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Reisebericht AIDAblu ´Seychellen und Madagaskar 3´ 03.12.-18.12.2018 Mein Tagebuch

von  DerWebster 06. Januar 2019 11:05
Reisebericht AIDAblu ´Seychellen und Madagaskar 3´ 03.12.-18.12.2018 Mein Tagebuch

03./04.12. Anreise Hamburg – Mahé


Die Reise startet meist auf dem Schiff, das Abenteuer beginnt allerdings vorher – Anreise von Bremen nach Hamburg mit der Deutschen Bahn. Die hatte schon mal 20min. Verspätung; kein Grund zur Besorgnis. Umsteigen am HH-HBF ohne Probleme, ebenso das Einchecken im Flughafen. Abflug mit 20min. Verspätung um 15.40h mit einer Boeing 777-300ER von Emirates.

Was für ein Service , was für ein Essen und eine Filmauswahl, für die der Flug ca. 2 Wochen zu kurz war. Landung um 1.00h Ortszeit in Dubai. Selbst um diese Zeit war hier mehr los, als am Bremer Flughafen zur Rushhour. Umsteigen in den nächsten Flieger, aber erst eine kleine Erkundungstour vom Gate B28 zum Gate A1. Zu Fuß hätte man wohl Wanderschuhe gebraucht, aber es gab ja den Pendelzug. Abflug um 2.50h – man ahnt es – mit 20min. Verspätung (hier war eindeutig was im Gange). Irgendwann zwischen 5.30h und 6.00h überquerten wir den Äquator. Ich schaute nach unten, aber es war zu dunkel, oder wir flogen einfach zu hoch. Jedenfalls habe ich ihn nicht gesehen. Ankunft in Mahé um 7.00h, vorher noch das Einreiseformular im Flieger ausfüllen und der freundlichen Dame im Terminal, mit nervösen und verschwitzten Händen überreichen. Ein unschuldiges Gesicht machen, gleichzeitig aber souverän auftreten. Ich bekam meine zwei Stempel in den Pass – Willkommen auf den Seychellen. Dann hieß es auf den Koffer am Gepäckband warten; so ca. 20min. – jetzt war ich mir sicher.

Vor dem Terminal – so nennen wir das Flughafengebäude mal – unzählige Kleinbusse und wild gestikulierende Anweiser, die alle Wartenden relativ schnell in einen der Busse verfrachteten. Bus … nun, es gibt solche und solche und dann diese hier. Circa 20 Sitze, keine Klimaanlage, dafür Schiebefenster und Null Federung. Los ging es zum Schiff. Wenn Politiker bei uns über Dieselfahrverbote und Feinstaub sprechen, dann haben sie noch nicht den morgendlichen Berufsverkehr in Victoria erlebt. Schon beim Einbiegen auf die Hauptverkehrsstraße wurde einem klar, hier hatten die Engländer mal ihre Finger im Spiel = Linksverkehr. Der erste Eindruck auf dem Weg zum Schiff: etwas chaotisch, Hupen kann auch eine Form der Kommunikation sein und es ist wahnsinnig grün. Jedem Hobbybotaniker würde das Herz aufblühen; im Wortsinn. Das Einchecken im Hafen im provisorisch errichteten Zelt, ging schnell und die gute Nachricht, meine Kabine war schon fertig – um 9.00h!! Also schnell einen Blick in selbige geworfen, das Sommeroutfit aus dem Rucksack angelegt und ab zum Frühstück. Satt und zufrieden saß ich im Bella Donna Restaurant und kam zu der Erkenntnis, dass ich schon an die 24 Stunden ohne Schlaf war (das Filmprogramm von Emirates war Schuld). Ich beschloss also meine Augenlieder einen Weile von innen zu betrachten – der Sandmann hatte gedroht, mich sonst von seiner Tour zu streichen. Um 15.00h war ich fit und einer der wenigen, die sich Kaffee und Kuchen genehmigten.

Der Nachmittag verlief ansonsten für mich ereignislos. Ich war mit dem Schiff vertraut und nachdem ich die klappernden Stellen meiner Kabine zum Schweigen gebracht hatte (Schraubenzieher und Tesafilm sei Dank), stand um 18.00h die Seenotrettungsübung an. Pflichtbewusst stand ich mit Rettungsweste und festen Schuhen in meiner Kabine und wartete auf das Startsignal: sieben Mal kurz, einmal lang. Dann meldete sich unser Kapitän Volker Baumgart zu Wort. Aufgrund der Temperatur von 29°C. und der Luftfeuchtigkeit von 86%, konnten wir auf die Rettungsweste verzichten. Tief enttäuscht legte ich sie ab und verstaute sie wieder im Schrank. Ach ja, eine weitere Info vom Kapitän – die Übung würde 20min. SPÄTER beginnen! Die verlief dann auch ohne nennenswerte Zwischenfälle, so dass wir um 19.00h Auslaufen konnten. Sanft schoben wir uns vom Kai weg und die vertraute Musik aus den Lautsprechern erklangen – ich war im Urlaub.


05.12. Seetag – Auf dem Weg nach Antsiranana


Um 7.45h begann der Tag für mich. Er hätte auch später beginnen können, aber das Frühstück wurde ab 8.30h angeboten und wie sähe es denn aus, wenn ich gleich am ersten Tag zu spät erscheinen würde? Nach der schon rituellen Stärkung: Earl Grey, Rührei, Brötchen, Joghurt und Obst, war um 10.00h mein erster Auftritt beim Dart; an meine Platzierung kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich begann mit meinem Bericht und nahm einen kleinen Snack zur Mittagszeit zu mir. Dann überkam mich bleierne Müdigkeit und zwang mich ins Bett – mein Protest war eher gering. Die üblichen Aktivitäten an Seetagen huschten unerkannt an mir vorbei. Immerhin schaffte ich es um 17.00h zur zweiten Partie Dart an diesem Tag, gefühlte 25 andere Personen auch. Ich verzichtete also auf meine Teilnahme und ersparte allen Anwesenden eine Enttäuschung - Hüstel.

Tagsüber wurde auf Deck 5 an den Rettungsbooten auf der Backbordseite Ausbesserungsarbeiten durchgeführt. Ein Großteil des Decks war zeitweise gesperrt. Nach dem Abendessen um 19.00h mein Highlight des Tages. Die Queen-Show: I want it all. Ich hatte die Show mehr als ein halbes Dutzend Mal auf unterschiedlichen Schiffen gesehen und was mir als erstes auffiel, es waren nur drei Sänger, statt der üblichen fünf. Die Show begann solide, steigerte sich gegen Ende und hatte zwei herausragende Punkte. Zum einen das Bühnenbild mit den beweglichen Videowänden. Tolle Bilder, sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt. Dann das letzte Lied, welches den Ausnahmekünstler Freddie Mercury auch in einem seiner letzten Videos zeigte: Show must go on. Auch wenn die Sänger gesanglich nicht mithalten konnten – was niemand kann – war es sehr bewegend für mich. Vielen Dank für diese tolle Show.

Um 21.30h noch das Offiziers-Shaken. Alle AIDA-Fahrer wissen es. Hier wurden nicht die Damen und Herren in Weiß durchgeschüttelt, sondern die Führungsriege griff selber zum Shaker und schüttete alles an Säften und Alkoholika zusammen, um gegen ein gewisses Entgelt, alle Mutigen betrunken zu machen.


06.12. Antsiranana, Madagaskar  Liegeplatz Antsiranana Port


In der Nacht wurde die Uhr eine Stunde zurück gestellt, vielleicht war ich deshalb schon um 8.30h auf Deck 5 und erlebte das Anlegen hautnah mit – natürlich hatte ich da schon eine Stunde gefrühstückt. Um 8.50h kamen 19! offizielle an Bord und um 9.02h wurde das Schiff zum Landgang freigegeben. Daran sollten sich die amerikanischen Behörden mal ein Beispiel nehmen. Vor dem Schiff hatten sich sämtliche geländegängigen Fahrzeuge (und was man dafür hielt) aus einem Umkreis von 50km versammelt und warteten auf zahlungskräftige Touristen.

Ich setzte dann gegen 9.30h meinen Fuß auf die viertgrößte Insel der Welt. Der Weg aus dem Containerhafen war schnell und unkompliziert. Das Hindernis folgte am Hafenausgang. Fliegende Händler mit handgefertigten Textilien, Jeep-Safaris zu den schönsten Stränden der Welt, aber das schlimmste waren die Tuk-Tuk Anpreiser. Auf einer Strecke von ca. 100m, musste ich 30 mal verneinen – oftmals mehrfach.

Ich bahnte mir meinen Weg, der mich Richtung Hauptstraße bringen sollte. Gleichzeitig der einzige, ohne knietiefe Schlaglöcher. Nach nicht einmal einer Stunde, war ich wieder auf der Blu. Um es vorsichtig zu formulieren – es war trostlos. Ich war schon in herunter gekommenen Teilen der Welt, habe auch leidvolle Momente und verzweifelte Menschen gesehen, aber das war einfach zu viel. Niemand hatte es sich ausgesucht hier zu leben, ich hatte hingegen die Wahl. Aber und damit hatte ich nicht gerechnet, ich hatte Postkarten und Marken bekommen. Nicht mal 50m vom Schiff entfernt, noch im Hafenbereich. 10 Karten und Marken für 10,- Euro, garantierte Beförderung und sichere Ankunft beim Adressaten nicht inbegriffen. Aber ich hatte sie und setzte mich voller Vorfreude aufs Pooldeck, wo ich sogleich mit meiner Korrespondenz begann.

Nach dem Mittag, bei dem ich einige der morgendlichen Delegation aus Zoll und Hafenbehörde traf, schrieb ich meine Karten weiter, diesen Bericht und las noch etwas. Allerdings verbrachte ich auch wahnsinnig viel Zeit mit nichts tun. Nach dem hastig eingenommenen Abendessen, um 19.00h das Auslaufen. Auf dem Terminal eine lustig tanzende und singende Menschenmenge. Mit La Ola wurden wir verabschiedet und schnell war um uns herum nur noch Finsternis. In der Ferne ein Gewitter, bzw. Wetterleuchten; ziemlich beeindruckend. Etwas weniger beindruckend Comidian David Werker, von dem ich noch die letzten 15min. im Theatrium mitbekam. Wenn Dieter Nuhr die Champions League ist – und für mich ist er das – dann wurde ich Zeuge der Kreis Klasse West, D-Jugend. Und so endete mein Tag und wieder einmal war ich nicht bei Crew meets Band …


07.12. Nosy-Be, Madagascar  Schiff auf Reede


Um 7.25h meldete sich der Kapitän. Das Schiff hatte Anker geworfen (oder besser fallen lassen) und die Tenderboote würden zum Ausschiffen vorbereitet. Ich hatte das Frühstück noch vor mir und saß recht verloren im Bella Donna Restaurant – die Ausflügler hatten wohl einen recht frühen Starttermin bekommen.

Unzählige Boote hatten sich rund ums Schiff versammelt. Teils für gebuchte Touren, andere wohl auf gut Glück. Ich bestieg gegen 9.30h den Tender und war 10min. später an Land. Hier das gleiche Bild wie schon in Antsiranana. Teils recht aufdringliche ´Verkaufstalente´, versuchten eine geführte Tour, oder eine Tuk-Tuk Fahrt an den Mann, oder die Frau zu bringen. Da wo ich herkomme, bedeutet Nein das, was es heißt. Hier war es das Signal, weiter zu fragen und mit bunten Prospekten vor der Nase rumzufuchteln. Nach 200m war das Gröbste überstanden.

Was in der Hafeninfo von AIDA als Rue oder Avenue bezeichnet wurde, ganz ehrlich, ich war schon auf besser ausgebauten Forstwirtschaftswegen unterwegs und Straßenschilder habe ich auch keine gesehen.

Ich drehte nur eine kleine Runde, weil ich mich unwohl fühlte – nichts gesundheitliches. Es war das Gefühl, hier nicht richtig zu sein, ein Eindringling in der Welt der Insulaner. Hier war ich der Ausländer mit anderer Hautfarbe. Ein beklemmendes Gefühl, das ich einfach nicht los wurde. Ich fühlte mich beobachtet und trat nach 1,5std. den Rückweg an.

Sicher tue ich den Menschen hier Unrecht, die vermutlich freundlich sind und sich etwas Geld mit was auch immer erhoffen, um besser zu leben, oder zu überleben. Ich habe bewusst darauf verzichtet jemanden zu fotografieren, nur ein paar schnelle Bilder und auch nicht von den Ecken, die mit dem vermeintlichen Insel Paradise im indischen Ozean, so gar nichts gemein haben. Zurück auf der Blu, musste ich erst einmal unter die Dusche. Wenn ich es bis jetzt noch nicht erwähnt haben sollte, es war durchweg warm – sehr warm. Noch nie kälter als 26°C (auch Nachts) und allein auf dem Rückweg im Tender, hatte es wohl an die 40°C.

Jedenfalls lief mir mein morgendlich Earl Grey aus allen Poren. Beim Mittag ein Moment, der meine Mundwinkel nach oben drückte. Ich war vor Madagascar, bei über 30°C und aß Schollenfilet Finkenwerder Art, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Dann schnappte ich mir wieder mein Buch und suchte mir eine ruhige Ecke – kein Kunststück, die Blu war fast menschenleer. Die wenigen Personen um mich herum, mussten mich für total bescheuert gehalten haben, als ich einen Lachflash bekam. Schuld war Torsten Sträters Buch: Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben. Ich sage nur Seite 134 das Kapitel über die Deutsche Bahn; ich muss schon wieder lachen. Das ich wieder bei Kaffee und Kuchen war, erwähne ich besser nicht – könnte sonst ein falscher Eindruck entstehen. Das Buch habe ich noch beendet und kann es uneingeschränkt empfehlen. Nach dem Abendessen in Asia Restaurant (das im übrigen Mittags NIE geöffnet war), beobachtete ich vom Pooldeck aus ein grandioses Naturschauspiel. Blitze und Wetterleuchten, wie ich es noch nicht gesehen hatte. Nicht nur Blitze von oben nach unten, wobei der fachkundige natürlich weiß, dass sich Blitze auch von Boden her aufbauen. Rechts, links und quer über den Himmel, es war unbeschreiblich. Zum Tagesausklang noch ein schneller Blick ins Theatrium. Travestie-Künstler(in) Kim Bärly gab sich die Ehre – meine Erwartungen waren gering; was mit einer Erfahrung aus der Vergangenheit zu tun hatte. Wie man sich täuschen kann! Was für ein Auftritt einer Künstlerin, die den Namen mehr als verdient hatte. Als 45min. Show angekündigt, wurden es 75min. und es hätte noch mehr sein dürfen. Kleine Geschichten aus dem Leben, derber Humor (die Gürtellinie schien zu verschwinden), tolle Interaktion mit dem Publikum, das nicht verschont wurde. Ich habe herzhaft gelacht und bei einigen Liedern sogar mitgesungen. Das Theatrium war bis auf den letzten Platz gefüllt und es standen 3er Reihen hinter den Sitzen. Ich freue mich auf die zweite Show … und das sage ich nicht oft.


08.12. Seetag – Auf dem Weg nach Toamasina


Morgenstund hat Gold im Mund und Blei im Heck; nicht so bei mir.

Nach der Hallo wach Zigarette auf Deck 5, ging ich ins vordere Treppenhaus und gönnte mir den Fahrstuhl zu Deck 11. Unterwegs stieg noch eine junge Dame ein. Nagelneue Sportschuhe, ein ebensolches Dress, Handtuch und Trinkflasche. Auf Deck 11 ging ich Richtung Pooldeck und sie selbstredend in den Sportbereich. Zugestiegen war sie auf Deck 10! Vermutlich war sie auf dem Weg ihre Kondition zu verbessern. Der weitere Vormittag lässt sich in ein paar Worten abhaken. Frühstück (natürlich), 10.15h Theatrium ´die neue Generation AIDA´, anschließend Ausflugspräsentation Port Louis, 11.30h Entenrennen Pooldeck (Siegerin ist namentlich nicht bekannt, ist aber neue stolze Besitzerin eines Badetuchs), Mittagessen im Bella Donna. Wo ich gerade so schön im Fluss bin. Nach dem Mittagessen eine Stunde ´geruht´, gelesen (neues Buch angefangen), Kaffee und Kuchen (sensationelle Zitronenschnitte), ruhigen Platz auf Deck 5 gesucht – Blick auf unendlich und Verstand auf null.

Abendessen im Asia Restaurant: Themenabend Indien (Tandori-Hähnchen in eigener Soße – zum Niederknien). Ich habe mir 3 (in Worten DREI) Teller geholt und nichts anderes probiert. Keine Show im Theatrium und dann setzte beim Blick in die AIDA heute mein Fluchtinstinkt ein. 21.30h Schlager Event: Ich find Schlager toll (äh, nein) mit DJ Jonny auf dem Pooldeck und im Anschluss, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, Schlager/Poolparty – wenn mich jemand sucht, ich bin im Bett … Gute Nacht.


09.12. Toamasina, Madagaskar  Liegeplatz Port of Toamasina Mole B


Unsere Liegezeit war von 8.00 bis 16.00h angegeben, aber das rückwärts einparken hatte etwas länger gedauert, so dass um 8.50h die Freigabe durch die örtlichen Behörden erfolgte (von denen ich Mittags wieder einige im Restaurant ausmachte).

Um es kurz zu machen, ich bin nicht an Land gegangen. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen war es wirklich warm, zum anderen verband ich mit den zwei vorangegangenen Häfen nicht die besten Erinnerungen und zum dritten, ein kostenpflichtiger Shuttle. Über die tatsächliche Entfernung bis zur Innenstadt und den für den Transfer von AIDA verlangten Preis, möchte ich lieber keine Worte verlieren; es könnte unschön werden. Also wieder Deck 5 und das Buch zur Hand.

Hier wurde ich dann Zeuge, wie der bordeigene Nikolaus in voller Montur, erst der heimischen Trachtengruppe musikalisch unter die Arme griff, um sich dann von amüsierten Gästen, bei seiner Mittagspause ablichten ließ.

Wie schon erwähnt, war ich zum Mittag im Markt Restaurant: Bratkartoffeln und Schnitzel in Eihülle, es sind die einfachen Dinge im Leben! Um 15.45h Offizier-Shaken auf dem Pooldeck, welches ab 14.00h teilweise gesperrt war; sehr zum Leidwesen der Sonnenanbeter. Vorher wollte ich noch ein winziges Stückchen Kuchen essen, kam aber gar nicht erst zum Sitzen. Das Knusperhaus, welches kurzerhand aus dem Shop ins Markt Restaurant gekarrt worden war, versperrte halbwegs den Durchgang, aber daran lag es nicht. Vorweihnachtliche Deko überall. Tannengirlanden, Nikolausstiefel, sogar die Kuchenstücke waren festlich verziert – mir war das einfach zu viel, auch wenn wir den zweiten Advent hatten. Das Offiziers Shaken stellte aber noch eine Steigerung dar. Pünktlich um 15.45h und unter den Klängen von Jingle Bells, Aufmarsch der Offiziere mit lustigen Nikolausmützen und Rentiergeweihen auf dem Kopf, während die Gäste mit Bikini und Badehose Spalier standen. Es ist manchmal nur ein kleiner Schritt von lustig zu lächerlich.

Meine aufgewühlte und verstörte Seele, beruhigte sich aber schnell wieder auf Deck 5, wo ich unter den vertrauten Klängen, dem Ablegen beiwohnen konnte. Der Kapitän informierte kurz vor dem Ablegen noch, dass es sich etwas verzögern würde, weil noch nicht wieder alle ´Schäfchen´ an Bord waren. Zudem verriet er noch, dass wir etwas früher in Mauritius eintreffen würden; auch wegen der umständlichen und teils langwierigen Einreiseformalitäten. Beamte waren auch schon an Bord, um jeden Pass einen hübschen Stempel zu verpassen. Hoffentlich hatten sie genug Stempelfarbe und kräftige Arme.


10.12. Seetag - Auf dem Weg nach Port Louis, Mauritius


Nach dem Frühstück hieß es wieder Deck 5. Stuhl, Buch, Wasser, Füße auf die Reling und in den Lesepausen, den Blick über dieses unfassbar blaue Wasser schweifen lassen. Natürlich war ich untröstlich, bis zum Mittag solche Angebote wie: Kartentreff, Fotoshooting, Tanzkurs, oder den Vortrag von Sylvia Gartner: Fit durch den Winter, nicht wahrgenommen zu haben. Bei dem Vortrag hatte ich kurz überlegt. Bin dann aber zu dem Schluss gekommen, mit viel frischer Luft, Vitamin C und einer Mütze, werde ich es wohl durch den Winter schaffen; wieder einmal. Den Nachmittag verbrachte ich ganz ähnlich, bis um 17.30h zur nautischen Stunde mit Kapitän Volker Baumgart gerufen wurde; okay, es stand in der Zeitung.

Eine Stunde stellte sich der erste Mann an Bord den Fragen der Gäste. Nach diesen 60min. war ich schwer beeindruckt, natürlich vom Wissen unseres Kapitäns, aber auch davon, dass er kein Blatt vor den Mund nahm. Er hat sogar drei Mal das Wort mit S-C-H benutzt. Ich habe viel aus dieser Stunde mitgenommen. Unter anderem, dass nur Kapitäne auf Schiffen mit maltesischer Flagge Trauungen abhalten dürfen. Auf AIDA-Schiffen geht es auch, allerdings müsste eine Person des zu trauenden Paares im Sterben liegen – sozusagen als Erfüllung des letzten Wunsches, oder das Schiff wurde zum Truppentransporter umfunktioniert – äh … ja.

Ab 21.30h hieß es dann Abschied nehmen von den Gästen, die uns in Port Louis verlassen würden und somit ihre 14 Tage rum hatten und ´Platz´ für neue Kreuzfahrer machten. Nach einem Gläschen Sekt (teils wieder Szenen mit Verdurstenden, die nach einer Saharadurchquerung die Oase stürmen), noch die AIDA-Stars mit ihrer ABBA-Show – allerdings ohne mich.


11.12. Port Louis, Mauritius  Liegeplatz Christian Decotter Cruise Terminal


Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass wir bereits gestern um 21.12h in Port Louis festgemacht hatten. Ob noch jemand von Bord gegangen ist, unwahrscheinlich, weil die Freigabe erst für Mitternacht vorgesehen war. Aber zum heutigen Tag. Einige Gäste hatten wohl einen recht frühen Rückflug. Ich sage nur Öffnungszeiten im Markt Restaurant 3.30 bis 4.45h. Ich war entspannt und ausgeschlafen um 8.30h beim Frühstück.

Dann ging es per Wassertaxi für 2,-US$ in die Innenstadt. Besser schlecht gefahren, als gut gelaufen. Vom Anleger ist es ein Katzensprung zur Le Caudan Waterfront. Wenn einem dieses Bild schon einmal begegnet ist, genau hier ist es.

In der Hafeninfo wurde dieser Konsumtempel als Besuchermagnet bezeichnet – ich war wohl recht früh dort. Im Dunstkreis dieser Anlage, befindet sich auch das Blue Penny Museum, mit der wohl berühmtesten Vertreterin dieser Insel. Mit dem Linksverkehr (wo die Briten überall waren), hatte ich mich bereits arrangiert, aber auch die Menschen gingen auf der falschen Seite. Ich ließ mich von der quirligen Menge durch die Straßen schieben und anders als auf Madagaskar, ohne ein ungutes Gefühl. Bauchschmerzen machte mir allerdings, dass ich zum Erwerb von Briefmarken auf die Landeswährung angewiesen war. Also habe ich US$ in Rupien getauscht (die Wechselstube ist sinnigerweise genau gegenüber dem Postamt), um dann die Wertzeichen zu erstehen; die übrigens nicht blau waren. Postkarten kann man fast überall erwerben und das Bezahlen ist meistens mit Euro oder US$ möglich.

Nachdem ich in einem kleinen Laden 17 Karten erstanden hatte (der Besitzer verabschiedete sich danach lächelnd in den Winterurlaub), ging es per Wassertaxi zurück zum Schiff. Den Rest des Nachmittags verbrachte ich mit Korrespondenz und Lesen. Ich wollte mir die touristischen Highlights für den morgigen Tag aufheben. Gegen Abend hieß es dann Schiff verdunkeln. Der heimische und sehr gefräßige Blatthornkäfer ging, bzw. flog um. Die Außenbeleuchtung wurde gedimmt, die Freidecks gesperrt, die Vorhänge vor den Außen- bzw. Balkonkabinen, sollten geschlossen werden. Der gemeine Blatthornkäfer ist dämmerungsaktiv und wird von Licht angezogen. Damit wir ihn nicht als blinden Passagier mit nach Réunion einschleppen, war diese Maßnahme von 18.15h bis 20.45h notwendig. Ich musste schmunzelnd an die Steinlaus von Loriot denken. Aber es gab eben den Hintergrund, würde ein Inspektor am Abreisetag diese Tierchen an Bord entdecken, konnte das Schiff am Auslaufen gehindert werden und hatte sich einer kostenpflichtigen Reinigung zu unterziehen; zeitliche Verzögerung inklusive. Diese Absprache besteht zwischen Mauritius und Réunion, da wohl schon ganze Ernten diesem kleinen Vielfraß zum Opfer gefallen sind. Ich fraß mich derweil durch das Asia-Restaurant, ohne nennenswerte Schäden zu hinterlassen. Um 21.20h dann der Holiday Sekt auf dem Pooldeck und Begrüßung der neuen Gäste durch General Manager Michael Klieverik und Entertainment Manager Dominik Meisterfeld. Ich wohnte der Veranstaltung nur kurze Zeit bei.


12.12. Port Louis, Mauritius


In der Nacht bekam ich Besuch von einem mir leider sehr bekannten ´Freund´. Montezuma sorgte für ausbleibenden Schlaf und hielt mich ganz schön auf Trab. Das zog sich leider den ganzen Tag hin und somit fiel mein zweiter Besuch in der Stadt ins Wasser. Ich schleppte, oder besser, lag mich durch den Tag und zweifelte, ob meine Teilnahme an der Seenotrettungsübung überhaupt möglich war. Da sie aber für alle verpflichtend war, riss ich mich zusammen und überstand sie unbeschadet, auch wenn ich danach unverhältnismäßig schnell wieder meine Kabine aufsuchen musste.


13.12. Le Port, La Réunion  Liegeplatz Pier 14 Port of Le Port


Um 7.45h meldete sich unser Kapitän und gab das Schiff zum Landgang frei. Eine etwas ruhigere Nacht lag hinter mir und so schaute ich vorsichtig beim Frühstück vorbei. Zwei trockene Brötchen und eine Cola, mehr wollte ich meinem Magen erst einmal nicht zumuten.

Danach suchte ich vorbeugend wieder meine Kabine auf, in der ich das Einreiseformular für die Seychellen vorfand. Nicht das ich ein ähnliches bereits bei Anreise im Flugzeug ausgefüllt und im Flughafen der netten Dame ausgehändigt, die meinen Pass dann abgestempelt hatte. Litten die Behörden hier an Verfolgungswahn, oder hatten Angst, jeder würde automatisch hier bleiben wollen? Ganz ehrlich, ich möchte die Person sehen, die sich all diese Formulare durchliest, bearbeitet, dann heftet und in Aktenordner ablegt. Zum Mittag ein weiterer mutiger Schritt Richtung Normalität. Ich ging ins Restaurant und nahm ein paar Chicken Nuggets, Ritz Cracker und eine Cola zu mir. Ein interessantes Gespräch mit einem Paar entwickelte sich und wieder einmal ging es auch um die neuen Schiffe – mit eindeutiger Meinung.

Auch der Nachmittag verlief (Gott-sei-Dank) für mich ereignislos. Ich schien die ständigen Besuche in der Keramikabteilung überstanden zu haben; wollte den Tag aber nicht vor dem Abend loben. Womit ich auch schon beim Abendprogramm wäre. Die AIDA heute nannte ihn einen Ausnahme-Tenor, der über Klassik, Pop oder Jazz, alles in seinem Repertoire hatte – insgesamt über 300 Titel. Zudem sei er ein geborener Entertainer. Begonnen hatte er seinen Auftritt mit dem Lied ´Once in a lifetime´, welches das ZDF zur Olympiade 2010 wohl für Einspielungen, als Hintergrundmusik gewählt hatte. Mit diesem Hinweis, schien er einen gewissen Bekanntheitsgrad seiner Person, namentlich Tobey Wilson, rechtfertigen zu wollen. Danach war er mehr damit beschäftigt Gästen Gratisgetränke bringen zu lassen (insgesamt 10), als sich seiner eigentlichen Aufgabe zu widmen. Für ´Nessum Dorma´ fehlte es an Stimme und Tiefe. ´Funiculi Funicula´ war eindeutig zu schnell für ihn und bei ´Can you feel the Love tonight´ aus Der König der Löwe, schien jeder getroffene Ton ein Zufallstreffer zu sein. Richtig schlimm wurden aber die letzten Lieder. Den unvergleichlichen Frank Sinatra, mussten selbst jetzt, lange nach seinem Tod, die Ohren geklingelt haben. Erst ´Fly me to the moon´ und dann ´New York, New York´ und als ich dachte es überstanden zu haben und er die Bühne verließ, riefen ein paar Gäste – vermutlich die mit den Freigetränken – nach einer Zugabe. ´My way´ ebenfalls von Frank Sinatra. Eigentlich fehlen mir dafür die passenden Worte. Ich versuchte verlorenen Schlaf nachzuholen und nicht weiter an diesen Auftritt zu denken.


14.12. Le Port, La Réunion


Nach einer erneut ruhigen Nacht, mein Körper schien alle normalen Funktionen wieder aufgenommen zu haben, saß ich um 8.30h beim Frühstück. Das Schiff war schon deutlich geleert und so hatte ich endlich Gelegenheit, mein Einreiseformular für die Seychellen an der Rezeption abzugeben. Da hatte sich seit dem Zustieg der neuen Gäste, eigentlich immer eine kleine bis mittelgroße Schlange gebildet. Meistens ging es (soweit ich es mitbekommen habe) umso lebensnotwendige Fragen wie Internet und die richtige Einstellung beim Handy. Für viele scheint die Verbindung nach Hause wichtiger zu sein, als der Urlaub. Warum sie dann überhaupt wegfahren, bleibt wohl eine unbeantwortete Frage. Ich für meinen Teil ließ mich recht vereinsamt auf Deck 5 nieder und las mein Buch weiter. Gegen 12.30h dann ein kurzer aber heftiger Schauer. Bedeckt war es schon den ganzen Vormittag, jetzt war es zudem auch noch deutlich abgekühlt. Das Thermometer zeigte frostige 23,8°C und ich ohne Schal … 15.30h – dem heftigen Schauer folgte ausgiebiger Dauerregen und die Frage, warum es trotz der hohen Temperaturen hier so unfassbar grün war, damit auch geklärt. Und es war noch kälter geworden – 22,7°C. Zu Kaffee und Kuchen wurde das Asia Restaurant (bekanntlich nicht das größte), schnell an seine Belastungsgrenze gebracht. Alle schienen sich nach einem Heißgetränk zu sehnen. Hier tat sich wieder einmal die Schwachstelle beim Tee hervor. WARUM wurde – und wird auf den neuen Schiffen – immer noch der lose Tee, UM den Zapfhahn für heißes Wasser platziert? Die bastelfreudigen Selbst-zusammen-Bauer ihres gewählten Geschmacks, standen allen anderen, die z.B. auf Teebeutel zurück greifen, im Weg. Und warum sind die obersten Teefächer in fast 1,80m Höhe angebracht? Es muss nicht selten über Kopf gearbeitet werden und schnell sieht es an der Station aus, wie auf einem Schlachtfeld. Wenn dann  eine Servicekraft noch für Sauberkeit sorgen will, ist das Chaos perfekt. Wie überall gilt auch hier: Was vielleicht hübsch und wunderbar symmetrisch aussieht, muss noch lange nicht praktisch sein. Um 17.00h verließen wir den Hafen und steuerten nicht nur auf den Ausgangspunkt meiner Reise zu, sondern auch auf besseres Wetter – zumindest machte der hellblaue Streifen am Horizont Mut.

Am Abend die Show: ´Can you feel it´ im Theatrium. Eine wilde Disco Show mit Chartstürmern aus den 70ern. Fragwürdige Kleidung versetzt einen nicht zurück in die 70er (die wenigsten möchten das auch) aber okay. Trotzdem eine solide Darbietung, aber warum müssen Sänger(innen), gerade aus den USA immer so Schreien? Aus dem anfänglichen Trio der Sänger, war auf wundersame Weise ein Quartett geworden. Da hatte man wohl noch einen auf Deck 3 gefunden. Wie gesagt eine solide Vorstellung, mehr leider nicht.


15.12. Seetag – Auf dem Weg nach Mahé


Das Wetter war gut und der Seegang so, dass man endlich von einer Seereise sprechen konnte. Nichts wildes, aber wenigstens bewegten wir uns hin und wieder mal in eine andere Richtung, als immer nur stur vorwärts. Um 10.00h die Durchsage des Kapitäns. Trotz Mitteilungen in der Zeitung und bei Borddurchsagen, hatten es einige ´Schnarchnasen´ (seine Worte) nicht geschafft, ihre Reisepässe an der Rezeption abzugeben. Entweder würde das umgehend passieren, oder Einreise und damit die Landausflüge auf den Seychellen, hatten sich erledigt. Dann noch etwas über Geschwindigkeit, Wassertiefe, Entfernung zum Land und welches bzw. wo es gerade war. Mir wurde Kapitän Volker Baumgart noch sympathischer. Geradeaus und kein Blatt vor den Mund, wobei er natürlich völlig recht hatte. Mein Tag verlief ansonsten unspektakulär bis langweilig und natürlich verpasste ich wieder eine Unzahl an Angeboten. Da wäre zum ersten das Alleinreisenden Frühstück mit den Gastgebern; dass Wort hatte schon etwas deprimierendes. Küchenführung, Wikingerschach, Tanzkurs, Schnuppertauchen im Pool (da hatte ich mich etwas geärgert, weil ich das gerne gesehen hätte), Bar Aktion: Oriental Christmas(?), Rubbellos-Mania und noch viele andere Dinge. Ich schleppte mich in den Lesepausen von Deck 5 in die verschiedenen Restaurants und war damit voll ausgelastet. Am Abend hing dann das Grauen an meiner Tür, in Form der Abreiseinformation. Jetzt war es also amtlich, auch diese Reise würde einmal zu Ende gehen.

Vorher schaute ich mir aber noch im Theatrium Pianist Thomas Jagusch meets AIDA-Stars an. Begleitet vom Klavier wurde Klassik, Musical, Tanz und Akrobatik präsentiert. Unterhaltsame 45min. und schade für die beiden Sänger, die zwei Mädels hatten stimmlich eindeutig die Nase vorne!


16.12. Seetag – Irgendwie immer noch auf dem Weg nach Mahé


3. Advent, bedeckt und wenn man es nur vom Schiffsinneren betrachtete, hätte man auch in der Nordsee unterwegs sein können; ein Schritt aufs Pooldeck und es war klar, dem war nicht so – nicht bei 28°C.

Trotz der Möglichkeit auszuschlafen, war ich um 8.30h im Bella Donna (eher ging nicht, machte ´erst´ um 8.30h auf!). Das Frühstück schmeckte wieder gewohnt und ich ließ mir entsprechend Zeit. Dann beendete ich mein zweites Buch: Alex Kershaw – Der Befreier. Die Geschichte eines amerikanischen Soldaten im zweiten Weltkrieg. Sehr gut geschrieben, berührend und zugleich erschreckend, wenn auch hin wieder mit etwas viel Pathos – aber wir sprechen hier von Amerikanern. Ich platzierte es in der Bibliothek in der AIDA-Lounge und nahm gleich Ersatz mit. Normalerweise komme ich mit zwei Büchern aus, diesmal gab es aber außergewöhnlich viel Zeit für mich zum Lesen. Wo ich schon einmal da war, nahm ich auch gleich meinen Reisepass mit, der ebenfalls in der Lounge ausgegeben wurde. Wahnsinn wie viele Stempel ich gesammelt hatte! Wegen des launischen Wetters, wurden einige Aktionen nach innen verlegt und es gab noch reichlich Plätze auf den Freidecks. Um 14.20h die schiffsweite Durchsage an das medizinische Einsatzteam, auf Deck 12 zu kommen. Der Grund war mir nicht bekannt, aber ich hoffte auf einen glimpflichen Ausgang. Von der Rezeption hatte ich die Nachricht per Brief erhalten, dass ich noch ein gewisses Bordguthaben hatte und das haute ich nach Kaffee und Kuchen im Shop auf Deck 9 auf den Kopf. Ich ließ richtig die Kuh fliegen und hatte nach einer Minute 5 Postkarten und eine gelbe Kaffeetasse. Ich ließ mir allerdings bestätigen, dass man daraus auch Tee trinken kann. Am Abend dann, nachdem ich wieder mal im Asia-Restaurant gespeist hatte, die Show im Theatrium: ´Musical Dreams´. Die ersten 25min. verliefen recht schleppend, doch dann wurden die Klassiker von West Side Story ausgepackt und das Publikum geriet in Wallung. Auch bei Les Miserables waren alle voll dabei. Für meinen Geschmack wurde etwas häufig das Trapez von den ebenfalls anwesenden Artisten mit eingebaut – zumindest wurde es versucht. Dafür wäre eine eigene Show, oder zumindest ein kompletter Part besser gewesen; aber ich will auch nicht immer nur meckern!


17.12. Mahé, Seychellen  Liegeplatz Mahé Quay North


Liegezeit ab 8.00h. Um 7.56h die Durchsage unseres Kapitäns, dass die Behörden das Schiff freigegeben hatten – Punktlandung würde ich sagen. Nach dem Frühstück machte ich mich auf in die Stadt Port Victoria. Aus dem Hafen bis zum Kreisverkehr (auch hier wieder aberhunderte Falschfahrer), dann halbrechts und schon ist man mehr oder minder beim Wahrzeichen der Stadt, dem Clock Tower.

Gar nicht so leicht von dem ein Foto ohne Autos, Bussen oder Lastwagen davor zu bekommen. Ach ja, so nah am Wasser, eingerahmt von immer grünen Bergen, da darf man eine Brise von frischem Fisch, den Duft von unzähligen Blumen und das Zwitschern exotischer Vögel erwarten – aber nicht hier. Es geht hektisch zu und auch wenn man hier auf Touristen eingestellt ist, sie spielen nur eine untergeordnete Rolle; zumindest hier in der Hauptstadt.

Lustig überall die Weihnachtsdekorationen zu sehen, obwohl es eigentlich keine Überraschung ist, die prägende Religion ist katholisch. Es war sehr drückend und von den Bergen her, nahte das Unheil in Form von flüssigem Sonnenschein; wie der Kapitän es immer nannte.

Gegen Mittag war ich zurück an Bord, keine Sekunde zu spät, weil es wolkenbruchartig anfing zu schütten. Ich war wieder einmal selig, hatte ich doch tolle Postkarten samt Marken erstanden. Eigentlich erledige ich meine Korrespondenz immer auf dem Pooldeck, doch da war jeder überdachte Platz bereits belegt.

Also bin ich ausnahmsweise mal in die Kabine gegangen. Hat eine Weile gedauert, aber 16 Karten wollen auch erst einmal mit individuellen Texten versehen werden (die freundliche Dame an der Rezeption, sah mich bei der Abgabe schon etwas ungläubig an). Dann noch etwas auf Deck 5 den immer wiederkehrenden Regen beobachten, um mir vor dem Abendessen langsam Gedanken über meinen Koffer und den noch fehlenden Inhalt zu machen.

Bei Abreise auf dem Schiff ist es ja leichter, als vor der Reise zu Hause. Schränke und Koffer auf und alles bis auf die Kleiderbügel hinein; okay – Rettungsweste und Safe nehme ich meistens auch nicht mit. Im Restaurant natürlich die traditionelle Torte – wieder nicht probiert – und irgendwo gab es auch Hummer.

Was die Abschiedsparty betrifft, so kann ich leider nur vermuten, ob sie in geplanter Form auf dem Pooldeck stattgefunden hat. Zum einen gab es nämlich immer wieder Regen und zu anderen, würde mein Abreise mit dem Frühstück um 4.30h beginnen; keine Zeit für ausgelassene Partystimmung!


18.12. Abreise  Flug von Mahé über Dubai nach Hamburg


Um 3.30h sollte mich ein Anruf wecken – ich wartete bereits hellwach auf das Klingeln. Meinen Koffer hatte ich Abends vor der Kabine platziert, weil eine Mitnahme in den kleinen Bussen nicht möglich war. Das Handgepäck machte teilweise schon Probleme. Beim Frühstück im Markt-Restaurant, konnte man fast eine Stecknadel fallen hören. Viele müde Gesichter und eine gefräßige Stille. Um 5.35h verließ ich die Blu und ergatterte einen der letzten Plätze im abfahrbereiten Bus. Der fuhr uns sicher und klimatisiert zum International Airport (dazu gleich noch etwas).

Im ´Gebäude´ wartete schon das Gepäck auf uns und ein sehr freundlicher und perfekt Deutsch sprechender Einweiser, geleitete fast jeden einzelnen zum Check in. Hier gab es dann die Bordkarten und der Koffer verschwand auf dem Fließband. Die Sicherheitskontrolle, verlief der Uhrzeit entsprechend. Müde und noch etwas unmotivierte Beamte, winkten einen durch den Metalldetektor und schauten sich auf dem Bildschirm das geröntgte Handgepäck an. Ich habe hinter der Kontrolle Gäste gesehen, die eine volle Einliterflasche Wasser von AIDA außen am Rucksack hatten – so viel zum Thema erlaubte Mitnahme von Flüssigkeiten! Der Abflugbereich war schon etwas Besonderes. Aus Spaß habe ich mal die Zeit genommen, die ich von einem Ende zum anderen benötigte. Es waren genau 55 Sekunden und ich bin langsam gegangen und musste hier und da jemandem ausweichen. Es gab drei Gates, oder besser gesagt, drei Türen auf das Vorfeld. Langsam füllte es sich und die Plätze wurden knapp, dafür nahm die Lautstärke zu.

In der ersten Etage gab es einen Bereich, den ich jetzt noch als Geheimtipp bezeichnen möchte – Ruhe und reichlich Platz; zudem eine Spielecke für Kleinkinder. Unsere Maschine war pünktlich, zumindest bei der Landung. Der Abflug verzögerte sich, weil das tatsächliche Gewicht nicht mit den Papieren überein stimmte. Ein Flieger randvoll mit Kreuzfahrern, die eine zweiwöchige Tour hinter sich hatten – wie sollte es da Gewichtsprobleme geben?

Mit einer Stunde Verspätung hoben wir ab und ich machte mich sofort wieder daran, das Angebot an aktuelle Kinofilmen zu erforschen. Es gab wieder reichlich zu Essen und zu Trinken und viele aufmerksame und freundliche Flugbegleiter. Die Piloten kamen aus Frankreich und Italien, was sollte man auch sonst bei Emirates erwarten? Ich muss leider gestehen, dass ich bei einigen Durchsagen auf Englisch so meine Probleme mit den Dialekten hatte.

Ankunft in Dubai bei strahlendem Sonnenschein und kaum 45min. Zeit die Maschine zu wechseln. Am Gate standen aber schon Mitarbeiter und wiesen jedem den richtigen Weg. Da kann ich nur sagen, Servicewüste Deutschland. Kein Wunder das die Fluglinie und auch der Flughafen, jedes Jahr in den Top 10 einen vorderen Platz einnehmen.

Weiter ging es mit einem A380-800 und einem Stau auf dem Rollfeld. Im Minutentakt hoben hier Maschinen ab und um 12.45h Ortszeit, nahmen auch wir den Heimweg von 3245 Meilen in Angriff.

Was ich während des Fluges gemacht habe, brauche ich wohl nicht mehr erwähnen. Landung in Hamburg bei typischem Wetter und 20°C weniger. Meinen Koffer hatte ich relativ schnell und nachdem ich die Winterjacke angezogen hatte, ging es auch schon mit dem Zug nach Bremen – Ankunft um 21.41h. Meine letzte Reise im Jahr 2018 lag hinter mir und das Auf AIDAsehen, hatte ich schon vor über 15 Stunden gesagt …

Danke für den schönen Bericht. Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert.

von Mmo1972 am 06. Februar 2019 um 17:33 Uhr

Hallo Webster,
Danke für den tollen Bericht, gepaart mit schöner Ironie. Habe mich bestens unterhalten gefühlt.
Liebe Grüße aus dem schönen Rheingau
Ulrike

von luckina am 30. Januar 2019 um 07:43 Uhr

Ja, herzhaft gelacht habe ich. Das Umfeld schaut schon sehr fragend. Das mit dem Sekt und den Schlagern teile ich absolut....

von tanzmaus3 am 13. Januar 2019 um 18:40 Uhr

Hallo Webster, ein weiterer amüsanter, witziger Reisebericht! Deine ironisch/sarkastischen Bemerkungen treffen genau meinen Geschmack in puncto Humor. Vielen Dank für diese unterhaltsame Lektüre. Viele Grüße, Ingrid

von ingibabes am 07. Januar 2019 um 22:11 Uhr

Moin Markus ,
wieder einmal toll geschrieben. Hatte fast das Gefühl dabeigewesen zu sein. Haben das ein oder andere mal herzhaft gelacht.
Aber wenig gedartet , oder ?
Hoffe das wir uns dieses Jahr noch treffen auf der Luna !!!!
Lieben Gruß von Helga und Thomas

von HelgaS am 06. Januar 2019 um 19:44 Uhr

Hallo Webster, vielen Dank für diesen tollen und launigen Reisebericht. Da ist man direkt dabei,Das war sehr schön zu lesen. Viele Grüsse nach Bremen aus Hamburg von Maremarie

von maremarie am 06. Januar 2019 um 18:29 Uhr

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