Ein Meer an Denkmälern

von  Wolfgang Pichler 04. November 2011 16:25
Ein Meer an Denkmälern
Hallo Weblounge Fans,

Darf ich vorstellen: Kirk Johnson auch bekannt als KJ, unser Tour Guide für den heutigen Tag.
Bei strahlendem Sonnenschein empfing uns KJ mit einem lässigen „Hey, how you doin´?“ und der Flagge von Washington, die uns heute also durch die Hauptstadt führen soll. Wie wohl schon öfters ließ sich KJ in den vorderen Sitz fallen und offerierte uns lebhaft das heutige Programm. Je näher wir Washington kamen, desto dichter wurde der Verkehr. KJ´s Erklärung: „Ja stell dir vor es kommen täglich 2,4 Mio. Menschen nach Washington zum Arbeiten, gerade mal 600 000 Leute leben in dieser Stadt.“ Nun da war mir klar, warum wir uns auf einer 6-spurigen Autobahn nur schleppend voran bewegen.

Endlich in Washington angekommen, haben wir uns als Erstes vorgenommen den Präsidenten doch mal zu besuchen. Ich war dann doch überrascht, wie klein das Weiße Haus ist, aus dem Fernsehen habe ich es viel größer in Erinnerung. Aber für Familie Obama ist das Haus sicherlich ausreichend mit dem Jogging Parcours, dem Pool, dem Tennisplatz, dem Kino und der Qual der Wahl, in welchem der über 30 Schlafzimmer sie denn nächtigen sollen. Äh, wo war jetzt noch mal die Klingel?
Das Weiße Haus
Doch vor dem Weißen Haus ist doch nicht alles so weiß. Da gibt es z.B. Concita, eine Dame, die schon seit 30 Jahren vor dem Wohnhaus des Präsidenten schläft und somit dafür kämpft, dass keine nuklearen Waffen mehr eingesetzt werden. Oder es gibt auch den zufrieden wirkenden Nature Boy, der mit seinen weißen langen Dreadlocks, einer Shorts, einem Wanderstock und den Blick aufs Weiße Haus gerichtet uns doch ganz klar die Kontraste aufzeigt. Ein seltsames Gefühl.

Mit dem Bus begeben wir uns nun weiter in die Stadt hinein und KJ beginnt mich mit Erklärungen zu überschütten: „Siehst du das Denkmal dort? Das steht für Martin Luther King Jr. Und das hier links das ist dem Zweiten Weltkrieg gewidmet. Ach und da hinten sieht man schon das Washington Monument. Und hier drüben…“ Mir scheint so langsam Washington ist ein reinstes Meer aus Denkmälern und Monumenten, die einem eine Zeitreise durch die amerikanische Geschichte ermöglichen. Bevor ich überhaupt meine Gedanken sammeln konnte, stiegen wir schon wieder aus dem Bus, um uns direkt ins Meer zu stürzen.

So sah sich die Gruppe nur wenige Schritte später wieder vor dem Lincoln Memorial, und noch bevor wir alle unsere Bilder im Kasten hatten, sahen wir die Washington Flagge schon vor dem nächsten Memorial. KJ hatte uns zum Vietnam Memorial geführt, eine v-förmige Granitwand in der über 58000 Namen der gefallenen und vermissten Soldaten eingraviert sind. Das Korea Denkmal folgte. Zahlen über Zahlen der Verwundeten, Gefangenen, Vermissten und Gefallenen geben eine dunkle Ahnung, wie verheerend der Krieg gewesen sein muss. Überlebensgroße Soldaten bepackt mit schweren Rücksäcken, Waffen und dunklen Gesichtern kämpfen sich durch unebenes Gelände und es scheint als kommen sie direkt auf uns zu. Wie treffend sind hier die geschriebenen Worte „Freedom is not free.“
Soldaten
Nach diesem Rückblick in die dunkle Vergangenheit ist es wohl Zeit, ein paar erfreulichere Dinge zu erleben. So ging unsere Fahrt zur Union Station, wo man in beeindruckender Architektur sich einen Snack sehr gut schmecken lassen konnte, deren Kalorien man sich direkt wieder bei der Besichtigung des Indianermuseums ablaufen konnte. Das erst 2004 errichtete Museum führte mich durch die Geschichte der Indianer, sogar eine kleine Vorführung von Tänzen machte das Museum irgendwie ganz lebendig.
Aber Moment Mal, was ist denn mit dem Kapitol? Nun aber fix, mir blieben noch 45 Minuten bis zur Abfahrt des Busses und ich bin definitiv nicht in Washington gewesen, ohne das Kapitol gesehen zu haben.
Das Capitol in Washington
Schnellen Schrittes ging ich zum Kapitol und vor dem kleinen Teich angekommen, musste nun ein Foto mit mir und dem Kapitol folgen. Die Idee von einem Foto von ganz oben packte mich. So ergab sich folgende Umgestaltung meines Planes: mit höchster Geschwindigkeit über einige Treppen in kürzester Zeit zum Kapitol mit maximalen Fotoerfolgen und minimalster Verspätung am Bus. Punktlichts um 15:25 erreichte ich den Bus, traf auf KJ und fuhr mit tollen Bildern und Erinnerung an diesen Tag glücklich zurück zum Schiff.

Viele Grüße Ihr Wolfgang und Scout Maria

@Tinka088: Der Ausflug geht von Baltimore auf der AIDAluna Route Nordamerika 3 aus. Witziger und interessanter Bericht Wolfgang. Danke und Grüße aus Tirol Mike

von 0pfeffer am 05. November 2011 um 07:53 Uhr

von welchem Hafen wurde die Tour gemacht?

Danke für den den Bericht

von Tinka088 am 04. November 2011 um 20:24 Uhr

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