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von  Tom Ahrendt 15. Mai 2017 13:33
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Liebe Freundinnen & Freunde,

nach knapp 4 Monaten neigt sich mein Einsatz auf AIDAblu nun dem Ende entgegen und ich kann auf eine schöne und ereignisreiche Zeit zurückblicken.

AIDAblu war schon seit Oktober 2016 auf den Kanaren unterwegs, als ich im Januar aufstieg. Die Kollegen waren eingespielt und es lief. Ich konnte mich also ganz in Ruhe einleben!

Eine schöne Seite an der "Kanarenrundfahrt" ist natürlich der kleine Abstecher nach Madeira. Dieses wunderschöne Eiland macht immer wieder aufs Neue Spaß. Und was dazu kommt: in der Zeit zwischen Januar & April kommt es eigentlich regelmäßig zu Hochzeiten an Bord. All diejenigen, die nun einen Kapitän in Gala-Uniform à la Traumschiff erwarten, muss ich leider enttäuschen. Denn nach internationalem Seerecht dürfen Kapitäne das nur, wenn das Schiff unter Maltesischer Flagge fährt oder man sich im Kriegszustand befindet. Beides ist nicht gegeben und somit obliegt es dem Entertainment Manager, die Zeremonie zusammen mit seinen Fachabteilungsleitern und den verschiedenen Kollegen aus dem F&B Bereich, dem Spa oder dem Photo Team zu koordinieren. Wir arbeiten eng mit einer Agentur an Land zusammen, die in den jeweiligen Häfen ebenfalls Partner haben, um den schönsten Tag im Leben eines Paares so festlich wie möglich zu gestalten. Und allein hier könnte ich schon sooooooo viel berichten: die Anforderungen und Wünsche gehen natürlich immer weit auseinander. Von der großen Zeremonie mit vielen Gästen und Standesbeamten bis hin zum kleinen, intimen Liebesgelübde ist alles möglich. Wenn am Ende der Reise ein verliebtes und frisch vermähltes Paar vor einem steht, dann weiß man, dass man alles richtig gemacht hat. Insgesamt waren es 8 Hochzeiten, die wir individuell mit den Agenturen und natürlich mit den Gästen zusammen ausgerichtet haben.

Aber das ist ja nicht alles, was diese wunderbare Route ausmacht. Die unbeschreibliche Natur der verschiedenen Inseln reicht von üppiger Flora & Fauna bis zu hin zu den kargen, schroffen, fast wie von einer anderen Welt stammenden Gegenden wie Lanzarote.

Abwechslungsreich waren nicht nur die Inseln und das was man dort erleben konnte. Ich könnte noch stundenlang von privaten Ausflügen und Erlebnissen berichten, aber eine Sache muss mal gezeigt werden. Der „unbekannteste Schokokuchen der Welt“ – so heisst er! Und so sieht er aus:

Zu bekommen ist er im Café du Museo in Funchal / Madeira und ist einfach mal das leckerste, was ich bis jetzt in meinem Leben gegessen habe! (Sorry Mum!)

Aber zurück zum Wesentlichen: Zwei Herausforderungen, die ich zu bewerkstelligen hatte, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Zum einen lag der Valentinstag vor mir und als „ewiger Single“ bin ich da nicht unbedingt derjenige, der eigentlich viel von Romantik sprechen kann. Aber der Wedding Planner in mir hat so viele romantische Momente erlebt, da konnte ich dann doch ein wenig von profitieren und wir hatten ein wirklich schönes TOMS PRIME TIME XXL – VALENTINSTAGSSPECIAL unter dem Motto ALL YOU NEED IS LOVE...

Die zweite Herausforderung: Karneval! Der Ostfriese in mir ist jetzt nicht unbedingt Karnevalist, aber alle Jahre wieder kommt auch auf mich dieses Großereignis zu. Des Weiteren lagen wir Rosenmontag in Funchal – dort darf man aufgrund behördlicher Anweisungen keine laute Musik spielen. Der Seetag wieder zurück zu den kanarischen Inseln ist zu der Zeit immer noch recht bewegt und manchmal recht windig. Damit also Karneval an Bord von AIDAblu stattfinden kann, haben wir uns entschlossen am Aschermittwoch auf Fuerteventura zu feiern. Den Rahmen bot unser Schlager-Event ICH FIND SCHLAGER TOLL und nachdem die Tänzer und Solisten mit Partykrachern eingeheizt hatten, kam der große Umzug. Auch hier möchte ich Ihnen ein privates Foto nicht vorenthalten, dass mich in Begleitung eines echten Seemanns zeigt!

Und wo wir schon so bei privaten Momenten sind: Ich habe das Glück, dass immer, wenn ich auf dem Schiff bin, mein Geburtstag ansteht. Nur feiere ich den nicht gerne. Zu Hause geh ich in Ruhe mit Freunden und Familie irgendwo hübsch essen oder so etwas... Aber an Bord lass ich den Tag immer unter den Tisch fallen. Meine General Managerin Heidi Rothe ließ es sich trotzdem nicht nehmen mir einen kleinen dezenten Kuchen zukommen zu lassen.

Was man jetzt nur schlecht erkennen kann – der Kopf oben drauf ist aus Marzipan und wie ein Einhorn geformt! ICH LIEBE EINHÖRNER!!!!!

Natürlich haben wir das ganze Backwerk gleich angeschnitten und was soll ich sagen: der Kuchen aus dem Café du Museo hat Konkurrenz bekommen – SEN SA TIO NELL!!!

Aber wo wir gerade so bei Heidi sind: jeden Morgen treffen sich die Manager aus den Bereichen Hotel, Shore Operations, Zahlmeisterei und Entertainment beim General Manager im Büro und besprechen den Tag. In einer solchen Besprechung kam dann auch die Idee, dass wir doch gerne mal wieder zusammen an die Gangway gehen könnten, um den Gästen einen schönen Tag zu wünschen! Aber das solle nun auch irgendwie hübsch gemacht werden und nicht einfach „nur“ in Uniform. So kam dieses lustige Bild zustande und Teneriffa war um eine Attraktion reicher.

Im April näherte sich dann die Zeit, dass wir uns langsam aber sicher finale Gedanken zu den bevorstehenden Transitreisen machen sollten. Für die letzte „Kanarenrundfahrt“ hatten sich allerdings noch besondere Gäste angekündigt. Ich bekam eine Mail von unserem Director Entertainment Borris Brandt, in der stand, dass sich eine musizierende Familie Müller zu uns auf den Weg macht. Sie sind schon des Öfteren mit AIDA unterwegs gewesen und würden so gerne einmal in der Prime Time auftreten. Gesagt – Getan! Die „Fiddling Millers“ aus der Schweiz reisten an und, wie bei Gastkünstlern üblich, trafen wir uns zu einem kleinen Meeting, um vorab alles zu besprechen. Das Ganze war klar definiert und Mutter Katalin hatte schon ein Repertoire für die Prime Time zusammengestellt. Dazu muss man wissen, dass die „Fiddling Millers“ nicht nur Klassik auf Violine & Viola spielen – ihr musikalisches Programm umfasst Filmmusik, Disco Sounds, Disney und noch so vieles mehr!

Hier sehen wir Mutter Katalin, Sohn Tobias und die Töchter Viviane, Joelle und Diana backstage kurz vor dem Auftritt.

Familie Müller hatte sich bereit erklärt ein kleines eigenes Konzert im Brauhaus zu geben. Die Gäste der Prime Time waren nämlich restlos begeistert und so kam diese Idee auf. Und wie es dann der Zufall so wollte: im Team des Theatriums gab es 2 Krankheitsfälle und als wir die „Millers“ baten, ihr Konzert vom Brauhaus ins Theatrium zu verlegen, mussten sie nicht lange überlegen und was soll ich sagen: Minutenlange Standing Ovations am Ende des Abends haben uns gezeigt, das wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Es war überwältigend.

Mit Ende dieser Tour sollte es dann auch für AIDAblu endlich in Richtung Adria gehen. Die Vorbereitungen waren abgeschlossen und mit dem ersten Teil der Route von Gran Canaria nach Mallorca konnte es losgehen. Special Guest auf dieser Reise: Bettina Tietjen! NDR Radio- und Fernsehmoderatorin und Autorin von zwei Büchern. Auch hier war alles vorbereitet und wir standen in den Startlöchern. Und auf einmal wurde mir klar: in deiner Prime Time hast du bald einen echten Profi sitzen. Jemanden, der seit Jahren mit Promis über dies und das schnackt. OH – MEIN – GOTT! Als ich einem Kollegen aus Hamburg von meinem „Bammel“ erzählte antwortete er nur nüchtern: „Ja, kann ich verstehen – hätte ich an Deiner Stelle auch!“ WENIG HILFREICH!

Hilfreich war dann wirklich Bettina Teitjen herself – ganz Talk-Profi hat sie meine anfängliche Nervosität aufgenommen und wir konnten nach kurzer Zeit wirklich frei Schnauze schnacken! Es war wirklich ein tolles Erlebnis für mich!

Die Gäste konnten dann abstimmen, aus welchem ihrer zwei Bücher sie vorliest und das eindeutige Interesse ging in Richtung „Unter Tränen gelacht“. Bettina Tietjen erzählt dort die Geschichte ihres demenzkranken Vaters und wie Sie die Zeit mit ihm erlebt hat. Ein ernstes Thema, aber sie erzählt es mit wirklich viel Humor und Einfühlungsvermögen. Die Veranstaltung war – man entschuldige den Ausdruck – BUMSVOLL! Sitz- und Stehplätze im Theatrium waren gefüllt und die Gäste lauschten gespannt der wundervollen Radio- und Fernsehmoderatorin. Auch der BLIND TALK – eine AIDA Premiere – war eine tolle Gelegenheit, Bettina Tietjen bei der Arbeit zuzusehen.

Hier haben sich Gäste beworben, die unbedingt mal mit ihr über den eigenen Alltag oder Besonderheiten aus ihrem Leben sprechen wollten. Von der Straßenbahnfahrerin bis zum Köchin, die freiwillig mit Gefängnisinsassen kocht war die Auswahl breit gefächert. Es war ein wirkliches Erlebnis! Und nun sitze ich hier am letzten offiziellen Arbeitstag und beginne gleich meine Koffer zu packen. Denn, wenn heute mein Kollege Thorsten Jost an Bord kommt und die „Amtsgeschäfte“ übernimmt, dann muss ich auf Deck 8 umziehen. Ich bleibe nämlich noch eine Reise als Gast an Bord und werde mit meinen Eltern gemeinsam in den Urlaub starten. Die werden hier auf AIDAblu ihren 45. Hochzeitstag feiern und haben mich eingeladen. Als guter Sohn konnte ich natürlich nicht ablehnen und freue mich darauf, alles mal wieder „von der anderen Seite“ zu sehen und viele schöne Momente in der Adria zu sammeln.

Wir sehen uns vielleicht in drei Wochen schon wieder – dann heißt es für mich schon wieder:
HERZLICH WILLKOMMEN ZU HAUSE AUF AIDAluna...

Herzliche Grüße vom Tom

Die Clubbies sehen ja super aus!!!! Fast besser als die Originale.
Kommen die auch mit auf die Luna,wir sind ab dem 8.6. dabei!
Freu mich schon jetzt auf eine wieder tolle Zeit an Bord.
Gruß und bis bald Eule

von Eule am 15. Mai 2017 um 14:26 Uhr

Lieber Tom,
herzlichen Dank für diese interessante Zusammenfassung deines Einsatzes.
Mal ein bisschen etwas anderes als BLOG. Gefällt mir sehr gut.
Liebe Grüße aus Berlin und einen schönen Kurzurlaub

von brillengestell am 15. Mai 2017 um 14:22 Uhr

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