Um Himmels Willen...

von  Serena 09. Dezember 2010 19:49
Um Himmels Willen...

…nein, danke, das mache ich nicht. Das war wohl mein erster Gedanke, und ich befürchte, ich habe ihn auch ausgesprochen, als Astrid und ich in Rostock den Drehplan für die Reise durchgingen.

Aber fangen wir mal von vorne an. Vor Reiseantritt fuhr ich nach Rostock, um über die Woche und unsere Ausflüge zu sprechen. Ich wollte ja auch wissen, was wir machen, ob ich bestimmte Kleidung mitbringen muss, für sportliche Ausflüge oder ähnliches. Nun ja, wir gingen also Tag für Tag durch, bei Mittwoch sagte Astrid mir, ja, dazu kommen wir später und schon waren wir beim Donnerstag. Überall sah ich Bemerkungen wie Serena und Pärchen, Serena und Familie, Serena und Single, nur Mittwoch stand da Serena, ganz ohne was. Ich versuche mal, das Gespräch wiederzugeben:

„warum stehe ich denn da allein?“
„ach, weil wir da einen ganz besonderen Ausflug für Dich geplant haben, ist aber was ganz schönes“
„ah, toll, was mache ich denn?“
"darüber reden wir dann gleich noch"
und irgendwann kam es dann zur Sprache
„Du machst einen Fallschirmsprung!“
„Oh nein, auf keinen Fall!“
„Vielleicht ja doch? Überleg doch mal, Du schwebst über Gran Canaria, Du springst mit einem Profi, das wird richtig toll!“

Hilfe, ich weiß ja nicht. Von dem Moment an hatte ich ein einziges Kopfkino. Während des Abendessens habe ich eigentlich an nichts anderes mehr gedacht. Ich begann, Familie und Freunde anzurufen. Wer kann mir dazu was erzählen, wer hat das schon gemacht. Ich muss dazu sagen, ich bin ein Angsthase durch und durch. Es mag ja lächerlich klingen, aber selbst das Schnorcheln letztes Jahr hat mich Überwindung gekostet ( wegen der Atmung, die ja theoretisch ganz einfach ist, aber bei Panik eben nur theoretisch )

Fliegen gehört zu den Dingen, die ich nicht wirklich gerne mache. Um nicht zu sagen, ich habe Flugangst, auch nach bestimmt schon 40 Flügen. Aber ich steige immer wieder ein, um dort anzukommen, wo ich gerne hin möchte. Und ein Fallschirmsprung birgt so einige Dinge in sich ( wie eben das Fliegen ), die mir nicht ganz geheuer sind. Abgesehen davon, dass ich niemals im Leben freiwillig einen Fallschirmsprung gemacht hätte, hieß es nun, ich muss erstmal auf 4000 Meter hochfliegen, bevor ich freiwillig wieder aussteige.

„Du musst Dir keine Sorgen machen, dass Du Dich nicht traust, auszusteigen, Du wirst ja geschuppst!“
Danke, super, das half nun auch nicht wirklich. Nachdem ich alle die, die mir einfielen, abtelefonierte, und keiner dies schon mal gemacht habe, meinen Arzt befragt habe, der sagte, wenn ich gesund bin, spricht nichts dagegen und ich eine Pro und Contra Liste aufgestellt hatte, sagte mir endlich eine Freundin, dass sie das schon mal gemacht hätte. Und es wäre suuuuuuper gewesen. Ja, was hatte ich zu verlieren? Es bestünde die Gefahr, dass der Schirm nicht aufgehen würde, aber dafür würde ich etwas erleben, was ich sonst nie mehr machen würde, es würde womöglich meinen Horizont in dem Sinne erweitern, dass ich bei belangloseren Dingen nicht mehr so viel Angst haben würde oder mir weniger Gedanken machen würde, wenn ich das schon mal geschafft hätte.

Genug der vielen Worte, ich habe mich dafür entschieden. Astrid versicherte mir, dass AIDA nur mit den Besten Anbietern vor Ort zusammenarbeiten würde, dass der, mit dem ich springe, ein Profi ist und deutsch spricht. So komisch es klingt, das war auch wirklich beruhigend. Wenn ich eh schon panisch in der Luft hängen würde, und dann noch jemand mit mit spanisch spricht, was ich zwar lerne aber noch nicht verstehe, würde mich das noch nervöser machen.

Nun war der Tag da. Ich wurde zusehends ruhiger. Ja, tatsächlich, Serena kann auch mal schweigen, aus Angst! Aber ich wollte es mir nun auch selbst beweisen. Wir wurden zum Büro geshuttelt und dort warteten bereits Paco und sein ganzen Team auf uns. Sie waren alle super nett und ich wurde sofort eingewiesen, was ich zu beachten hätte, was ich bitte auf keinen Fall zu tun hätte und, das schlimmste von allem, ich wurde gewogen. Seit Jahren meide ich die Waage, da ich mich von einer Zahl nicht terrorisieren lassen möchte. Nun war die jahrelange Arbeit vorbei und ich wurde mit der Wahrheit konfrontiert. Das ist allerdings wichtig für den Springer und so konnte ich mich nicht wehren.

Irgendwann fand ich mich in der bunten Springerhose und dem Sicherungsgeschirr an meinem Oberkörper auf dem Flugfeld wieder. Mit mir stiegen natürlich Paco, zwei weitere Springer mit Kameras und der Pilot ein. Sitze im Flugzeug? Fehlanzeige. Eine Tür? Fehlanzeige, es war eine offene Seite und eine geschlossene Seite. Ich saß zwischen Pacos Beinen, völlig nervös, und bewunderte den anderen Springer, der mit seinem Bein die Kluft zwischen Himmel und uns schloß und nebenbei mal eben eine SMS schrieb. Ich glaube, ich bin tausend Tode gestorben, bis wir oben waren, was aber ausschließlich an meiner Flugangst lag. Andere hätten diese wunderbare Aussicht über Gran Canaria sicherlich richtig genossen. Meine Schwester sagte, man muss aufpassen, wenn man diese Adrenalinausschüttung erhält könnte man jeden sofort lieben. Und in dem Moment war Paco für mich auch der Größte. Ich war glücklich, seine Arme den ganzen Flug über um mich zu haben und habe immer nur gedacht, schön, dass diese Männerarme einfach da sind und mich beschützen. Also, liebe Herren, so einfach kann es sein, werdet Fallschirm Lehrer J

Dann war es soweit. Die zwei Kameramänner kletterten waghalsig aus dem Flugzeug, um unseren Sprung zu filmen, als wäre es das einfachste der Welt. Ich wollte schreien, habe den Mund aufgemacht, aber bei 200kmh geht das nicht. Es kam kein Ton raus, und nach drei Sekunden war ich nur noch von Freude erfüllt. Es war unglaublich schön, einfach zu schweben und Maspalomas von oben zu sehen. Ein irres Gefühl. Dafür hat sich jede Angst und Panik im Vorfeld gelohnt, es war unbeschreiblich. Wir flogen, schlossen uns mit den anderen zusammen und irgendwann ging der Schirm auf und ich hatte noch ein paar Minuten, die Aussicht und das Gefühl zu genießen. Paco machte verschiedene Kunststücke, zeigte mir alles und setzte dann zur Landung an. Als würde er nie etwas anderes machen landeten wir genau dort, wo es geplant war. Einfach so, im stehen. Ich war begeistert und glücklich, Paco war mein Held, und natürlich habe ich mich nicht in in verliebt, ich hatte meine Glückshormone unter Kontrolle.
Ich kann nur sagen, ich bin glücklich und AIDA dankbar, dass ich diese Erfahrung, die ich sonst freiwillig nie im Leben gemacht hätte, machen durfte und werde wohl mein Leben lang daran zurück denken.
JA, sowas kann man mit AIDA erleben, und ich empfehle es jedem, der das schon immer machen wollte oder vielleicht mal Flug oder Höhenangst überwinden möchte. Nur zur Information, Paco hat bereits über 19.000 Sprünge hinter sich. Eine gigantsiche Zahl, oder?

Da ich aus Angst den ganzen Tag kaum was gegenssen habe, habe ich mich dann um so mehr auf das Essen im Buffalo Steak House gefreut. Wenn ich jetzt darüber nachdenke läuft mir schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Einfach lecker. Das Ambiente im Restaurant ist sehr angenehm und was Besonderes, das Essen so oder so Spitze und der Service erstklassig. Leider durfte das Team nur zugucken, nur ich habe das leckere Steack genießen dürfen! Einmal während der Reise sollte man sich einen Besuch im Buffalo Steack House gönnen, oder vielleicht auch die Kochschule, die dort stattfindet. Ich habe sie auf einer letzten Reise gemacht und es war sehr interessant und ganz besonders lecker. Neben Wein und Brot wird jede Fleischsorte, die das Steak House anbietet, zubereitet und verkostet!
Mit diesem doch etwas längerem Blog verabschiede ich mich bis zur nächsten Woche, aber bei diesen Erlebnissen war es mir nicht möglich, mich kürzer zu fassen.

Alles Liebe und sail away, sail away, sail away,

Eure Serena

Serena, habe es schon unter dem Podcast - Beitrag geschrieben:

...ich fand Dich s u p e r m u t i g -- echt der Wahnsinn !! So wie Du dies hier formulierst und ich es schon im Film gesehen habe, war's so, als ob man direkt dabei war und ich konnte es mir irre gut vorstellen -- Deine ganze Gefühlswelt und so .... :-)))) ... und wieder ein Held mehr auf der Welt !!


 


Ganz liebe Grüsse, schönen 3. Advent


Jutta ;) :D


 

von Jutta am 12. Dezember 2010 um 10:05 Uhr

Großartiger Beitrag
Aber: (Zitat) "Also, liebe Herren, so einfach kann es sein, werdet Fallschirm Lehrer" - Never, denn der liebe Gott wollte, dass nur Regen und Vogelsch******* vom Himmel fällt. Trotzdem erachte ich den Aufwand für diese Produktion als gerechtfertigt an. Wer hat solche Aufnahmen bereits gesehen? Liebe Serena, Hut ab vor Deiner Courage. Die personifizierte Redaktionsorder Astrid hätte ich gleich mitgenommen, unabdingbar. Die anfänglichen Schnittfehler durch Achsensprünge verschweigen wir an dieser Stelle. EDIT: Ich wollte ursprünglich das Video kommentieren, passt hier aber auch, oder?

von Gast am 10. Dezember 2010 um 03:04 Uhr

Manchmal Serena...
muss man/frau zu seinem Glück eben "gezwungen" werden. LG Mike

von 0pfeffer am 09. Dezember 2010 um 22:17 Uhr

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