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AIDAsol, Perlen am Mittelmeer 3, 23.02. - 02.03.2019

von  AnjeHa 06. März 2019 13:21
AIDAsol, Perlen am Mittelmeer 3, 23.02. - 02.03.2019

Eine Mischung aus Angst, Vorfreude, Nervosität, Unwissenheit - meine Angst vor dem Fliegen trieb mich in den Wahnsinn. Jahrelang habe ich mir geschworen, nie ein Flugzeug zu betreten. Nun wurde ich doch dazu überzeugt. Da mein Freund als angehender Schiffsmechaniker gerade auf seiner ersten großen 4-monatigen Fahrt um die halbe Welt war, durfte er sich quasi als "Belohnung" aussuchen, wohin die Reise gehen sollte. Kreuzfahrt stand fest, von Schiffen können wir beide wohl nie genug bekommen. Metropolentour ab Hamburg gegen Mittelmeer. Die Entscheidung fiel schnell, doch "leider", so hatte ich gedacht, nicht die Richtige. Nach Mallorca muss man schießlich mit dem Flugzeug. Dennoch freute ich mich unglaublich doll darauf, mit meinem Lieblingsschiff, AIDAsol, neue Städte und Länder zu erkunden - und das mit dem tollsten Partner an meiner Seite, es konnte also nur traumhaft werden.

 

23.02.2019, Mallorca

Wir waren bereits einen Tag vorher in Hamburg angereist und hatten genug Zeit uns auf den bevorstehenden Urlaub vorzubereiten. Erst um 15:25 Uhr sollte unser Eurowings Flieger starten. Genug Zeit also, um mich selbst verrückt zu machen. Tausend Fragen, die beantwortet werden wollten, schwirrten in meinem Kopf herum und doch war ich plötzlich für einige Zeit still. Ich glaube, es waren alle froh, als dann endlich der Tag der Anreise kam. Sie mussten meine Angst bezüglich des Fluges lange genug ertragen. Um mich ein wenig abzulenken, kamen Eltern, Tante und eine Freundin nach Hamburg zum Flughafen. Und irgendwann kam dann der Moment, in dem es langsam ernst wurde. Sicherheitskontrolle, Boarding, Abflug! Selbst als das Flugzeug auf die Startbahn rollte, wollte ich nicht realisieren, was dort gerade passiert. Und noch bevor ich ernsthaft darüber nachdenken konnte, waren wir auch schon über den Dächern von Hamburg. Es war ein toller Anblick, die Elbe mal von oben zu sehen, nachdem man jahrelang dort gewohnt hat. Klischee Nummer 1 - Tomatensaft! Der durfte nicht fehlen. Und tatsächlich schmeckte es. Ein paar Fotos später war auch schon Mallorca unter uns. Wahnsinn, wie schnell das geht. Turbulenzen? Lachhaft! Druck auf den Ohren? So gut wie gar nicht gemerkt! Wozu hatte ich mich jahrelang immer so verrückt gemacht? Fliegen ist toll!

Nach der Landung ging es in den Shuttlebus von AIDA und der Urlaub konnte so richtig beginnen. AIDAsol war endlich in Sicht, der Check-In verlief reibungslos und kurze Zeit später standen wir auch schon auf unserem Balkon auf Deck 6. Der Vorteil an einer späten Anreise - die Kabine ist sofort bezugsbereit.

Nachdem wir für einen Moment den Ausblick genossen und die Anreise haben sacken lassen, ging es erstmal zum Abendbrotessen ins Bella Donna Restaurant auf Deck 10. Die Temperaturen waren noch recht angenehm, sodass wir draußen essen konnten. Direkt danach ging es zur einzigen Pflichtveranstaltung auf AIDA, der Seenotrettungsübung (SNRÜ). Anders als gewohnt wurde diese aber an der Rezeption auf Deck 5 statt draußen durchgeführt. Das lag allerdings an der Musterstation, zu der wir uns begeben mussten. So durften wir 40 Minuten im Inneren ausharren. Die längste SNRÜ, die ich bisher mitgemacht habe. Um 23 Uhr war es endlich soweit. Mit dem Ertönen des Schiffshorns und dem Auslaufsong fiel jegliche Last von unseren Schultern. Auf Wiedersehen, Alltag! Auf Wiedersehen, Mallorca!

Nachdem Mallorca nach und nach immer mehr am Horizont verschwand, freuten wir uns auf einen leckeren Willkommenssekt auf dem Pooldeck, eine Lasershow und Party. Doch davon war nichts zu sehen. Den Sekt gab es im Theatrium, dort sind wir allerdings nicht hingegangen. Da wäre für uns nicht das typische "Sie-haben-Urlaub"-Feeling aufgekommen. Im Endeffekt aber auch kein Drama, denn der Tag war aufregend genug und so fielen wir müde, aber überglücklich in unsere Betten. Vor uns lagen ein Seetag und 484 Seemeilen / 896 Kilometer bis Civitavecchia.

 

24.02.2019, Seetag, 11 Grad

"Ausschlafen Ist Danach Angesagt" - steht doch eigentlich für "AIDA", oder? Denn ausschlafen auf AIDA ist für mich nicht drin. So stand ich nach einer relativ kurzen Nacht schon gegen 6:30 Uhr auf dem Balkon und sah zu, wie die Nacht langsam zum Tag wurde. Irgendwann entschied ich mich dazu auf das Pooldeck zu gehen. Es gibt nichts Schöneres, als morgens in aller Ruhe über die Decks zu schlendern, während das gesamte Schiff noch schläft und sich die Sonne langsam zeigt.

Nach dem Rundgang ging's zurück auf die Kabine. Dort machte sich die angesagte Windstärke 6-7 und die 3 Meter hohen Wellen schon ein wenig bemerkbar, unsere Kabine lag nämlich ziemlich weit vorne. Ich machte mir aber keine Sorgen, denn Windstärke 7 und 3 Meter hohe Wellen habe ich auf meinen anderen Reisen auch schon ohne größere Probleme überstanden. Aber irgendwie schien es nicht ein Tag zu sein... Um 11 Uhr trafen wir uns im Brauhaus mit ungefähr 60 Leuten zum AIDA Fantreffen. Dies wurde noch vor der Reise organisiert und geplant. Immer wieder interessant, "internetbekannte" Gesichter persönlich kennenzulernen. Direkt im Anschluss ging es zum Frühshoppen über, was für uns als echte Nordlichter eigentlich so gar nicht unser Ding ist. Dennoch schauten wir uns die Bürgermeisterwahl an und fühlten uns dann doch sehr unterhalten. Am Nachmittag schnappten wir uns 2 freie Liegen und genossen die Sonne. Zwar war es durch den Wind noch recht frisch, aber das störte uns nicht. Mit einem leckeren Cocktail in der Hand und der Sonnenbrille auf der Nase lässt es sich leben.

Am frühen Abend machten sich die Wellen auf der Kabine dann wieder mehr bemerkbar und ich blieb leider nicht verschont. Es musste tatsächlich an der Lage der Kabine liegen, denn nur dort war der Seegang für mich kaum eträglich. Seegang macht müde, sodass ich früh einschlief und sich mein Freund währenddessen die Zeit irgenwo auf dem Schiff vertrieb. Wenigstens beim Durchqueren der Straße von Bonifacio zwischen Korsika und Sardinien wurde es zumindest für eine gewisse Zeit etwas ruhiger.

 

25.02.2019, Civitavecchia, 14 Grad

Auch hier klingelte wieder früh morgens der Wecker, um beim Einlaufen zuzugucken. Bereits um 7 Uhr erreichten wir den Hafen von Civitavecchia und waren gegen 7:30 Uhr fest an der Pier. Wie wahrscheinlich der Großteil der Passagiere haben auch wir einen Ausflug nach Rom gemacht. Wir haben vorab eine Tour über einen privaten Anbieter für 35€ pro Person gebucht und so ging es mit "Civitatours" auf "Klassisches Rom"-Tour. Um 9:30 Uhr startete der Bus zur knapp 1,5 stündigen Fahrt in die Hauptstadt Italiens. Während der Fahrt wurden alle mit Kopfhörern und Empfangsgeräten (2,50€ pro Person) ausgestattet, damit wir unsere deutschsprachige Reiseleiterin auch während des Spaziergangs gut verstehen konnten, ohne ständig stehen bleiben zu müssen. Unser erster Stop führte uns zum Petersplatz und wer wollte, konnte für 22€ pro Person den Petersdom besichtigen. Wir haben uns dazu entschieden in den knapp 1,5 Stunden die Gegend rund um den Petersplatz zu erkunden. Klischee Nummer 2 - Eis in Italien. Das durfte auf keinen Fall fehlen. Geschmeckt hat's!

Zu Fuß ging es mit der Gruppe dann entlang des Tibers, vorbei an der Engelsburg zum Bus, der uns nach einer gut halbstündigen Panoramafahrt bis zum Kolosseum brachte.

Nach einem ca. 20 minütigen Aufenthalt am Kolosseum und vielen interessanten Informationen, brachen wir zum Spaziergang Richtung Trevi Brunnen auf. Dort hatten wir eine knappe Stunde Freizeit, die wir nutzen, um zur Spanischen Treppe zu gehen. Diese ist nur 10 Minuten vom Trevi Brunnen entfernt und mit einem Stadtplan gut zu finden. 5 Stufen rauf - umdrehen - 5 Stufen runter, zumindest können wir nun behaupten, mal die Spanische Treppe bestiegen zu haben ;-). Selbstverständlich haben wir es uns auch nicht entgehen lassen, eine Münze in den Brunnen zu werfen. Wichtig: Rücken zum Brunnen und mit der rechten Hand über die linke Schulter werfen! Wirft man eine Münze, so wird man nach Rom zurückkehren, bei zwei Münzen sich in eine/n Römer/in verlieben, bei drei Münzen diese/n dann sogar heiraten. Da wir mit uns als Paar doch ganz zufrieden sind, hat uns eine Münze gereicht. Ca 4.000€ sollen PRO TAG dort landen. Brunnen müsste man sein...

Als alle Urlauber wieder zusammen waren, ging es weiter zum Pantheon, den wir uns auch von innen anschauten. Letzter Stop war der Piazza Navona, bevor es wieder 1,5 Stunden mit dem Bus zurück zum Schiff ging.

Dort angekommen erwartete uns traumhaftes Licht, welches wir für ein paar Fotos unserer Kussmundschönheit nutzten.

Anschließend checkten wir wieder an Bord ein, suchten uns im Bella Donna, welches auf der Reise zu unserem Stammrestaurant wurde, ein ruhiges Plätzchen und genossen nach dem Abendbrot das Auslaufen. Nächster Halt, das 147 Seemeilen / 272 Kilometer entfernte Livorno.

 

26.02.2019, Livorno, 15 Grad

The same procedure as ever day. Da stand ich also wieder, morgens halb 7, Deck 15. Der Himmel dunkelblau, ein orangefarbener Streifen am Horizont, davor die dunklen Silhouetten der Berge. Livorno war in Sicht! Um 7 Uhr passierten wir die Hafeneinfahrt und knapp 20 Minuten später waren wir an unserem Liegeplatz angekommen. Pünktlich dazu kam die Sonne über der Bergspitze hervor. Nach dem doch recht anstrengenden, aber schönen Tag in Rom, wollten wir uns einen ganz gemütlichen Tag in Livorno machen. Es ging also nach dem Frühstück in aller Ruhe von Bord und mit dem kostenlosen Shuttlebus bis in die Stadt. Von dort aus sind wir mit dem öffentlichen Bus zum Bahnhof gefahren. Für 2,60€ pro Person kann man Pisa in ca 17 Minuten ganz gut mit der Bahn erreichen, man fährt einfach nur bis zur nächsten Haltestelle. Vom dortigen Bahnhof aus sind es noch gut 20 Minuten zu Fuß bis zum Schiefen Turm von Pisa. Also alles super machbar auf eigene Faust!

Um das Klischee Nummer 3 zu erfüllen gab es in der Nähe des Turmes eine Pizza, die aber ehrlicherweise auch nicht gerade die Beste war. Wir hatten uns mehr erhofft. Aber ein weiteres Ziel wurde immerhin erreicht - Pizza in Italien gegessen!

Nach der Stärkung ging es für uns langsam wieder in Richtung Bahnhof, zurück nach Livorno. Da die Stadt auch "Klein Venedig" genannt wird, waren wir natürlich gespannt auf das, was uns dort erwartete. Gerade mein Freund, der erst ein halbes Jahr zuvor mit AIDAblu ab Venedig unterwegs war, konnte nun am besten beurteilen, ob es zumindest ein wenig Ähnlichkeiten zu Venedig gibt. Ok, kleine Kanäle und Brücken gibt es in Livorno auch, aber vergleichen kann man die beiden Städte wohl nicht. Da bleibt mir scheinbar nichts anderes übrig, als selbst mal direkt nach Venedig zu fahren, äh, zu fliegen. 

Zurück an Bord haben wir uns wieder einmal im Bella Donna eingefunden und danach ging es ins Theatrium auf Deck 11. Denn dort gab es "Wer wird Millionär" zu sehen, die einzige Show, die uns ins Theatrium locken konnte. Blöderweise fing die Show genau während des Auslaufens an und normalerweise kann ich mir das Ein- und Auslaufen nicht entgehen lassen. Aber da der Hafen an sich keine allzu spektakuläre Kulisse bot und man im Dunkeln sowieso kaum was erkennen kann, habe ich ausnahmweise drauf verzichtet. Bis Marseille lagen 246 Seemeilen / 456 Kilometer vor uns. Mein Freund hingegen schaute sich das Auslaufen an Deck an und kam dann später wieder zurück ins Theatrium. Einige Fragen hätten wir tatsächlich gut beantworten können, aber als Zuschauer ist es immer viel leichter. So waren wir froh, nicht auf dem Stuhl unten auf Deck 9 sitzen zu müssen, sondern nur vor unserem Abstimmungsgerät, welches man sich vorab (pro Kabine ein Gerät) auf Deck 9 vor dem TV Studio ausleihen konnte. Nach Ende der Show gaben wir das Gerät wieder ab und gingen zurück auf unsere Kabine.

 

27.02.2019, Seetag / Marseille, 16 Grad

Ein halber Seetag stand uns bevor, denn wir sollten erst am Nachmittag in Marseille einlaufen. Auch wenn ich mir wirklich fest vorgenommen hatte, dieses Mal ein wenig länger zu schlafen, so hat mich der Sonnenaufgang wieder einmal auf Deck 14 gelockt. Sowas Gemeines aber auch!

Diese Ruhe am Morgen ist jedes Mal einfach nur herrlich. Schon alleine für Momente wie diese lohnen sich Kreuzfahrten. Nirgendwo sind die Sonnenauf- und untergänge schöner als am und auf dem Meer! Tiefenentspannt ging es für mich zurück auf die Kabine und ich wartete, bis wir gemeinsam mit einem Frühstück an Deck in den Tag starten konnten. Die Temperaturen waren wieder sehr angenehm, sodass wir draußen bereits beim Frühstücken schon ordentlich Sonne tanken konnten.

Kurz nach 10 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Time Out Bar auf Deck 11. Dort befand sich nämlich unser Treffpunkt für die Brückenführung, die wir gleich am Anreisetag am Ausflugscounter neben der Rezeption auf Deck 5 gebucht hatten. Die Führung ist sicherlich sehr beliebt und auf 2 x 15 Personen begrenzt. Mit 89€ pro Person garantiert kein günstiger Spaß, aber neben der Brückenbesichtigung ist noch ein Gutschein für ein 3 Gänge Menü im Rossini oder Buffalo Steak House (nach Wahl) dabei. Und wann hat man schon mal die Möglichkeit, auf die Brücke zu kommen, wenn man nicht gerade dort arbeitet, jemanden kennt und auch kein Clubstatus hat? So taten uns die 89€ absolut nicht weh, die Chance wollten wir unbedingt nutzen. Pünktlich um 10:30 Uhr war die Gruppe komplett und es wurde mit einem Glas Champagner auf das bevorstehende Ereignis angestoßen. Dann gab es endlich grünes Licht von der Brücke und nach Abgabe sämtlicher Kameras wurden wir von Kapitän Tommy Möller an seinem Arbeitsplatz in Empfang genommen. Während er uns die Technik und Abläufe rund um das Schiff erklärte, durften wir Fragen stellen, was sich mein Freund als kleiner Seefahrer natürlich nicht entgehen ließ. Zwar würde ich behaupten, dass ich als jahrelang begeisteter Schiffsfan und angehende Schifffahrtskauffrau auch gut Ahnung von Schiffen habe, aber bei den Fachgespächen unter Seeleuten musste ich, wie alle anderen der Gruppe scheinbar auch, passen. Glücklicherweise konnte Kapitän Tommy Möller uns aber immer alles gut und verständlich erklären. Nach einer halben / dreiviertel Stunde war die Führung beendet und der sympathische Kapitän nahm sich die Zeit für ein Gruppenfoto und einzelne Fotos, die vom AIDA Fototeam gemacht wurden. Diese waren zwar nicht im Preis mit inbegriffen, jedoch als Andenken haben wir sie uns später gekauft.  Nach all den Infos und Eindrücken haben wir uns ein ruhiges Plätzchen auf dem Pooldeck gesucht, um den Kopf für den nächsten Termin freizukriegen. Um 14 Uhr startete im Brauhaus unser Brauseminar. Auch für mich als eigentlich Nicht-Biertrinkerin sehr interessant, nur leider machte mein Steißbein dank einer früheren Operation nach 2 Stunden sitzen auf der Holzbank nicht mehr mit und ich musste die Gruppe verlassen. So vertritt ich mir an Deck die Beine, während wir bei schönstem Wetter in Marseille einliefen.

Die "Mein Schiff Herz", die zu der Zeit in der Werft lag, und die erst 3 Wochen vorher getaufte "Viking Jupiter" warteten bereits auf uns.

Da wir über Nacht in Marseille lagen und wir erst am nächsten Tag die Stadt erkunden wollten, verschwand ich wieder auf Kabine und machte mir einen gemütlichen Nachmittag auf dem Balkon, während mein Freund scheinbar immer noch beim Brauseminar war. Schien so, als würde es ihm ziemlich gut gefallen dort. Als sogenannte "Shipspotterin" liebe ich es, Kreuzfahrtschiffen beim Ein- und Auslaufen zuzuschauen und so ließ ich mir die Abfahrt der Viking Jupiter nicht entgehen. Langsam schob sie sich an unserem Heck und der Steuerbordseite vorbei und verabschiedete sich lautstark, was unsere AIDAsol erwiderte. Au revoir, Viking Jupiter. Wenn alles klappt, sollten wir uns in Barcelona wiedersehen.

 

28.02.2019, Marseille, 21 Grad

Mein Körper hatte sich scheinbar an das Aufstehen pünktlich zum Sonnenaufgang gewöhnt, denn kurz vorher stand ich schon wieder auf dem Balkon. Dieses Mal war ich zu faul, um auf das Pooldeck zu gehen. Wozu hatten wir denn schließlich den Balkon?

Mein Freund hatte wohl einen langen Abend hinter sich, deshalb wollte ich ihn nicht stören und ging alleine zum Frühstück. Von AIDA gab es am Tag zuvor Tickets für den Shuttlebus, deren Kosten bei Benutzung auf das Bordkonto gingen (10€ pro Person). Dummerweise lagen 2 für meinen Freund auf der Kabine und ich hatte dafür keines bekommen, was aber auch absolut kein Problem war, denn man konnte mir am Shuttlebus ein Spontanticket ausstellen. Die Fahrt vom Schiff bis zum Vieux-Port, an dem man rausgelassen wurde, dauerte 20 Minuten. Kaum angekommen, erhielt ich die Nachricht von meinem Freund, dass er sich nun auch auf den Weg in die Stadt machen würde. Währenddessen nutze ich die Zeit für einen kleinen Spaziergang und besorgte schon mal 2 Tickets für die Fahrt mit der Bimmelbahn  (jeweils 8€ pro Person), die in der Nähe des Shuttlebusses abfährt.  Es erinnerte mich ein wenig an zu Hause, denn bei uns in Rostock / Warnemünde fährt auch genau so eine Bahn durch die Gegend. 

2 Touren bietet die Bimmelbahn an, allerdings wurde zu unserer Zeit nur eine Tour angeboten. Zum Glück war es die, die mir am schönsten erschien. Als mein Freund dann auch eingetroffen war, stiegen wir in die nächste Bahn ein und die abenteuerliche Fahrt entlang der Küste und durch enge Straßen bis zur Notre-Dame de la Garde konnte beginnen. 

Tipp: wer gute Bilder machen möchte, sollte sich auf die rechte Seite setzen. Dort sind nämlich keine nervigen und spiegelnden Scheiben im Weg und mehr zu sehen gibt es da auch. Es war schon spannend dabei zuzusehen, wie sich der Bus vor uns und unsere kleine Bimmelbahn durch die engen Straßen kämpften - und das bergauf! Denn die Notre-Dame liegt 161 Meter hoch. Nach ungefähr 30 Minuten schönster Panoramafahrt waren wir oben angekommen und genossen den fantastischen Blick über Marseille.

Kurze Zeit später ging es wieder zurück zum Vieux-Port. Natürlich kann man mit jeder beliebigen Bahn wieder zurück und etwas länger dort bleiben. Wir wollten allerdings weiter und die Bergabfahrt war nicht weniger abenteuerlich als bergauf.

Am Ausgangspunkt angekommen, schlenderten wir noch ein wenig am Hafen entlang um etwas Essbares für meinen Freund zu suchen. Irgendetwas für "auf die Hand" sollte es sein, landeten dann aber bei Burger King. Da ich nicht gerade der Fast Food Fan bin und auch keinen Appetit darauf hatte, ließ ich diese Mahlzeit ausfallen. Danach machten wir uns auf den Weg zum Riesenrad, welches in der Nähe des Shuttlebusses steht. Eine Fahrt kostet hier 8€ pro Person, teurer Spaß, aber für die Aussicht lohnt es sich alle Male.

Allmählich begaben wir uns wieder zum Bus und checkten nach Ankunft am Kreuzfahrtterminal wieder an Bord ein. Um 17 Uhr hieß es "Leinen los" - au revoir Marseille, du schönes Fleckchen Erde. 200 Seemeilen / 370 Kilometer waren es bis zu unserem nächsten Hafen Barcelona. Laut Kapitän Möller sollte uns so ein ähnliches Wetter wie am ersten Seetag erwarten.

Dass es etwas windiger wurde, hatte man bereits beim Auslaufen gemerkt. Wie gut, dass wir um 19 Uhr unseren Gutschein der Brückenführung einlösten und uns im Buffalo Steak House das 3 Gang "Chef's Menü" serviert wurde. Viel essen soll schließlich bei Seegang helfen, damit der Magen was zu tun hat. Durch das leckere Essen, dem somit vollen Magen und dem Seegang wurden wir so müde, dass wir kurze Zeit darauf auf Kabine gingen und uns in den Schlaf haben schaukeln lassen.

 

01.03.2019, Barcelona, 15 Grad

Das Einlaufen schauten wir uns dieses Mal gemeinsam von Deck 15 aus an. Bereits gegen 6:45 Uhr passierten wir die Hafeneinfahrt und nach einer  180 Grad Drehung im Hafenbecken machten wir mit der Backbordseite gegen 7:30 Uhr fest.

In der Ferne konnte man schon die Viking Jupiter sehen, die wir ja zwei Tage zuvor in Marseille verabschiedet hatten. In der Zeit, in der sie sich dem Hafen näherte, machte sich mein Freund auf Kabine schon einmal startklar für den Tag in Barcelona. Ich wartete lieber noch eine Weile, denn das Einlaufen der Viking Jupiter wollte ich nicht verpassen, wir Frauen brauchen doch immer etwas länger im Bad. Gerade noch rechtzeitig kam mein Freund auch wieder an Deck und wir begrüßten zusammen den Viking Neubau.

Für den Tag in Barcelona hatten wir vorab über's Internet Tickets für die Stadionbesichtigung gebucht. Die flexiblen Tickets kosten 23€ pro Person. Flexibel zu sein war uns wichtig, da immer mal etwas dazwischen kommen kann, sei es auch nur ein kurzfristig wetterbedingtes Umrouting. Nach dem Frühstück und einem Cocktail an der Poolbar gingen wir von Bord und wurden mit dem AIDA Shuttelbus (10€ pro Person) bis zum World Trade Center gebracht. Dort stiegen wir in einen Hop on / Hop off Bus von "Barcelona City Tour" ein. Diese bieten 2 Linien an - Orange und Grün. Während die Linie Orange im Uhrzeigersinn durch Barcelona ihre Runden dreht, fährt Grün entgegen dem Uhrzeigersinn, sodass sie sich an 3 Haltestellen treffen, um das Umsteigen zu ermöglichen. Für 30€ pro Person kann man diese beiden Linien den ganzen Tag nutzen und ein- und aussteigen wo immer man möchte. Beim Einsteigen erhält man außerdem zusätzlich einen sehr übersichtlichen Stadtplan und Kopfhörer, um während der Fahrt Informationen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten zu bekommen. Nach 9 Haltestellen waren wir am Camp Nou angekommen, dem zu Hause des FC Barcelona. Durch unsere vorab gebuchten Tickets mussten wir uns nicht an die Warteschlange stellen und konnten gleich die Besichtigungstour starten.

Neben den ganzen Pokalen, dem Pressebereich und der Gästeumkleidekabine hatten wir auch die Möglichkeit uns den VIP Bereich anzuschauen. Für Fußballfans genau das Richtige. Wir waren auch beeindruckt von der Größe des Stadions, schließlich sind wir nur unser kleines Ostseestadion vom FC Hansa Rostock gewohnt. Selbst der Fanshop geht über 3 Etagen. Wir setzten unsere Stadtrundfahrt nach der Besichtigung fort und stiegen am Umsteigehaltepunkt "La Pedrera" in die grüne Linie um, um zur Sagrada Familia zu gelangen. Vorbei am Platja de la Barceloneta und dem Zoo Poblenou kamen wir nach einer längeren Fahrt (ca 1h 45min) an unserem Ziel an - die Sagrada Familia.

1882 begann der Bau und ist bis heute unvollendet. Bis 2026 soll die Kirche, nach aktueller Planung, fertig sein. Da soll nochmal einer über den Bau des BER meckern! Wir beschlossen, zu Fuß zur nächsten Haltestelle zu laufen, denn bis der nächste Bus kommt hätte es vermutlich noch eine Weile gedauert, zudem wäre er noch eine recht weite Strecke gefahren. Und nach gut 1,5 Stunden, die wir im Bus verrbacht hatten, waren wir froh, mal wieder etwas laufen zu können. So konnten wir ein wenig abkürzen und direkt am Haltepunkt "La Pedrera" in die orangefarbene Linie einsteigen, um zurück zum World Trade Center zu fahren. Die paar Stunden, die wir in Barcelona verbrachten, reichten definitiv nicht, um alles zu sehen. Eine wahnsinns Stadt! Der AIDA Shuttlebus stand schon bereit und brachte uns kurze Zeit später zu unserer AIDAsol. Kurz nach 18:30 Uhr hielten wir im Bella Donna Restaurant Ausschau nach der Abschiedstorte, die immer wieder ein tolles Motiv zum Ende der Reise bietet. Und wir hatten Glück - sie war noch ganz, keiner hatte sie angeschnitten. Es war ein komisches Gefühl, denn wir alle waren noch total in Urlaubsstimmung und konnten nicht glauben, dass das Ende der Reise nahte.

Ein letztes Mal genossen wir gemeinsam um 20 Uhr das Auslaufen aus Barcelona, was für mich persönlich zusammen mit dem ersten Auslaufen der Reise immer wieder das Emotionalste ist. Die Farewell Show fand, so wie auch die Welcome-Party, im Theatrium statt. Dieses Mal waren wir aber dabei und hatten mit einem Glas Sekt auf Deck 11 auf eine wundervolle Woche angestoßen. Dennoch war es nicht das Gleiche wie sonst. Mir fehlte einfach die Atmosphäre auf dem Pooldeck und die dazugehörige Lasershow.. Nach einem Cocktail an der Poolbar und in der Anytime Bar ging es ein letztes Mal ab in die "Koje" auf Deck 6.

 

02.03.2019, Mallorca

Bereits morgens um 4 Uhr hat man ganz deutlich das Anlegemanöver hören können und auch, wie sich später herausstellte, die Ankerkette. Wozu die gebraucht wurde, wissen wir bis heute nicht. Ich begab mich ein letztes Mal zum Sonnenaufgang auf das Pooldeck und genoss die Ruhe, bevor uns der Alltag bald wieder haben sollte.

Bis spätestens um 9 Uhr mussten alle Passagiere aus ihren Kabinen raus, individuell Angereiste mussten bereits um 11 Uhr das Schiff verlassen. Da wir das An/Abreisepaket über AIDA gebucht hatten, durften wir bis zu unserem Transfer um 16 Uhr auf dem Schiff bleiben. Weil wir am Anreisetag erst am Abend ankamen und so keine Zeit hatten, Palma zu erkunden, nutzen wir die Zeit bis zum Transfer und fuhren mit dem Shuttlebus in die Stadt. Wir wurden direkt an der Kathedrale rausgelassen, wo wir uns dann auch die ganze Zeit aufhielten.

Die letzten Stunden und warmen Sonnenstrahlen auf Mallorca wurden ordentlich genossen und so ging es auf AIDAsol zur Stärkung ins Brauhaus, denn wir hatten noch einen längeren Tag vor uns. Nach einem Abschiedscocktail an der Ocean Bar mit Blick auf Mallorca war es auch für uns an der Zeit endgültig Abschied zu nehmen. Die Koffer standen bereits nach Deck sortiert im Terminal, so konnten wir ohne lästiges Gepäck von Bord gehen. Es ist schon ein blödes Gefühl, beim Abstieg in die glücklichen Gesichter der neuen Passagiere zu schauen. Aber früher oder später müssen da alle durch. Ein letzter Blick zurück zum Schiff und der Transfer zum Flughafen begann.

Die Zeit am Flughafen verging ziemlich schnell und ich war deutlich entspannter als vor dem Hinflug. Irgendwie freute ich mich sogar darauf, wieder zu fliegen. Ungewohnt, denn wie am Anfang der Berichts schon geschrieben, plagten mich normalerweise Nervosität und Angst. Gegen 19 Uhr war Abflug, wir saßen genau auf der richtigen Seite. So konnte wir unsere AIDAsol noch einmal sehen. Es war ein traumhafter Anblick. Der malerische Sonnenuntergang, die vereinzelten Wolken, zwischen denen sich der Kussmund immer mal wieder für einen Augenblick zeigte.

Auch wenn einem der Abschied immer und immer wieder schwerfällt, so war es für mich dieses Mal etwas erträglicher, denn bis zur nächsten Reise dauert es nicht mehr lange. Im Mai wird mir AIDAdiva meine wunderschöne Ostsee zeigen, als Ersatz für die abgesagte Nova-Reise. Und wenn alles klappt, wird es nächstes Jahr eine Reise mit Flug. Freiwillig.

Vielen Dank an die gesamte Crew von AIDAsol, ihr habt eine unglaublich tolle Arbeit geleistet! Auf AIDAsehen!

Vielen Dank für den schönen Bericht. Auch ich liebe die Sonnenaufgänge und die Sonnenuntergänge auf See genauso wie Du.LG Gaby

von Gaby-05 am 10. März 2019 um 21:34 Uhr

Danke für deinen schönen Bericht und die tollen Bilder! Vorallem die Sonnenaufgangsbilder lassen mich gerade träumen! Sonnenauf- und -untergänge sind auf See einfach soooo schön!

von Mickik am 07. März 2019 um 09:20 Uhr

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