Traumhafte Landschaften in Nordeuropa

von  catlady_muc 15. September 2012 16:06
Traumhafte Landschaften in Nordeuropa

Durch den majestätischen Geiranger-Fjord fahren, vom Floien auf Bergen schauen, am Nordkap stehen, in Island die Geysire und Erdspalten bewundern sowie Nessie im Loch Ness suchen ... eine wunderbare Reise mit der AIDAmar im August 2012.

18.08.2012 Hamburg
Was für ein traumhafter Reisebeginn! Kaiserwetter, eine auf uns wartende AIDAmar und die Hamburger Cruise Days mit blau illuminierter Kulisse und einer Kreuzfahrschiff-Parade auf der Elbe. Es hätte schöner nicht sein können.


Meine Kusine mit Mann kommt ziemlich zeitgleich im Hafenterminal an. Es ist die Geburtstagsreise für ihn, er wird 60, wobei jeder denken würde, es müsse max. der 50ste sein. Wir checken ein, dürfen aber noch nicht auf's Schiff. Also machen wir uns auf, am Hafen vom Cruise Center Altona aus Richtung Speicherstadt zu gehen und zu schauen, was die Cruise Days so bieten. Entlang des Ufers sind zahlreiche "Fress-Buden", Bierstände und sonstiges aufgebaut. In der Fischmarkthalle, die durch ihre Architektur sehr sehenswert ist, findet eine Kreuzfahrer-Messe statt. Man könnte hier alle möglichen Kreuzfahrten buchen. 




An den Landungsbrücken wird die große Hafenrundfahrt mit Fahrt durch die Speicherstadt angeboten. Wir greifen zu und werden u. a. auch an den anderen Kreuzfahrschiffen vorbei geschippert. Nur die Deutschland sehen wir nicht, sie liegt irgendwo abseits, wo die Hafenrundfahrt nicht hinkommt.


Danach machen wir uns auf den Rückweg zur AIDAmar, sind gegen 16:30h an Bord. Zu meiner großen Freude kann ich die Wellness-Oase noch problemlos buchen, online war das nicht mehr möglich gewesen.

Der Ablauf des Abends ist vorprogrammiert, denn um 19:15h soll die SNRÜ stattfinden. Danach legt die Mar ab und fährt zum Grasbrook-Terminal um sich in die Schiffsparade einzureihen. Daher gibt es schon ab 17:30h Essen, was uns gelegen kommt, hatten wir doch kein Mittagessen.

Die Fahrt zum Treffpunkt der Parade ist beeindruckend. Das Ufer säumen hunderttausende Zuschauer. In der untergehenden Sonne glitzert die Elbe und die blauen Neonröhren an Schiffen und Gebäuden beginnen zu leuchten. 






Am Treffpunkt wenden wir und fahren dann mit der Deutschland, der MSC Lirica und der Astor hinter uns im Konvoi. Vor uns ist die Columbus 2, die die Parade anführt. Das beeindruckendste für mich sind die vielen vielen kleinen Boote, die uns umschwärmen und deren Positionslampen einen leuchtenden Lichterteppich auf der Elbe bilden. Zusammen mit der blauen Lichtinstallation des Hafens ergibt das ein unvergessliches Bild. Es ist einfach unglaublich schön. An verschiedenen Stellen werden imposante Feuerwerke gezündet während wir langsam die Elbe hinab gleiten und unsere Reise in den hohen Norden antreten.








Die Nacht ist sehr warm und wir amüsieren sich bestens bei der Welcome-Party an Deck mit anschließender Lasershow.

Was für ein toller Reiseauftakt!


19.08.2012, 1. Seetag, Fahrt nach Bergen
Heute ist Alberts Geburtstag. Im Internet habe ich eine kleine Deko beschafft, die wir gleich früh an ihrer Kabinentür anbringen und die so große Begeisterung auslöst, dass sie sie bis zum Abend des folgenden Tages hängen lassen.


Nach dem Frühstück hören wir der Ausflugspräsentation zu. Außerdem ist ein Lektor an Bord, der Land und Leute der einzelnen Ziele detaillierter vorstellen wird und auch teilweise das Ein- und Auslaufen kommentiert. Er scheint ein rechter Abenteurer gewesen zu sein, hat zum Beispiel ein Jahr bei den Rentiersamen gelebt, auf einem Robbenfänger angeheuert und vieles mehr. Sehr spannend, wenn er von seinen Erlebnissen berichtet, zumal er sehr viele - und sehr gute - Bilder dazu zeigt.

Das Wetter auf der Fahrt nach Bergen ist prächtig und das Meer glatt wie ein Ententeich. Ein Seetag wie aus dem Bilderbuch. Dazu die wunderschöne AIDAmar, bei der ja alles noch ganz neu ist.




Unser erster Seetag findet abends mit dem mehrgängigen, leckeren Geburtstagsessen im Rossini einen krönenden Abschluss.


 

20.08.2012, Bergen
Der Himmel ist grau und wolkenverhangen, als ich früh um halb sechs aus dem Fenster über die Schärenlandschaft blicke. Hoffentlich bleibt der prognostizierte Regen aus bzw. kommt erst abends.


Kurz vor 8 Uhr liegt die AIDA vor Anker. Nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Nach dem Frühstück warten wir noch eine zeitlang, bis sich die Morgennebel etwas verzogen haben. Dann bummeln wir durch die Stadt. Wir waren schon einmal in Bergen und freuen uns jetzt, alles bei recht schönem Wetter nochmals zu sehen und fotografieren zu können.






Die Holzhäuser der ehemaligen Hanse sind überaus malerisch. Auch diesmal fahren wir auf den Floien, haben aber eine bedeutend bessere Sicht als das letzte Mal. Die AIDAmar liegt äußerst dekorativ am Pier.


Nachdem wir vier Stunden lang durch die Stadt gelaufen sind, gehen wir zurück und kommen gerade noch rechtzeitig bevor die Restaurants schließen.

Meine Kusine hat derweil eine Soft-Radtour mit AIDA unternommen, bei der man viel von Bergen zu sehen bekam. Auf dem Floien waren sie aber nicht.

AIDA setzt offenbar immer mehr auf Programme für Mode und Gesundheit, auch bei dieser Reise sind entsprechende Fachreferenten an Bord. Abends wird eine Modekollektion für reifere Frauen vorgestellt. Kleidung, die - schwupp - den Bauch wegzaubert. ;-)) mit anschließendem Verkauf vor dem Shop, versteht sich. "Leider" ist vor dem Shop auch ein großer Tisch mit umfangreicher Pandora-Präsentation aufgebaut, an dem ich nicht vorbei komme. Auf so einem Armband ist immer Platz für neue, hübsche Dinge... Damit schaffe ich es erfolgreich, unsere Bordrechnung großzügig zu erhöhen. Wie es Reisende schaffen, mit Bordrechnung NULL von Bord zu gehen, ist mir ein Rätsel. Keinen einzigen Drink, kein Foto, kein Pandora ;-))))) - welch ein Jammer.
 
 
21.08.2012, Geiranger
Als wir um 7:30h zum Frühstück gehen, liegen wir bereits am einzigen Pier vor Hellesylt. Hier gehen die Passagiere von Bord, die einen Ganztagsausflug gebucht haben. Neben uns liegt die MSC Magnifica, deren Gäste getendert werden.






Es ist wolkenverhangen, regnet aber nicht - und was noch viel wichtiger ist: kein Nebel, der uns bei der folgenden Einfahrt in den Geiranger-Fjord die Sicht trüben könnte! Auch die Temperatur ist akzeptabel, es hat so ca. 15 Grad.

Die AIDAmar gleitet vorbei an hohen Felsen mit rauschenden Wasserfällen. Besonders beeindruckend sind die sog. "sieben Schwestern", sieben dicht beieinander liegende Wasserfälle, die aus großer Höhe hinab stürzen.




Im Geiranger-Fjord haben wir Gesellschaft von zwei weiteren großen Schiffen: der MSC Magnifica und der Costa Deliziosa.

Vom Schiff aus haben wir einen guten Blick auf die Adlerkehren, eine Serpentinenstraße, die hinauf zu dem Aussichtspunkt führt, den wir gleich auch bei unserem Ausflug "Adlerkehren und Dalsnibba" besuchen werden.

Mit dem Tenderboot werden wir an Land gebracht und gleich einem Bus zugewiesen. Der Ausflug dauert 3 Stunden und wird uns auch auf den 1.500m hohen Berg Dalsnibba bringen, von dem aus man einen schönen Blick ins Tal haben soll.


Hinauf geht es im Zick-Zack über die Adlerkehren. Im Fjord sammeln sich derweil tief hängende Wolken und Dunst steigt auf. Minütlich wird die Sicht schlechter und es regnet. An der Aussichtsplattform angekommen, finden die dort angebotenen gelben Ölhüte schnell Käufer. Die meisten gucken enttäuscht, im Dunst sind Fjord und Schiffe schlecht zu sehen. Es sieht so aus, als würde es sich völlig zuziehen.



Kaum fahren wir die Adlerkehren wieder herunter, wird es ein wenig besser und als wir unten sind, ist vom Dunst nichts mehr zu sehen. meine Kusine erzählt später, dass sie eine prima Sicht hatten - sie waren im Bus nach uns. So schnell wechselt das Wetter hier!

Wir fahren jetzt durch die abwechslungsreiche Landschaft zum Dalsnibba hinauf und machen unterwegs noch an einem weiteren Aussichtspunkt halt, von dem aus wir den Fjord und die Schiffe ganz wunderbar fotografieren können.


Oben auf dem Dalsnibba angekommen macht sich auch hier zunächst Enttäuschung breit. Wolken und Nebel verdecken alles. Ich fotografiere ein paar Steinhaufen im Nebel ...


und gehe ein wenig an der Brüstung entlang - und siehe da, plötzlich ist der Nebel weg, die Wolken reißen auf und man sieht bis ins Tal. Wunderschön! Es ist eine atemberaubende Aussicht! Was haben wir für ein Glück!


Zurück in Geiranger spazieren wie durch das 240-Seelen-Dorf. Ein paar nette, malerische Häuschen mit Cafés und Andenkengeschäften. Nach wenigen Minuten sind wir durch und fahren mit dem Tenderboot zurück zur AIDA.

Das Auslaufen wird wieder vom Lektor kommentiert, der ein paar nette Geschichten zu Trollen und den sieben Schwestern erzählt. Stellenweise sieht man kleine Fetzen mit blauem Himmel und einzelne Sonnenstrahlen beleuchten die eindrucksvolle Landschaft.




Es war wunderschön hier!


22.08.2012, 2. Seetag, Fahrt zum Nordkap

Die morgendliche Durchsage des Kapitäns macht Hoffnung aus schönes Wetter am Nordkap, so dass wir hoffentlich keine Fotos von einer im Nebel versinkenden Weltkugel machen müssen. Der Lektor hat in seinem Nordkap-Vortrag einige Beispielbilder dabei, wie wir das Nordkap garantiert nicht sehen möchten. ;-))))

Großereignis heute ist die Überquerung des Polarkreises. Man kann sich von "Neptun" taufen lassen und bekommt ein Zertifikat der Überquerung. Das Deck ist zum Bersten voll, offenbar möchten viele das Zertifikat mit nach Hause nehmen.


Abends sehen wir die Show "Kauri", die eigens für die AIDAmar konzipiert wurde und nur auf ihr aufgeführt wird. Überaus phantasievolle Kostüme, tolle Farben und Hintergründe sowie eine mitreißende Musik. Tanz, Gesang und Akrobatik in perfekter Mischung.


23.08.2012, Nordkap

Vormittags lande ich zufällig zur Kids-Fragestunde im Theatrium. Es ist zum Piepen lustig. Drei Offiziere sitzen am Bühnenrand und stellen sich den Fragen der Kinder aus dem Kids-Club. "Müssen Sie Ihr Bett selber machen?", "Wie groß sind die Schiffsschrauben?" und - nachdem gefragt wird, wie lange die Ausbildung gedauert hat, kommt die Frage "Haben Sie ein Talent?". Stellenweise sind die Offiziere ratlos, etwa bei der Frage nach der Schuhgröße des Kapitäns, andere Fragen wie "Wieviel kostet eine Tankfüllung?" wollen sie nicht genau beantworten. Eine super lustige Fragestunde, ich kann nur empfehlen, sich die einmal anzuschauen.



Um 16 Uhr passieren wir das Nordkap bei schönstem Sonnenschein und klarer Sicht. Man kann die Weltkugel oben gut erkennen und die wenigen Personen, die gerade oben sind. Für sie muss es ein schönes Erlebnis sein, unser großes Schiff unten vorbei ziehen zu sehen. In wenigen Stunden wird sich die Idylle oben schlagartig ändern, denn so ziemlich alle Passagiere wollen mit den Ausflugsbussen hinauf. ;-)))





Wir legen gegen 18 Uhr in Honnigsvag an. Die Sonne scheint auf die Bucht und die malerischen Häuschen, ein sehr schöner Anblick.





Das Abendessen ist heute vorgezogen, gilt es doch, in Intervallen insges. ca. 2.000 Passagiere zum Nordkap und 1 1/2 Stunden später wieder zurück zu befördern. Logistisch eine ziemliche Herausforderung. Da Passagiere offenbar dazu neigen, ihre Busnummer zu vergessen, bekommt jeder einen kleinen Aufkleber auf seine Jacke. Unser "Abmarsch" ist gut durchorganisiert und klappt reibungslos. 45 Min. dauert die Fahrt zum Kap. Unterwegs sehen wir sogar eine kleine Gruppe Rentiere.

Am Kap gehen wir vor zur Weltkugel, machen die obligatorischen Fotos, lassen uns vom AIDA-Fotografen ablichten und bewundern die Wolkenformationen. Ich hatte auf einen roten, schönen Sonnenuntergang gehofft, aber inzwischen ist das Wetter sehr wechselhaft und die Sonne ist hinter vielen Wolken verborgen.







Helmut hat sich an Bord noch eine Mütze und Handschuhe gekauft und ist sehr froh darum. Wir haben beide mehrere Kleidungsschichten an, auch ich habe Handschuhe und meine Jacke hat eine Kapuze. Der starke, eiskalte Wind pustet jeden gut durch. Es ist affenartig kalt! Lange hält man es draußen nicht aus.

Als wir uns zur angegebenen Rückfahrzeit am Ausgang der Nordkaphalle einfinden, warten hier schon zahlreiche Gäste, deren Busse offenbar bisher nicht gekommen sind. Es herrscht ein unglaubliches Gedränge. Dann sind auf einen Schlag sechs Busse da und wir sind 25 Minuten später als geplant auf der Rückfahrt. Wir sind froh, dass wir die frühestmögliche Hinfahrt gebucht hatten, denn die Sonne geht jetzt, Ende August, schon unter. Die Gäste, die eine der späteren Fahrt zum Nordkap gebucht haben, kommen erst an, als wir schon wieder zurück fahren. Zwar sehen sie immer noch ein Streifen hellen Himmels, aber insgesamt ist es ab ca. 21.30h doch schon relativ finster.





Am Schiff ist für 23.00h die große Nordkap-Party geplant. Allerdings ist weder das Gros der Gäste noch das Animationsteam zurück. Letzteres ist nämlich zur Betreuung auf den Busfahrten eingesetzt. Außerdem ist die Party am Pooldeck. Es gibt zwar Glühwein, aber die Gäste sind vermutlich so durchgefroren, dass sie lieber drinnen bleiben.

Als wir zu Beginn der Poolparty vorbei gucken, ist es jedenfalls noch leer. Wir verziehen uns also zu einem Glas Sekt in die AIDA-Bar und schauen eine halbe Stunde später nochmals an Deck vorbei. Inzwischen ist etwas mehr los, aber immer noch nicht der Rede wert. Also lassen wir Party Party sein und verziehen uns ...
 
 
24.08.2012, 3. und 4. Seetag

In div. Foren lese ich immer wieder Beiträge, in denen sich Reisende beklagen, man bekäme keinen Platz im Restaurant.

Zum Frühstück und teilweise auch zum Mittagessen gehen wir ins East auf Deck 11. Es ist wohl das am wenigsten frequentierte Buffetrestaurant. Man bekommt völlig problemlos einen freien Tisch.

Sehr verwunderlich finde ich, dass tatsächlich mehrere Gäste bereits 25 Minuten vor Restaurantöffnung anstehen. Dabei ist es völlig problemlos, z. B. im Marktrestaurant bei der ersten Essenszeit um 18 Uhr bis zu 10 - 15 Minuten nach der Öffnung einen Tisch zu bekommen.

Wir haben auch die Wellness-Oase gebucht, müssen aber feststellen, dass es total kalt darin ist. Die Gäste liegen alle in Handtücher und Bademäntel gewickelt auf ihren Liegen. Eigentlich kennen wir die Wellness-Oase als eher zu warm. Vermutlich liegt es daran, dass es sehr wolkig ist, so dass die Sonne die Oase nicht erwärmt.





Bei den Abendveranstaltungen ist für uns neu, dass an einigen Tagen im Theatrium "Super-Bingo" gespielt wird - also mit jede Menge Spielern.

Auf unserer Transeuropa-Reise mit der AIDAblu hatten wir uns für Karaoke im Brauhaus begeistert und uns darauf gefreut, das auch auf dieser Reise zu erleben. Leider, leider gibt es das aber hier nicht.


26.08.2012, Akureyri

Nach zwei Seetagen, einer davon mit heftigem Seegang (Wind 50 Knoten, durchschnittliche Wellenhöhe ca. 5 Meter) legen wir früh morgens in Akureyri an. Die ersten Sonnenstrahlen fallen auf die Stadt und tauchen überdies zwei schneebedeckte Berggipfel in goldenes Licht. In der Nacht hat es in den Bergen das erste Mal geschneit und es ist zapfig kalt. Aber schön, das ist die Hauptsache.





Gleich um 7.30h startet unser Ausflug AKU01 zum Godafoss-Wasserfall und zum Myvatn-See. Als erstes haben wir von der gegenüberliegenden Fjord-Seite einen ganz wundervollen Blick auf die AIDA. Wir sehen viele Schafe, die auf Island den Sommer über frei herum laufen. Die Landschaft ist wunderschön, viele Berge, viele Seen und vielfältige Farben. 1 1/2 Stunden dauert die Fahrt zum Myvatn-See in dessen Nähe wir als erstes ein Gebiet mit kochenden, dampfenden und nach Schwefel stinkenden Schlammtümpeln besuchen. Ein ganz unglaubliches Areal. Man darf die Wege nicht verlassen, da die Erdkruste stellenweise sehr dünn ist und man leicht einbrechen kann. Das wäre fatal, beträgt die Temperatur im Boden doch ca. 100 Grad. Der Schwefelgestank ist heftig, die Schlammtümpel blubbern wie kochendes Wasser und spritzen kleine Fontänen nach oben. Es gibt aber auch kleine Steinpyramiden, aus denen der Dampf fauchend und zischend entweicht. Wir sind schwer beeindruckt von dieser "Hexenküche" der Natur.







Im Anschluss fahren wir zum nahegelegenen Dimmuborgir, einem Gebiet aus großen, erstarrten Lavatürmen. Mehrere Wege führen durch das sich hoch auftürmende Lavagestein.





Am Myvatn-See halten wir für eine kleine Kaffeepause. Offenbar gibt es hier mehrere Cafés, so dass die Busse sich gut verteilen. Zu meiner Begeisterung hat unser Café ein offenes WLAN, so dass ich schnell Mails abrufen und ein Foto in Facebook posten kann. Die Internetverbindung auf der AIDA ist teuer und recht langsam. Da freuen wir uns immer über offene WiFi's.

Myvatn heißt übrigens Mücken - und die stellen gleich unter Beweis, dass der See den Namen zu Recht trägt. Zum Glück treten sie nicht in großen, dichten Schwärmen auf, wie es im Reiseführer steht, aber es reicht uns auch so.

Bei den Kratern am Myvatn-See handelt es sich um sog. "Pseudo-Krater", d. h. es waren niemals Vulkane. Es waren Lavablasen, die auf kaltem Untergrund explodiert sind und dadurch Krater gebildet haben.





Letzter Halt ist am beeindruckenden Godafoss-Wasserfall. Wassermassen stürzen 12 Meter in die Tiefe. Leider haben wir hier nur 20 Minuten Zeit. Der Ausflug war toll, aber wir hätten uns jeweils mehr Zeit gewünscht. Kaum zu machen, selbst wenn man individuell unterwegs gewesen wäre, denn die AIDA legt um 15h bereits wieder ab und die Entfernungen sind beträchtlich. So hat alleine die Hinfahrt zum Myvatn-See 1 1/2 Stunden gedauert.






Eine Stunde haben wir noch, bevor wir wieder an Bord sein müssen und wir nutzen sie für ein Bummel durch die kleine Stadt. Von der Kirche oben hat man einen wunderbaren Blick auf die AIDA. 



Nach dem Auslaufen sitze ich (dick eingepackt) auf dem Balkon in der Sonne. Erstaunlicherweise zieht es überhaupt nicht und ist super warm.

Was für ein schöner Tag!


27.08.2012, Reykjavik

Wir legen mittags in Reykjavik an und kurz danach startet unser 5 1/2-stündiger Ausflug REY02A, Gullfoss, Geysire & Thingvellir. Ein Ausflug übrigens, bei dem wir meist 45 Min. bis zu 1h an jedem Ort sind, so dass genug Zeit zum Fotografieren und Filmen bleibt.


Zunächst fahren wir zum Nationalpark Thingvellir. Dort verläuft der Grabenbruch, an dem sich die tektonischen Platten von Europa und Amerika treffen. Die Erde ist aufgerissen, man sieht die riesige Erdspalte, die sich durch die Verschiebung der Platten aufgetan hat. Hier sind unglaubliche Gewalten am Werk, die Steine auftürmen, einreißen und auffalten wie Stoff.






Auch der nächste Ausflugspunkt ist ein Highlight: der Gullfoss-Wasserfall, der 32 Meter in die Tiefe stürzt. Man sollte meinen, er käme von einem Berg herab, aber nein, es ist ein Fluss, der sein reißendes Bett tief in die Ebene gegraben hat. Der eiskalte Wind treibt Wasserschleier vor sich her, so dass wir es vorziehen, am oberen Wegrand entlang zu gehen. Dort hat man einen wundervollen Blick und bleibt trocken. ;-))




Der dritte Höhepunkt des Tages ist der große Geysir der Springquelle Strokkur. In Intervallen von fünf Minuten speit er sein Wasser in große Höhen. Ist man geduldig genug, kann man beobachten, wie sich eine riesige Blase im Tümpel bildet und dann aufplatzt, um das Wasser in die Höhe zu schleudern.




Ich gehe einen Hügel empor, um von oben einen Blick über das ganze Areal zu haben und warte geduldig, um den Ausbruch des Geysirs von oben zu fotografieren. Als es endlich soweit ist, läuft mir ausgerechnet mein Mann Helmut direkt vor die Linse. Um weiter zu warten fehlt mir die Geduld und ich fotografiere statt dessen die blubbernden und rauchenden Tümpel in dem Areal.






Zurück in Reykjavik besuchen wir noch die sog. "Perle", ein höher gelegener Wasserspeicher, von dem aus man einen guten Blick über die Stadt hat.




Abends versuche ich mein Glück beim Bingo, was uns drei Gläser Sekt aber keinen Geldgewinn einbringt. Der hätte stolze 250 € betragen ....


28.08.2012, Reykjavik

Die AIDA ist über Nacht in Reykjavik geblieben und wird heute um 15h ablegen, so dass wir einen weiteren Ausflug (REY07) zur Blauen Lagune machen können.

Wir fahren großteils durch riesige Lavafelder, eine unwirtliche Einöde, in der weit und breit niemand lebt. Angesichts der Lavafelder fragt man sich, welch unvorstellbare Gewalten hier geherrscht haben.

Am Kleifarvatn-See besuchen wir das Geothermalgebiet Krysuvik mit eindrucksvoll blubbernden Schlammtümpeln und rauchenden Erdspalten.








Das Blau der Lagune strahlt mit dem Blau des Himmels um die Wette. Leider weht auch hier der schneidend kalte Wind. Heute früh hatte es 4 Grad ... Das Wasser allerdings hat gute Badewannentemperatur. Ich bedauere, dass wir nicht den Ausflug gebucht haben, bei dem Baden in der Lagune eingeschlossen ist. Das Wasser sieht doch sehr verlockend aus, allerdings dürfte es viel Überwindung kosten, bei der Kälte und dem Wind dann nass wieder herauszusteigen. Zu unserer Freude gibt es übrigens hier sowie im nachfolgenden Wikinger-Museum ein offenes WiFi. ;-)))




Ansonsten fanden wir den Museumsbesuch eher überflüssig und 45 Minuten Aufenthalt viel zu lang. Bei wärmerem Wetter kann man rund um das Museum schön spazieren gehen, aber uns hätte der Wind glatt weggerissen. Attraktion im Museum ist der Nachbau eines Wikingerschiffs. Schwer vorstellbar, dass 70 Personen ohne Dach und ohne Schlafmöglichkeiten unter Deck mit derartigen Schiffen die Meere überquert haben.

Zurück auf der AIDA machen auch wir uns - deutlich komfortabler - auf den Weg das Meer nach Schottland zu überqueren. Wie der Kapitän durchsagt, bläst der Wind mit 60 Knoten, was 120 Stundenkilometern entspricht. Also schaukelt es auch wieder ganz nett und erneut dekorieren Spuckbeutel die Treppenaufgänge - besonders vor den Restaurants.


Gestern fanden wir auf der Kabine die Information vor, dass die Schotten neuerdings eine Face-to-Face Passkontrolle vorschreiben. Offenbar wurde AIDA selbst vor drei Wochen von dieser neuen Regelung überrascht. Damit dies den Tagesablauf in Invergordon nicht beeinträchtigt, konnte AIDA vereinbaren, dass zwei Beamte bereits in Reykjavik an Bord kommen. Die Gäste bekommen - je nach Deck - eine bestimmte Uhrzeit zugeteilt und die Kontrolle kann somit während der 1 1/2 Seetage durchgeführt werden. Verwunderlich ist, dass sich nur die Gäste der Passkontrolle unterziehen müssen und zwar unabhängig davon, ob sie an Land gehen oder nicht. Die Crew hingegen wird nicht kontrolliert. Sehr merkwürdig. Es ist jedenfalls hervorragend von AIDA organisiert. Wir erscheinen zur angegebenen Zeit und müssen überhaupt nicht warten. Das Ganze findet in der Lounge statt. Erst Bordkarte einlesen, dann auf der einen Seite der Lounge rein, Passkontrolle durch einen der beiden Beamten, ein Haken auf der Liste und auf der anderen Seite wieder raus. Die Aktion hat 2 Minuten gedauert....


30.08.2012, Invergordon

Die Morgensonne beleuchtet malerisch die abgewrackten Bohrplattformen, die in der Bucht von Invergordon liegen. Invergordon selbst wird dominiert von einer Vielzahl riesiger, alter Treibstofftanks aus dem zweiten Weltkrieg. Die Stadt würde sie ja gerne loswerden, aber das Geld dazu fehlt.





Wir haben hier den ganztägigen Ausflug INV09, Invergordon Highlights gebucht, um möglichst viel sehen zu können. Bekannte erzählen uns später, auf ihrem 4-stündigen Ausflug sei viel zu wenig Zeit bei den einzelnen Zielen gewesen. Kein Wunder, denn die Entfernungen sind beträchtlich. So dauert die Fahrt zum Loch Ness schon 1 1/4 Stunden.

Wir fahren zunächst zum Cawdor Castle. Ein Schloss wie aus einem Märchen mit riesigen und wunderschönen Gartenanlagen darum herum. Wir haben 90 Minuten Zeit um alles zu besichtigen.









Zur Mittagszeit sind wir in Inverness, das zu den schönsten Städten in Schottland zählt. Auch hier haben wir 90 Minuten um etwas zu essen (im Ausflug ist keine Verpflegung enthalten) und die Innenstadt anzusehen.




Die letzte Station ist das Urquhart Castle, eine große Burgruine, direkt am Loch Ness gelegen. Auch hier die obligatorischen 90 Minuten Zeit.






Kaum sind wir wieder an Bord, legt die AIDAmar auch schon ab. An der Kabinentür befindet sich schon die Abreiseinformation. Da wir unseren Flug über AIDA gebucht haben, dürfen wir bis zum Transfer (der ist erst um 15 Uhr) an Bord bleiben und mittags ist eines der Restaurants für uns geöffnet. Unsere Koffer müssen mit einer gesonderten Banderole gekennzeichnet werden. Sie werden dann bis zum Transfer in einem separaten Bereich aufbewahrt. AIDA bietet am Abreisetag auch eine Hamburg-Rundfahrt an, das verkürzt die Wartezeit.

Uns hat diese Route besonders gut gefallen. Besonders der Geiranger-Fjord und Island waren einmalig. Eine überaus empfehlenswerte Reise.

danke, für diesen ausführlichen Bericht,
der für unsere Reiseplanung bestens geeignet ist
und die Vorfreude noch um einiges steigert ...
Liebe Grüße Heidi

von Lesemaus am 25. April 2014 um 21:04 Uhr

Hallo,

toller Reisebericht und fantastische Bilder, wir waren auch auf dieser Reise (haben uns leider nicht kennengelernt). Es war sooooo wunderschön, unsere Erlebnisse müssen wir erst einmal verarbeiten, der "Speicher" ist voll mit Erinnerungen. Diese Reise werden wir auf jeden Fall noch einmal machen.
Übrigens, unser junger Kapitän hat seine Sache doch toll gemacht, oder? War nämlich seine 2. Alleinfahrt als Kapitän.
Liebe Grüße
Gisela + Norbert

von gisi1004 am 21. September 2012 um 21:13 Uhr

auch wir haben diese tolle Reise vor 2 Jahren gemacht und auch dieselben Ausflüge wie ihr. Vielen Dank für den schönen Bericht und die tollen Fotos, so werden unsere Reiseerinnerungen wieder neu belebt.
LG Gaby

von Gaby-05 am 17. September 2012 um 21:28 Uhr

Hallo Conny,
habe schon gewartet auf Deinen Bericht und freue mich um so mehr, dass es für Euch wieder eine schöne Reise mit Aida war.In Island und Schottland hatten wir 2010 die selben Ausflüge wie Ihr gemacht und konnten sie nun noch mal,durch die Schilderung und Fotos, mit erleben.
Klasse auch, dass das Wetter auch auf Eurer Seite war. Danke für den schönen Bericht und den Fotos.
LG und auf AIDAsehen

von AB40 am 16. September 2012 um 20:35 Uhr

Bei dieser tollen Reisebeschreibung kommt die Sehnsucht auf, diese Tour bald auch bald zu buchen. Sehr schön geschrieben und tolle Fotos.
Sigrid

von AIDA-Sigrid am 15. September 2012 um 22:28 Uhr

Eine unvergessliche Kreuzfahrt in den hohen Norden, von Dir prima geschildert. Es machte Spaß zu lesen und zu sehen, was man selbst erlebt hat. Wenn man vom Norden gepackt wird, lässte er einen nicht mehr los ...
Der Lektor Jörg Trobitsch war auch bei Euch eine Bereicherung. Seine Informationen wurden locker und mit viel Gehalt vorgebracht.
Und, wohin geht es beim nächsten Mal?
LG Achim

von joachimmeertal am 15. September 2012 um 19:57 Uhr

Wir waren auf dieser atemberaubenden Reise dabei,hatten die Kabine neben dem Geburtstagskind.Du hast wirklich die Reise wunderbar beschrieben und ich werde Anregungen aus deinem Bericht in meinem Fotobuch aufnehmen.Bis auf den Ausflug in Schottland haben wir auch "eure"Ausflüge gemachtDas Wetter hat es wirklich gut mit uns gemeint.Wir werden immer begeistert an diese reise zurück denken.

von maple am 15. September 2012 um 19:22 Uhr

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