Mit nachfolgenden Zeilen möchte ich allen, die mit der AIDALuna vom 9.6. bis 26.6.2016 (ab/bis Kiel) bei der Reise zu den Höhepunkten am Polarkreis dabei waren, Gelegenheit geben, die Tage noch einmal Revue passieren lassen und gleichzeitig anderen Kreuzfahreren die Reise schmackhaft machen. Wie beim letzten Mal (Orient) wieder ergänzt um den einen oder anderen Tipp. Viel Spaß beim Lesen

Das Wetter:

Was soll ich sagen, wir hatten Riesenglück, denn es war durchweg so schön, dass wir alle Höhepunkte fast durchweg bei blauweißem Wolkenhimmel genießen konnten. Selbst in Bergen setzte der einzige Regen dieser Reise erst ein, als wir die Höhepunkte schon gesehen hatten. 

Tipp:

An die 24 Stunden im Hellen gewöhnten wir uns schnell, für eine angenehme Nachruhe hat sich die sonst beim Fliegen oft genutzte Augenklappe bezahlt gemacht.

 

Schiff und Crew:

Die AIDALuna war in einem Topp- Zustand, wir jedenfalls haben keine Mängel feststellen können. Die - leider um gute Kräfte (abgestellt für die Prima) - veränderte Crew gab ihr Bestes, kleine Mängel beim Essen (fehlende Würze etc) konnte man locker nehmen, zumal zwischenzeitliche Höhepunkte (u.a. Nationenwettkampf im Bella Vista) für guten Ausgleich sorgten. Kapitän Mey ist sehr informativ, humorvoll und vor allem authentisch.

So machte er keinen Hehl aus dem einen oder anderen kleineren Mangel, der z.B. dem Crew- Wechsel geschuldet war. Sympathische und ehrlich Aussagen, die gut ankamen und - weil auch Generalmanager Wolfgang Ulmer und Entertainmentmanagerin Janine Drynda auf der gleichen Welle schwommen - die Reise wunderbar abrundeten. Ein dickes Kompliment dem gesamten Team.

Bemerkenswert auch die Rundumversorgung mit einem großartigen Lektor Geord Hahn (Theatrium war stets bis auf den letzten Platz gefüllt) und den Angeboten im Rahmen der Themenreise (Fitnesstrainerin, Glückscoach,eine echte Prinzessin als Beraterin in allen Lebenslagen) sowie dem Entertainment mit zwei Schauspielern, einem Solokünster (El Mago Masin) und der ,,A Capella Gruppe'' BASTA aus Köln (klasse!)

Tipp:

Kabine Backbord buchen. Auf dieser Reise - aus meiner Sicht - einwandfrei die beste Option, vor allem, wenn man vom Balkon aus fotografieren möchte.

 

Die AIDA Crew


Kapitän Thomas Mey


Die Anreise:

Wir reisten schonen einen Tag vorher nach Kiel, um ein wenig norddeutsche luft zu schnuppern. Eine nette Stadt mit einer schönen Strandpromenade, die wir zusätzlich auch nach unserer Rückkehr noch einen weiteren Tag nutzten, um uns am Abschlussfeuerwerk der Kieler Woche zu erfreuen.

Tipp:

Übernachtung im G-Hotel. Zwar etwas außerhalb gelegen, aber Parken und Schiffs-Transport per Taxi mit individueller (!) Zuteilung (somit kein Stress bei der Rückkehr, da namentlicher Aufruf) sowohl hin als auch zurück inbegriffen. Echte Drei Sterne, weil klasse Frühstück, nette Bar für den Abend, zweckmäßige Zimmer (Tipp: Superior buchen) kurzum, eine gute Wahl. Nur 75 Meter entfernt liegt eine Bushaltestelle, von wo in regelmäßigen kurzen Abständen ein Bus in die Innenstadt fährt (Tickets an der Rezeption oder beim Busfahrer).

 

Schottland / Kirkwall

Der erste Hafen überraschte wohl nicht nur uns. Die Orkneyinseln zeigten sich bei schönem Wetter von ihrer besten Seite. Eine schöne Landschaft, unerwartete Fundstätten aus der Vergangenheit sowie rauhe Küsten bleiben vielen in Erinnerung. Und wer sich an einen privaten Anbieter wendet, kann sogar - so wie wir - Glück haben, immer einen Schritt vor den rund 2.000 anderen Kreuzfahrern die Höhepunkte der Orkneys zu erleben. Hat sehr viel Spaß gemacht.

Tipp:

Mit sechs Mitreisenden in einem Ford Transit unterwegs. Anbieter ist Clive mit seinem kleinen Unternehmen wildaboutorkney. Der ehemalige Schulleiter weiß genau, was interessant ist. Allerdings: er spricht nur englisch!

 

Die Orkneys - fast so wie in der ,,Kerry Gold Werbung''

 

Island / Reykjavik

Nicht nur, weil die Isländer die Fußball EM rocken, gibt es nur lobende Worte über dieses Land, das uns tief beeindruckt hat. Eine Weite wie in Australien oder den USA, Berge wie in der Schweiz, Vulkanlandschaften wie nirgendwo anders auf der Welt sowie Wasserfälle und Geisire mit Seltenheitswert. Dieses Land muss man erlebt haben. Mehr als lohnenswert der so genannte ,,Golden Circle''. Bei dieser Tour werden alle Höhepunkte rund um Reykjavik abgefahren. Beeindruckend auch die geothermische Entwicklung in diesem Land, das seine Energie zu 80 % der Erde entlockt.

AIDA hat hier - wie auch an allen anderen Destinationen - für jeden etwas im Portfolio. Wer mit den Riesen - SUV über Stock und Stein oder durch Wasser fahren will, kommt ebenso auf seine Kosten wie die Liebhaber von Wasserfällen und Vulkanen. Einfach einmal im Ausflugsangebot blättern.

Tipp:

Mietwagen über Europcar Norwegen anmieten (ca. 100 Euro). Das Fahrtzeug wird direkt zum Hafen geliefert und direkt nach dem Torausgang in Reykjkavik (vom Schiffsgate ca. 100 Meter) übergeben. Wir haben den Golden Circle per Mietwagen genossen, zumal die Navigation per Smartphone und dann über ,,Google Maps(Beispiel)'' völlig problemlos ist und kaum MB verbraucht (Karten können auch vorher geladen und dann offline genutzt werden). Wir konnten uns sogar noch ein Geothermalkraftwerk anschauen, Rast in Skaholt einlegen, die dortige Kirche besichtigen, in der angrenzenden Schulkantine gutes isländisches Mittagsessen genießen und zum Schluss noch zum Reykjaviker Aussichtspunkt Perlan fahren. 

Unsere Tour (übrigens entgegen gesetzt zu den offiziellen Touren): Thermalkraftwerk Nesjavellir, Krater Kerio, Skaholt,Gulfoss Wasserfall, Geysir Strokkur, Nationalpark Pingvellir ,wo die Kontinentalplatten Amerikas und Europas aufeinander treffen, und abschließend Perlan.

 

Beeindruckend: der Gulfoss Wasserfall


Island Isafjördur

Dieser Hafen wird - zumindest aus meiner Sicht - in erster Linie angefahren, weil insbesondere von dort die beliebten und oft von Erfolg gekrönten Walbeobachtungstouren starten. Man kann aber auch mit AIDA in die Umgebung fahren oder sich einfach zu Fuß die kleine und interessante Stadt Isafjördur anschauen. Wir wollten mit dem Mietwagen folgende Touren durchführen: Fahrt nach Bolungarvik über Ösvör (Freilichtmuseum,Dorfkirche) /  Fahrt nach Suöureyri (kleines Fischerdorf) und Pingerin (Cafe Simbahöllin); abschließend war noch eine Rundfahrt durch Isafjödur geplant. Doch weil meine Ehefrau nicht topfit waren, haben wir hierauf verzichtet. Ich habe eine Fototour in die kleinen Stadt unternommen und war hellauf begeistert.

Tipp:

Auch hier Mietwagen über Europcar anmieten. Der Wagen wird ebenfalls direkt am Hafen (wieder rund 100 Meter zu laufen) übergeben. Allerdings kein Bürohäuschen wie in Reykjavik, die Mitarbeiter der Vermieter sitzen in PKW's und warten. Einfach schauen und fragen. Ging problemlos - ich musste ja meinen Mietwagen abmelden.

 Blick auf die AIDALuna vom Hafen in Isafjödur

 

Island/Akureyri

Wieder eine Destination mit tollen Höhepunkten. Brodelnde Quellen, Geisire, Wasserfälle, Myvatn See und - wer es mag und liebt - heiße Quellen zum Baden (uns war hierfür die Zeit zu schade). Per Mietwagen ging es - wieder gut über Google Map gesteuert - zum Godafoss Wasserfall, dem Myvatn See mit seinen Pseudokratern, dem Hochtemperaturgebiet Namafjall, Hverir, zum Aschekrater Hverfjall sowie der Warmwasserhöhle Grjotagja.

Hierbei fährt man wieder durch eine beeindruckende Landschaft. Und das Autofahren in Island ist völlig easy. Natürlich gibt es den einen oder anderen Isländer, der mal etwas schneller fährt, aber das passiert ohne Drängeln und geht reibungslos. Nur an die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung sollte man sich tunlichst unbedingt halten. Dies alles auf der einzigen großen Verbindungsstraße, der Ringstraße 1.

Tipp

Auch wieder einen Mietwagen über Europcar anmieten. Hier gibt es wieder ein Büro, das allerdings erst um 8 Uhr öffnet (Ankunft ist um 7 Uhr). Aus dem Hafen heraus (wieder nur kanpp 100 Meter), dann rechts ca. 100 Meter zum Holzhaus. Dort stehen auch die Wagen. Bei Ankunft am Godafoss Wasserfall nicht den Bussen (erst Ausfahrt rechts) folgen sondern über die Brücke fahren und dann rechts halten. Weniger Menschen und schönerer Blick.

 

 Viel Dampf in und um Akureyri herum

 

Fahrt nach Spitzbergen / Spitzbergen

Unser Höhepunkjt war die Vorbeifahrt an der Inselgruppe Jan Mayen, die von der Backbordseite aus zu sehen ist, denn just als wir vorbeifuhren lichteten sich die Wolken, der Himmel wurde blau und wir konnten (soll nur dreimal pro Jahr vorkommen) den schneebedeckten Vulkangipfel sehen.

Ja, und dann kamen wir nach Spitzbergen. Ein kurzweiliger Tag dank unseres persönlichen Guides, aber man muss wissen, dass es keine schneebedeckten Berge und Eisbären gibt. Longyearbyn ist halt eine alte Kohlenstadt, die zu sehen, aber sicherlich ein Erlebnis ist. Das nördlichste Postamt, die nördlichste Brauerei usw. Und natürlich die unglaublich vielen Huskeyfarmen, die Touren sowohl im Sommer (auf Rollschlitten) als auch Winter anbieten. Schaut einfach mal selbst. Das Wetter im Tal war etwas diesig, wir waren bei unserer Tour weiter raus und hatten dort Sonnenschein und blauen Himmel.

Tipp:

Private Tour mit Island adventures buchen. Aus meiner Sicht war dieser Tag mit Reiseführer Max sein Geld wert.

Vorbeifahrt an Jan Mayen mit Blick auf den schneebedeckten Vulkan

 

Huskeyfarm auf Spitzbergen

 

Norwegen/ Nordkap/Honningsvag

Was soll ich zum Nordkap schreiben? Das sich dort Hunderte von Touristen mitten in der Nacht zum Sightseeing treffen? Nein, das muss jeder selbst erleben, deshalb nur etwas zur Organisation, die - aus meiner Sicht - nach Problemen bei der ersten Luna Tour bei der unsrigen perfekt war. Man muss sich einmal vor Augen führen, dass ab 23 Uhr (war Ankunft in Honningsvag) 1.800 der 2.056 Passagiere zum Kap wollten, das alles per Bus. Aber es klappte ganz gut und die vorgeschriebenen 90 Minuten Aufenthalt kann man dort gut verbringen (äußerst informatives Infozentrum). Nach der Rückkehr gibt es frisch gezapftes Bier und eine leckere Gulaschsuppe. Kam gut an!

Tipp:

Auch wenn sich AIDA die Fahrt zum Nordkap etwas kosten läßt, würde ich nicht empfehlen, die Tour auf eigene Faust zu unternehmen (meine Meinung).

 

Gut besuchtes Nordkap

 

Norwegen / Hammerfest

Gut, die nördlichste Stadt Europas und AIDA läßt sich hier auch in Sachen Ausflüge einiges einfallen, aber man darf halt nicht verkennen, dass die Nacht davor (Nordkap) sehr kurz war und wir schon um 10 Uhr in Hammerfest anlegen. Wir haben einen kleinen Spaziergang in die Stadt unternommen. Wer dies ebenfalls plant, braucht den angebotenen Shuttle nicht zu nutzen, der Weg in die City ist nicht allzu weit. Sehenswert auch die kleinen Fischerboote im Hafen.

Tipp:

Fehlanzeige bzw. kleiner Spaziergang bis zur Kirche und zurück (frische Luft ist ja bekanntlich immer gut)

 

Blick auf Hafen und City Hammerfest


Norwegen / Tromsö

Die größte Stadt Norwegens im hohen Norden beeindruckt durch ihre Vielfältigkeit. Wenn die AIDALuna hier um 8 Uhr morgens anlegt, muss man schon entschieden haben, was man will: Ausflug in die Landschaft oder Stadtbesichtigung. Bei uns fiel die Entscheidung relativ schell, denn nach so vielen landschaftlichen Reizen an den Vortagen, wollten wir uns diesmal eine norwegische Stadt in aller Ruhe anschauen.

Eine gute Entscheidung, denn Tromsö hat eine Menge zu bieten. Und wer früh auf den Beinen ist, genießt dies alles ohne Trubel. Hier haben wir den Shuttle genutzt, was ich wegen der Entfernung nur empfehlen kann. Abgesetzt wird man (so war es jedenfalls bei uns) am Rould Amundsen Monument. Direkt gegenüber fahren die Tromsöer Busse. Tageskarte besorgen (beim Busfahrer) und aus Tromsö raus zur Eismeerkathredale fahren (geht über die Brücke). Welche Linie fährt, kann jeder Busfahrer sagen oder einfach in die dortigen Pläne schauen.

Wir waren fast die ersten in der Kirche, konnte sie somit in Ruhe genießen. Danach geht es gleich weiter zur Seilbahn (ist ausgezeichnet) und schon hatten wir die beiden Topp- Höhepunkte bei strahlendem Sonnenschein erlebt. Übrigens soll es dort morgens oft sehr schön sein, sich nachmittags aber wieder eintrüben.

Danach ging es zu Fuß zurück zur Kirche, denn hinter dieser war eine Bushaltestelle, mit der wir wieder ins Zentrum zurückfuhren. Nach dem Polarmuseum (na ja) ging es zur ältesten Brauerei Norwegens (nur wenige Meter vom Museum gelegen) und dort genossen wir die Vielfältigkeit des Angebotes bei schönem Sonnenschein.

Tipp

Morgens früh aufstehen und - wenn das Wetter mitspielt - die Einfahrt nach Tromsö beobachten ( so ab 4 uhr geht es los).

 

 Einfahrt morgens um 4 Uhr nach Tromsö

 

 

Blick vom Tromsöer Berg auf die nebeneinander liegenden Mein Schiff 1 und AIDALuna.


Norwegen / Lofoten

Schon die Einfahrt in den Fjord war beeindruckend. Das wir tenderten war zwar ein kleiner Nachteil, bewältigte die Crew aber problemlos. Die Lofoten sind landschaftlich wundervoll und - nach vielen Norwegenbesuchen können wir dies sagen - eine der schönsten Bereiche in diesem wunderbaren Land. Und wir haben genug Zeit, diese Inselgruppe zu erobern, denn die Liegezeit läuft von 9 - 19 Uhr. Etwas individuell zu unternehmen geht ohne Weiteres, denn es gibt zahlreiche private Anbieter. Für uns sollte aber neben der Landschaft auch der Trollfjord, Norwegens schmalster Fjord, ein Höhepunkt sein, kann man dort doch neben der Enge auch die berühmten Seeadler mit etwas Glück (wir hatten es) beobachten.

Tipp:

AIDA Ausflug ,,Fahrt in den Trollfjord'', weil hiermit neben einer knapp vierstündigen Fahrt in den Fjord sowie den anliegenden kleinen Fischerdörfern auch eine eineinhalbstündige Panoramafahrt über das Land enthalten ist. Preisleistungsverhältnis ist stimmig!

 

 Die Lofoten - eine beeindruckende Landschaft

 

 Seeadler im Trollfjord

Norwegen / Bergen

Der Abschluss unserer Reise führte uns in die regenreichtse Stadt Norwegens, die wir zumindest fünf Stunden lang bei schönem Sonnenschein erleben konnten. Hierzu gehörte für uns auch die Fahrt per Seilbahn auf den Floyen. Bergen kann wunderbar individuell erorbert werden. Der Liegeplatz der AIDALuna ist citynah, per pedes sind alle Höhepunkte gut zu erreichen. Wir hatten uns die Tickets für die Floyen Bergbahn schon vorher im Internet besorgt und konnten so locker an den Menschenschlangen vorbei.

Tipp:

Im Hansemuseum das ,,Drei Museum Ticket'' besorgen. Berechtigt nicht nur zum Eintritt im Hansemuseum, den Schötstuben  und dem sehenswerten Schiffahrtsmuseum(liegt weiter raus) sondern enthält auch einen kostenlosen Shuttletransport hin und zurück.

 

Bergen - Blick vom Floyen


Kiel / Deutschland

Ja, und dann waren wir auch schon wieder zurück. Eine herausragende Reise, bei der alles passte. Ähnliches wünsche ich nunmehr allen, welche diese Reise noch in der Planung haben.

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