Von Hamburg nach New York 2018, Aida Luna, Teil 1 von 5

von  Dejotka 06. Dezember 2018 17:07
Von Hamburg nach New York 2018, Aida Luna, Teil 1 von 5

Jetzt ist es also endlich so weit. Nach der Eingewöhnungsfahrt für Teddy Ty, wo er sich auf der einwöchigen Adriatour als mein neuer Reisebegleiter qualifiziert hat, geht es für die beiden Seebärinnen nun auf große Fahrt.
     

                                                                             Aida Luna

                                                  Transatlantik von Hamburg nach New York

                                                               - 29.08. bis 15.09.2018 -

                                                                             

Das bedarf natürlich einer intensiven Vorbereitung… 

So studieren wir die Reiseroute und hoffen, dass -wie geplant- auch all die Ziele angefahren werden können. Der Plan jedenfalls steht.

Aber gerade auch auf dieser Route arbeitet ja wohl oftmals das Wetter dagegen. Nun, Teddy Kaufhof hat ja auf Vieles Einfluss -so glaube ich zumindest- aber auf das Wetter? -Na schaun wir mal…. 

Mit dem Zug geht es nun erstmal nach Hamburg. Und das ist neu für den Ty. Nachdem er sich schon am Bahnhof über den seltsamen Flughafen gewundert hat, natürlich ohne von mir darauf eine Erklärung zu bekommen, fragt er mich einige Minuten nach der Abfahrt, wie lang denn eigentlich hier die Startbahn ist und wann wir endlich abheben. Na ja, wollen wir mal alle hoffen, dass genau das nicht passiert… Ich wollte es ja nicht mehr tun, den Ty verarschen, aber bei so einer Steilvorlage…
Teddy hat Spaß, Zug ist pünktlich, scheint also gut zu laufen für den Teddy. Für alle aber kommt es dann leider schon sehr bald, das dicke Ende -und zwar schon hier im Zug…
Es mag überraschen, aber sehr schnell schon wünsche ich mir die gewohnte Stille und Abgeschiedenheit von meinem üblichen Stammplatz herbei -dem Gepäckfach. Ja, kaum zu glauben dieser Wunsch, aber nach folgender Erzählung dann doch unschwer nachzuvollziehen…
Vor uns eine 4-er Sitzgruppe – bestückt mit dem lethargischen und aufsichtsmäßig chronisch überforderten „dicken Ende“ und dem Grauen das schnell Namen bekommt, dem Geschwisterpaar Lilly und Alicia. An sich ganz niedliche Kinder -aber leider keine normalen, sondern hyperaktiv und dazu aufsichtsmäßig weitestgehend unkontrolliert. Eine Mischung die nun Früchte trägt. Wenn ich sehe, was die mit dem Hund in der Nachbarsitzgruppe veranstalten und gleichsam verwundert fragen, warum der denn eigentlich nicht mal ein bisschen schläft –für alle anderen im gesamten Waggon hat sich dieses Thema „Einschlafen“ eh erledigt…
Und während nebenan am Tisch das Kartenlegespiel anderer Leute heruntergerissen wird, sind der Teddy und der Ty jedenfalls froh, unter diesen Umständen im Rucksack verkrochen im Fußraum zu sitzen und erfreulicherweise bis dato dort auch unentdeckt geblieben zu sein. Eine zugestiegene Einzelperson verzichtet dann auch recht spontan auf ihren reservierten Sitzplatz in dieser Chaos-Sitzgruppe. Es ist die Frau mit dem Hund, welche sich in der Nachbarsitzgruppe nun in Sicherheit wähnt. Aber die Kinder können eben auch unter Tische kriechen -und davon machen sie dann auch reichlich Gebrauch. Der Hund will schließlich beschäftigt werden.

Die Sitzgruppe sieht aus wie ein Schlachtfeld. 

Und wenn hier im Waggon jetzt aus irgendwelchen Gründen eine Hungersnot ausbrechen würde, wir als von der Außenwelt abgeschieden wären -Wagen Nr. 9 jedenfalls, könnte sich mit den Essensresten auf dem Boden, noch bequem mindestens 1Tag über Wasser halten.

Die Teddys bleiben weiter unentdeckt und sind dann mehr als froh, endlich aussteigen zu können. -In dem nicht unwesentlichen Wissen, dass die Geschwister Fürchterlich gleich nicht auch an Bord sind, sondern noch bis Rügen Zeit haben, weitere Teile des Waggons in Beschlag zu nehmen… Ja, wenn Alicia sich nicht während der alle 5 Minuten aufschwellenden Heul- und Brüllattacken irgendwann mal verschluckt… Ostsee freu dich -da rollt was auf dich zu…

Doch es gab tatsächlich auch ruhigere Zeiten, das möchte ich hier nicht unerwähnt lassen. Es waren die 5 Minuten des Windelwechselns, als auch die Mutter endlich merkt, dass Alicia die Buchse voll hat und die randvolle Windel einen Wechsel unumgänglich macht. Es klingt dann auch fies, aber häufigerer Stuhlgang wäre unter diesen Umständen durchaus wünschenswert gewesen. Wann hat man sich schon mal so über eine volle Windel gefreut?  Wohl nur der Umstand eines komplett vollgemüllten Tisches bewahrt uns davor, dass der Tisch vor uns auch noch als Wickelkommode missbraucht wird und zwingt die Mutter dann doch mal zum Aufstehen und dem Gang zur Zugtoilette. Jedenfalls aber war er das, der einzig ruhige Augenblick…

Und der Teddy zieht ein erstes Resümee: Es gibt ja mittlerweile ein Pendent zur Serie „Verrückt nach Meer“, die Serie „Verrückt im Zug“, ähm, ich meine natürlich „Verrückt nach Zug“. Letzterem wird der Teddy nach dieser Fahrt jedenfalls wohl nicht verfallen… Die Bahn, “Urlaub von Anfang an“.

Und ab jetzt läuft es aber auch wieder rund für den Teddy. Weniger als eine Stunde brauche ich vom Aussteigen aus dem Zug bis zum Betreten der Kabine. Und das, obwohl das Schiff am Anleger Steinwerder, also leider am „A…der Welt“ liegt. Hier ist wirklich nichts, außer eben dem Anleger.

Vom Balkon aus beobachte ich dann: Die Fahrt vor uns hat offenbar ganze Arbeit geleistet und das Schiff nahrungstechnisch scheinbar geplündert -obwohl das doch nur eine Kurzreise war. Was die hier wieder alles an Bord hieven müssen…

Und von Bord hieven die auch was -jede Menge Matratzen… Wohl noch ein Teil der Aktion „Bekämpft den Novovirus“, der hier zuvor gehaust hat. Übrigens wurde auch der gesamte Bücher- und Spielebestand ausgetauscht. Eigentlich wohl alles, wo noch Sabber dran sein könnte. Hier wird ganze Arbeit geleistet. Aber auch erfolgreich? Nun, wir werden sehen…. 
 
Ausfahrt aus dem Hamburger Hafen und die Elbe entlang, auf dem Weg zur Nordsee.

Ty aber schwärmt währenddessen von dieser schönen „Flusskreuzfahrt“. Sichtlich erstaunt ist er dann am nächsten Morgen. Das Ufer ist weg…

 

1.Seetag

Wie sitzen auf unserem Hocker und schauen nach draußen. Wie an jedem Seetag haben wir Stubenarrest. Das Wort Kabinenarrest macht die Sache ja auch nicht besser. Draußen, also auf dem Meer, tut sich nichts -aber dann wenigstens am anderen Ende der Kabine. Die Tür geht auf und zwei halbwegs verschwitzte Leiber betreten die Kabine. Es sind unsere Leute. Erstmals in ihrer Kreuzfahrergeschichte haben sie es gewagt und sich einer ganz speziellen und offenbar schweißtreibenden Angelegenheit gewidmet, den koordinierten Bewegungen -namentlich einem Tanzkurs. Und das dann wohl gleich 2x hintereinander. Das Lernergebnis bleiben sie uns aber dann auf der Kabine schuldig.

 

Bergen
Endlich wieder Land in Sicht und Teddy ist mal wieder in Norwegen. Dem Land wo er seinen bisher größten Triumph gefeiert hat -die Eroberung eines Fensterplatzes im Helikopter, damals in Stavanger. 

Aber heute sind wir in Bergen.

War der Teddy aber auch schon mal. Für mich also kalter Kaffee, für den „Entdecker“ Ty aber neu.

Und das Glück scheint seit dem Ausstieg aus dem Zug vorerst gepachtet. Die Stadt mit wohl an die 300 Regentage im Jahr empfängt uns mit Sonnenschein. Und das bleibt dann auch so. Noch ahnen wir nicht, dass es wettertechnisch der wohl schönste Tag der ganzen Reise sein wird.

Geplant ist eine Fahrt mit der Floibahn. Aber nur hoch. Runter wird gelaufen. Gefällt mir gut der Plan. Die Idee könnte von mir stammen. Zumal der Teddy ja nicht latschen muss…

Aber erstmal gilt es noch eine finanzielle Sache zu regeln. In unseren Fremdwährungsbeständen befindet sich leider noch ein 200 Kronen-Schein. Eigentlich ja eine schöne Sache, wenn man damit auch noch bezahlen könnte. Kann man aber nicht, da die hier die 200er-Scheine und übrigens auch die 100er-Scheine zwischenzeitlich ausgewechselt haben. Nur bei der Norges-Bank und beim Fremdenverkehrsbüro bekommt man Ersatz. Deutsche Banken nehmen den nicht mehr an. Alles kein Problem, denn die Bank liegt genau auf unserem Weg. „Bradbenken1“. Und da ist es auch schon, das vermeintliche Bankgebäude. Ist es dann aber doch nicht, da hier alles drin ist, nur keine Bank. Ein dort stehender Taxifahrer leugnet ebenfalls die Existenz. Komisch, ist doch genau das Gebäude aus dem Internet.

Auf zur 2. Möglichkeit, dem Fremdenverkehrsbüro. Also gehen wir erstmal über den Fischmarkt,

denn direkt dahinter liegt das Fremdenverkehrsbüro. Mehrere Schalter hier, lassen auf eine schnelle Erledigung der Geldwäsche hoffen. Man muss hier eine Nummer ziehen und über den Schaltern leuchten dann irgendwann die Zahlen auf -kennt man ja. Und es gibt zwei Knöpfe. „Info“ und „Change“. Wir ziehen jedenfalls die Nummer 523 aus dem Change-Schacht. Mal schauen, wann wir nun wohl dran sind. Na toll, über den Schaltern leuchten gerade die 60 und die 61 auf! Wo ist hier die versteckte Kamera?! Soll ich hier den ganzen Tag verbringen? Tatsächlich aber leuchtet dann als nächstes die 523 auf. Na klar, wir haben ja den Knopf für Change gedrückt und diese Nummern sind halt anders! Und beim Geldwechsel sind wir wohl im Moment die Einzigen. Teddy ist nun bargeldmäßig wieder flüssig und die etwa 20 Euro sind auch gerettet. Zur Not hat mein Träger ja auch noch das Zahlungsmittel überhaupt -die Kreditkarte. Teddys Vergnügen sind also ohnehin keine Grenzen gesetzt. Und auch den Ty schlepp ich mit durch.

An der Floibahn dann erwartet uns eine recht lange Schlange, die auch noch stetig anwächst. Gott sei Dank. Denn wenn man schon ansteht und dann am Ende aber immer noch der Letzte in der Schlange ist, ärgert man sich ja schließlich auch. Eine halbe Stunde soll es nun dauern. Im Vorfeld gekaufte Tickets übrigens, umgehen zwar die Kasse, danach aber steht man auch damit an. Bringt möglicherweise 15 Minuten Zeitgewinn. Ob man sich dafür schon im Vorfeld binden muss…?

Auf dem Gipfel herrscht bei diesem Wetter natürlich eine tolle Sicht. Und auch Teddys momentanes Zuhause, das Schiff, erkenne ich.

Und der Teddy bekommt einen Riesenschreck. Der doch noch so junge Teddy hat plötzlich offenbar ein Augenleiden. Ich sehe doppelt! Ist es etwa die Höhe von gut 300m die dem Teddy auf die Augen schlägt? Zwei Aida Luna?! Nein es ist die Aida Bella, die da neben uns steht. Die ist nach uns hier eingelaufen, fährt aber natürlich nicht nach Amerika. Da werde ich später mal aufpassen, dass meine Leute da nicht einsteigen, sonst bin ich ruckzuck wieder zuhause.

Hier oben steht ein Wegweiser

der auch Teddys wahres Ziel anzeigt, New York. Mann, ist das noch weit!

Nun will der Teddy aber erstmal zum Bergsee laufen (lassen). Dafür hat damals die Zeit nicht gereicht. Haben mich ja seinerzeit lieber in das Lepra-Museum geschleppt.

Angesteckt habe ich mich -gegen all meine Bedenken-  damals wohl nicht. Teddy ist immer noch komplett –kein Teil ist abgefallen…

Nun gut, der Bergsee (The Lake) ist nach 10 Minuten erreicht.

Das Reiten auf dem Schaf am Wegesrand hat man mir verwehrt -zu gefährlich.

Aber den Teddy ins Lepra-Museum schleppen…

So also dem Tode entronnen, geht es vom Bergsee aus weiter. Weiter zur nächsten Gefahr. Und da kann ich jeden Tipp gebrauchen.

Wir gehen aber trotzdem nach rechts -ob es daran liegt…

Der hier ist nur aus Kunststoff und daher harmlos, aber ansonsten lauern hier im Wald überall Trolle. Die sind zwar aus Holz, aber man weiß ja nie…

Die hier lauern aber nicht –das sind wir.

 

Was habe ich dem Ty im Vorfeld für Horrorgeschichten erzählt…Wie ich damals, also im letzten Jahr, in Oslo, den Troll im Nacken gespürt habe…

Jetzt aber geht der Weg weiter abwärts -Trolle lassen sich nicht mehr blicken. Zumindest sehe ich keine mehr. Sicherheitshalber appelliere ich aber eindringlich auch an die Wachsamkeit vom Ty. Bauartbedingt konzentriert der sich auf die Baumwipfel… Und tatsächlich scheint die Gefahr noch nicht vorbei.

Man hat Köder mit Naschwerk ausgelegt und versucht uns so offenbar zu vergiften.

Wir aber bleiben standhaft…

Und so erreichen wir, dank unserer Wachsamkeit weiter unbehelligt, nach 1 Stunde, Bryggen, das alte Handelszentrum. Die berühmte Fassadenfront, dieses beliebte Postkartenmotiv, ist leider teilweise verhangen -es wird renoviert. Da greife ich mal auf ein Archivfoto von 2014 zurück… Die anderen müssen halt die bedruckten Baufolien fotografieren –oder einfach noch mal hinfahren. Ohne, würde das also so aussehen…

 

Teddy schleppt seine Leute noch ins Julhus

–hier gibt es das ganze Jahr Weihnachtsschmuck auf 3 Etagen. Aber wir haben sie ja schon, die Motiv-Weihnachtskugel von Bergen.

Bei unserem nächsten Ziel, Kirkwall/Orkney Island sieht das schon ganz anders aus…So übrigens bleibt es bei der Ausgabe von 2 x 50 Kronen für die Gipfelfahrt zum Floyen. Zu allem Überfluss sind die Teddys ja mal wieder nicht für voll genommen worden und somit für lau gefahren. Und nun haben wir zwar Geld übrig, aber keine Zeit mehr zum Ausgeben. Ein echtes Luxusproblem... Es sind drei 50er-Scheine, welche aus diesem Zeitmangel leider nicht in Teddys Vergnügen investiert werden konnten. Wahrscheinich sind die beim nächsten Mal dann auch ungültig und das Theater geht wieder von vorne los…

 

-- Ende Teil 1--


Im 2. Teil erreicht der Teddy schon das Ende der Welt, die Orkney Inseln. Da das mit dem Ende aber offenbar gar nicht stimmt, geht es weiter nach Island. Was dann aber leider stimmt, das ist die Wettervorhersage.... 

 

 

 

Hallo Dejotka,
danke für den schönen Bericht, mit richtig schönen Bildern!!!!!
Endlich einmal wieder ein Bericht, bei dem man sich auf eine Fortsetzung freuen kann.
Auch weil es ein ehrlicher Bericht ist, nicht wie der von einem Duo, die von AIDA für die Reise bezahlt werden, um hinterher Berichte und Bloggeinträge zumachen!
Vielen Dank für die Mühe, weiter so!
Schöne Grüße,
Hubert

von AchWasAchWas am 07. Dezember 2018 um 10:33 Uhr

Hallo Dejotka, welch wunderbarer Reisebericht mit so tollen Fotos, ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung und den Berichten über Teddy Ty's Abenteuer auf dieser schönen Route

von maremarie am 06. Dezember 2018 um 20:02 Uhr

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