Mit AIDAvita neue Ziele entdecken, Januar 2019, Teil 2 Muara in Brunei

von  Perlenfee 09. Februar 2019 14:54
Mit AIDAvita neue Ziele entdecken, Januar 2019, Teil 2 Muara in Brunei

11. Januar, Muara – teils bewölkt 30 Grad

Willkommen im Sultanat Brunei, heißt es heute für uns. Brunei, wo liegt dieses Sultanat eigentlich? Auf der Insel Borneo, die aufgeteilt ist in: Brunei mit der Hauptstadt Bandar Seri Begawan, Malaysia mit den Bundesstaaten Sabah, sowie Sarawak und der größte Teil der Insel gehört zu Indonesien. Borneo ist nach den Inseln Grönland und Neuguinea die drittgrößte Insel der Welt. Die Insel ist doppelt so groß wie die Bundesrepublik und es gibt einen Berg, der ist über 4 000 Meter hoch. Na, das habe ich alles vorher noch nicht gewusst und habe mich etwas schlau gelesen. Über Brunei hatte ich bisher eigentlich nur gehört, dass das Sultanat sehr reich ist aufgrund seiner Öl- und Gasvorkommen und dass es dort einen Sultan gibt. Irgendwann, so kann ich mich schwach erinnern, hat es dort mal ein starkes Erdbeben gegeben mit Erdrutschen und Toten.

Im Jahr 1521 traf der erste Europäer auf der Insel Borneo ein, es war ein spanischer Seefahrer, der Ferdinand de Magellan bei seiner Weltumseglung als Offizier und Steuermann begleitet hatte. Der Name Magellan ist uns bekannt. Haben wir vor Jahren die Magellanstraße (Seeweg) in Südamerika mit AIDA durchfahren. Es entstand ein flotter Handel zwischen Europa und der friedlichen Insel, aber politische Machtkämpfe ließen nicht lange auf sich warten. Der Sultan von Brunei hatte Unterstützung durch die Engländer bekommen und konnte einen Aufstand niederschlagen. Das „schwarze Gold“ (Erdöl) wurde 1929 entdeckt und während des zweiten Weltkriegs haben die Japaner fast die ganze Insel an sich gerissen. Später war Brunei wieder unter britischer Herrschaft und mit viel Geschick konnte der damalige Sultan ein Abkommen mit den Engländern schließen und wurde unabhängig. Soviel grob zur Geschichte. Brunei Darussalem heißt übersetzt „Heimat des Friedens“.Unterwegs in BruneiWir und unser schöne stumme Begleiterin stehen oben auf dem Deck und genießen den Blick auf die Landschaft. Unterwegs in BruneiDer Himmel so blau wie das Wasser, Palmen und ein ziemlich aufgeräumter Hafen präsentieren sich uns. In der Ferne fällt uns eine riesige Brücke ins Auge.Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiFür den heutigen Tag haben wir mit Walter und Jana gemeinsam einen AIDAausflug gebucht. „Brunei zu Wasser und zu Land“ – wir werden es erkunden. Mit dem Bus geht es über ein gut ausgebautes Straßennetz rund 45 Minuten in die 23 Kilometer entfernte Hauptstadt Bandar Seri Begawan. Die Luftfeuchtigkeit ist ziemlich hoch, tropisch eben und schon klebt das Haar im Nacken fest. Für den Bus habe ich mir vorsichtshalber schon mal einen Schal eingesteckt, denn eins ist sicher: die Klimaanlage wird ordentlich für kühle Luft sorgen und ich will mich nicht unbedingt erkälten! Und ein Handtuch ist auch im Rucksack, das auf den Sitz kommt. Meist sind es irgendwelche Plastikbezüge und zack bleibt man samt Rock oder Hose auf dem Sitz kleben, bäää. Unterwegs in BruneiDer Hafen von Muara, fällt mir ein, war früher mal ein reiner Fischereihafen. Aber nachdem in einer nahen Zeche Kohle abgebaut wurde, musste ein Hafen her, der genügend Tiefgang für die Lastkähne hatte. Und so wurde aus dem verträumten Fischereihafen ein Handelshafen. Fischerboot gibt es trotzdem noch. Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiAuf der Fahrt gibt es ein paar interessante Ecken, ansonsten dösen wir ein wenig vor uns hin. Die Abende an Bord sind oft sehr lang und es gibt ein kleines Schlafdefizit. Es weht eine leichter Wind, die Palmenwedel bewegen sich gemächlich und was mir auffällt, die Häuser sind bunt angestrichen. Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiIn der Hauptstadt angekommen, steigen wir um in ein Boot und fahren zum größten im Wasser erbauten Dorf der Welt – nach Kampong Ayer mit seinen rund 30.000 Einwohnern. Der Name bedeutet „Stadt im Wasser“ und viele Menschen bezeichnen die Stadt auch als das „Venedig des Ostens“. Sicher wegen der vielen Wasserwege zwischen den Pfahlbauten. Unterwegs in BruneiVom Boot aus haben wir auch eine ausgezeichnete Sicht auf die vielen Minarette und Kuppeln der zahlreichen Moscheen am Ufer. Unterwegs in BruneiAuch die Sultan Omar Ali Saiffuddin Moschee ist gut zu erkennen. Welch ein Prunk … die goldenen Kuppeln glänzen in der Sonne. Sie wurde 1958 fertiggestellt und gilt als das Wahrzeichen Bruneis.Unterwegs in Brunei

Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiBei der Beschriftung der Haltestellen muss ich doch etwas in mich hineinschmunzeln. Steht dort in großen Lettern JETI. Ich muss sofort an den Schneemenschen denken, das Fabelwesen vom Himalaya - obwohl der ja mit Y geschrieben wird am Anfang, aber man spricht es in dem Fall wie ein J. Mein Mann lacht und sagt "Du nun wieder, mit den kuriosen gedanklichen Verbindungen!" Ja, ein wenig Spaß muss auch sein.Unterwegs in BruneiEs gibt so was wie kleine Viertel in dieser Wasserstadt, teilweise mit Brücken verbunden und wo es keine Verbindung gibt, fährt ein Wassertaxi. Unterwegs in BruneiDie rauschen an uns vorbei, wie die Boote auf dem Canale Grande in Venedig. Unterwegs in BruneiUnd immer wieder gibt es neue Eindrücke. Auch hier könnte ich 4 Augen gebrauchen.  An einer Stelle haben Kinder übermütig in dem Wasser herumgetollt.Unterwegs in Brunei

Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiEs gibt hier Frischwasserleitungen, Stromanschluss, Internet natürlich auch, 20 Schulen, Polizeiwachen und die Feuerwehr. Das ist wohl auch wichtig, denn die Häuser sind aus Holz gebaut und ein Großbrand würde viele Menschen obdachlos machen. Religiöse Einrichtungen sind ebenfalls vorhanden. Und der Müll? Der wird so gut es geht gesammelt und abtransportiert. Ich sehe kaum Müll auf dem Wasser treiben. Wie es mit dem Abwasser aussieht - keine Ahnung. Unterwegs machen wir halt und besuchen eines der vielen Häuser. Unterwegs in BruneiDer Tisch ist gedeckt, es gibt Gebäck, eine Kokospaste in einer Palmenblattrolle und Tee. Das Gebäckstück ist trocken und in den süßen Tee eingetunkt schmeckt wirklich gut. Ich glaube es war Roibuschtee ...Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiWir dürfen uns ruhig umschauen und auch Fotos machen. In einer Ecke sitzt eine Frau und rollt die Paste in die Blätter ein - alles frisch gemacht. Es fasziniert mich immer wieder in Asien wie die Küchen aussehen. Zum allergrößten Teil sind sie sehr sauber. Unterwegs in BruneiKlar, die Gerätschaften entsprechen nicht dem neuesten Standard, aber man weiß sich zu helfen und zum kochen bedarf es eigentlich nur einer gut gefüllten Gasflasche, einem Wok, frischem Gemüse (gibt es genügend), etwas Fisch, etwas Fleisch, Reisnudeln, Gewürze, Fisch- und Sojasoße und fertig ist das Essen. Und soooooo lecker! Unterwegs in BruneiUm Musik zu machen, braucht man auch nicht unbedingt viel, eine Trommel, ein Xylophon und schon erklingt ein einheimisches Lied für uns. Unterwegs in BruneiDurch die geöffneten Fenster weht eine leichte Brise in die Räume. Die Boot, die auf dem Steg liegen erinnern uns Formel 1 -Rennwagen. Die Lackierung ist auf jeden Fall sehr ausgefallen.Unterwegs in BruneiUnd die Toilette … Papier kommt in einen Eimer und man schöpft das Wasser mit einer Kelle aus einer kleinen Tonne – das ist Klospülung. Sie ist uns nicht unbekannt, denn in Indien gibt es das teilweise auch. Wo das Wasser hinfließt, habe ich nicht herausgefunden. Ich glaube, in fernen Ländern und gerade in Asien ist vieles anders, als wir es gewohnt sind. Das hält uns nicht ab, die Länder zu bereisen. Früher gab es bei uns auch nur ein Plumsklo. Soviel zum Thema Toiletten. Ein freundliches Kopfnicken und wir sitzen wieder im Boot. Ich sehe noch im letzten Augenblick die leuchtend roten Früchte, die zum trocknen in der Sonne liegen, aber ich habe Ahnung was für welche es sind. Sieht aus wie Granatapfelschale, aber viel kleiner. Unterwegs in Brunei

Unterwegs in Brunei Direkt am Ausstieg wartet der Bus. Unterwegs in BruneiWir unterfahren die Sungai-Kebun-Brücke, die erst im Jahr 2017 eingeweiht wurde. Auffallend an der Brücke neben den schrägen Seilen ist der 157 Meter hohe Turm in der Mitte und oben drauf gibt es noch eine riesige Kuppel. Unterwegs in Brunei

Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiEin letzter Blick nochmal auf die Wasserstadt und es geht ein Stück durch die Stadt, mit Hochhäusern und verschnörkelten Straßenlaternen, wie wir sie aus dem Oman und auch aus Kuala Lumpur kennen, sehr dekorativ.Unterwegs in Brunei

Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiNächster Halt ist das Royal Regali Museum mit der riesigen Kuppel. Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiIn dem Museum sind hauptsächlich Geschenke ausgestellt, die der Sultan von anderen Ländern bekommen hat. Es gibt viel zur Geschichte und natürlich auch die Präsente zu sehen. In der Halle darf man fotografieren, dort stehen riesige verzierte Paradewagen. Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiJa, bei viel Sonne wäre so ein Schirm auch sehr schön. Unterwegs in BruneiDann heißt es Schuhe ausziehen und wir müssen die Rucksäcke, Taschen, Handys und Fotoaparate abgeben. Wohlverwahrt in einer großen Plastikbox, finden wir alles im Foyer wieder.Unterwegs in BruneiVorbei am Jubilee Park geht es zur Jame' Asr Hassanil Bolkiah Moschee. Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiSie ist nicht zu übersehen. Vier hohe Minarette und 29 goldene Kuppeln zieren die modernste Moschee der Welt. Unterwegs in BruneiPrunkvoll der Treppenaufgang, es gibt sogar eine Rolltreppe. Wir schauen uns draußen um, denn reingehen können wir nicht. Die Minarette sowie die gesamten Gebäude der Moschee sind reichhaltig verziert. Unterwegs in Brunei

Unterwegs in Brunei Unterwegs in BruneiDie Parkanlage ist schön und es gibt einen überdachten Steg, wo die Gläubigen ihr Schuhe abstellen können. Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiSchade, ich hätte die Moschee auch gern mal in den Abendstunden gesehen. Sie ist bestimmt gut ausgeleuchtet. Aber man kann nicht alles haben. Dann hätten wir den Abendausflug buchen müssen ...Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiDie Zeit ruft, es geht zurück zum Hafen. Die Sonne steht schon sehr tief und vergängt sich zwischen den Kuppeln der Moschee. 

Zurück an Bord ist erst mal eine Dusche fällig und dann suchen wir uns einen Platz vor der Anytime-Bar, treffen unsere Freunde auf ein Gläschen zum Sonnenuntergang. Unterwegs in Brunei

Unterwegs in BruneiEs war ein schöner Ausflug und wir freuen uns schon auf morgen, auf Kota Kinabalu/Malaysia.

Das Abendprogramm ist überschaubar. Essen im Calypso und dann ab ins Theater. Auf der Bühne steht heute Abend Südafrikas Superstar Kobus Muller. Unterwegs in BruneiEr trifft mit der Auswahl der Songs den Geschmack der Zuschauer und gut gelaunt verlassen wir das Theater.

Müde sind wir schon, aber es ist noch so schön, ein wenig draußen zu sein. Kleiner Bummel über das Deck, dann suchen wir uns ein Plätzchen vor der Anytime-Bar und lauschen Agnes, wie sie klassische Songs spielt. Ein wunderschöner Tagesabschluss. In der Ferne fährt ein Containerschiff vorbei, oder was es auch immer ist ... die Beleuchtung gibt dem ganzen Ding ein eigenartiges Aussehen.Unterwegs in BruneiAuf der Kabine mache ich noch eine Datensicherung meiner Fotos. Sicher ist sicher … oft habe ich gehört, dass Passagiere ihre Kamera oder das Handy verloren haben oder die Speicherkarte ist hin und futsch sind zig Fotos. Daher wird das jetzt noch erledigt. Gute Nacht, Wecker ist gestellt, Licht aus. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hallo Perlenfee,
toller Bericht und schöne Bilder, danke dafür .

Vielleicht verschlägt uns jetzt auch mal eine Tour mit der Aida dorthin.

LG
Marion

von Moritz1998 am 15. Februar 2019 um 16:20 Uhr

Ein interessanter Bericht über ein Land, von dem man ja sonst eher wenig hört oder liest. Doch durch die Schilderung deiner Erlebnisse hat man einen schönen Einblick bekommen. Interessant finde ich auch immer deine Beschreibungen über das Essen in fremden Ländern.

Danke dir dafür, liebe Perlenfee.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Übertragung der Reiseberichte in die neue AIDA-Lounge noch funktionieren wird. Leider tut sich da im Moment eigentlich noch gar nichts, Ende März soll hier ja Schluss sein. Und man selbst hat leider auch keine Möglichkeit, beide Profile miteinander zu verknüpfen ...

Noch einen schönen Sonntagabend und viele Grüße, Meerelfe

von Meerelfe am 10. Februar 2019 um 18:10 Uhr

Super tolle Bilder, und toll geschrieben Prima !!

von Autopilot am 09. Februar 2019 um 16:12 Uhr

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