach unserer Stärkung sitzen wir in Liegestühlen am Hotelpool und genießen die Sonne. Auf unserem Rückweg nach Muscat können wir vom Bus aus einen  Blick auf die größte Moschee im Oman - die Sultan Qaboos Moschee - erhaschen.

Am Souk von Muttrah angekommen, nutzen wir die  Zeit durch die Ladenstraße zu spazieren. Es riecht nach verschiedenen Gewürzen, Tee und vor allem nach Weihrauch. Oman wird auch das Land des Weihrauches genannt. Also gibt es wohl kaum einen besseren Ort an dem wir eine Dose Weihrauch zum  Andenken kaufen können. Einige flanieren die Corniche mit Blick auf die Jacht des Sultans entlang  und versuchen sich an frisch gepresstem Mangosaft.  

Nach einem Tag voller Eindrücke, mit Einblicken in omanische Traditionen und arabische Kultur, erreichen wir gegen 17:20 Uhr wieder den Hafen Mina Qaboos. Sumit verabschiedet sich mit den Worten „man sieht sich immer zweimal im Leben“, in der Hoffnung, dass der ein oder andere Gast Muscat einmal wieder besuchen wird. Der Bus applaudiert und in den zustimmenden Rufen der Gäste, kann man erahnen, dass manch einer dieses Versprechen halten wird.

Ich hoffe der Blogbeitrag hat euch gefallen und vielleicht sieht man sich ja schon bald an Bord von AIDAstella.

Viele Grüße

Eure Shore Operations Managerin

Victoria Rödger

sehr guter Bericht, der Lust macht ein drittes Mal die Orienttour mit AIDA zu unternehmen - es gibt noch sooo viel zu entdecken

von u.gabi am 13. Oktober 2016 um 09:28 Uhr

Das hört sich wirklich sehr interessant an und macht Lust, dieses Reiseziel (trotz Flug-Antipathie)doch mal ins Auge zu nehmen!
Sehr schöne Berichte, danke.

von KerstinCz am 31. August 2016 um 11:36 Uhr

Liebe Victoria! Ganz lieben Dank für deine Schilderung dieses Ausfluges. Du hast mich damit zurückversetzt in den Februar 2012, als ich mit AIDAblu im Orient war und genau diesen Ausflug ebenfalls erleben durfte. Der Oman - ein Land, das mich schwer beeindruckte. Ein wahres Märchen aus 1000 und einer Nacht. All das durfte ich auch erleben: der Blick über die sich bis zum Horizont erstreckenden Palmenhaine, die "Putzerfische", die Fischer von Barkha, das leckere Mittagessen und Stöbern und Staunen auf dem Muttrah Souk. Danke für diese gedankliche Rückkehr in den traumhaften Orient. Viele Grüße, Meerelfe - Vielleicht sieht man sich ja mal wieder auf einem der wunderschönen Kussmundschiffe. Du und Birte habt uns im Sommer 2015 so herzlich in Hamburg nach einer traumhaften Norwegen-Tour verabschiedet. Auch eine tolle Tour, von der ich noch heute schwärme. Weiterhin eine tolle Zeit auf AIDA und herzliche Grüße, Meerelfe

von Meerelfe am 30. August 2016 um 19:55 Uhr

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