Premiere auf der „Erstfahrt“

von  Michael Hiereth 03. August 2011 17:49
Premiere auf der „Erstfahrt“
Liebe AIDA Weblounge Gemeinde,

mit AIDAaura sind wir seit geraumer Zeit auf den ersten Fahrten im Schwarzen Meer unterwegs. Gerade die allererste Reise in einem neuen Zielgebiet ist für alle Beteiligten ein Highlight. An Bord herrscht dann immer eine ganz besondere Stimmung: Unsere Gäste sind natürlich neugierig auf das neue Fahrtgebiet und neue Eindrücke. Bei der Crew herrscht immer ein bisschen Spannung – schließlich machen wir auch alles zum ersten Mal! Kurzum hatte  alle Premiere auf dem Schwarzen Meer.

Da wollten auch unsere „Sporties“ Jessica und Janna – unsere Trainerinnen des SpaSports Bereiches – etwas Spezielles machen. Nachdem sie die Köpfe mit unserem Spa Manager Martin zusammengesteckt hatten, wurde auch eine sportliche Premiere ausgepackt: Der erste Outdoor-Spinning-Marathon im Schwarzen Meer. Aufgrund der zu erwartenden sommerlichen Tagestemperaturen, wurde die Startzeit auf 21.00 Uhr eingetaktet. 3 Instruktoren sollten im Wechsel mit jeweils einer 40 Minuten Einheit auf dem Pooldeck von AIDAaura den 20 „Cyclisten“ Dampf  machen. Soweit die Hard Facts.

Martin war bei der Präsentation seines Vorschlages noch etwas skeptisch. Er befürchtete, dass unsere Gäste aufgrund des Tagesprogrammes zu geschlaucht wären, um dann noch 2 Stunden über „Stock und Stein“, durch „Täler“ und auf „Berge“ zu radeln. Immerhin gab es gerade in den neuen Häfen Sochi, Yalta, Odessa und Varna viel zu Entdecken.

Unvorsichtigerweise sagte ich in meinem Leichtsinn zu ihm, er werde ja wohl 18 Fahrräder voll bekommen. Die letzten beiden würden, zur Not, er und ich dann auffüllen.
...vorher!
Dazu sei gesagt, liebe Blog-Leser, mein letzter Einsatz auf einem Spinning-Bike war zu diesem Zeitpunkt etwa 10 Jahre her. Als großartiger Radler habe ich mich in der letzten Dekade dieses Jahrhunderts wahrlich nicht hervorgetan.

Am Abend an dem wir im Hafen von Yalta lagen, war es dann soweit. Kurz vor dem Offiziersshaken hatten wir 8 Anmeldungen. Also waren Martin und ich eigentlich weit entfernt von einem Einsatz auf dem Bike. Vor dem Shaken bat mich dann jedoch unsere Trainerin Jessica, nochmals auf das zu erwartende Spektakel hinzuweisen. Wieder verführte mich der Leichtsinn: Natürlich rief ich unsere Gäste auf teilzunehmen. Immerhin brauchten wir noch 12 Radler. Leider rutschte mir auch raus, dass ich sonst noch nach jahrelanger Spinning-Abstinenz auf das Rad müsste.

Da hatte ich die Rechnung aber ohne unsere Gäste und unsere Crew gemacht. Um 20.00 Uhr präsentierten mir unsere „Sporties“ 19 Teilnehmer. Es blieb: ein freies Fahrrad!

Da war aber jedoch noch unser Spa Manager Martin, den ich persönlich viel eher in der Rolle des 20. Mannes sah. Nach zwei verlorenen Sätzen „Schnickschnackschnuck“ unter Männern wanderte dann jedoch mein Name auf die Starterliste.

Nun gut. Bei unseren Bikern deckte ich mich mit einer unserer AIDA Radlerhose ein, begab mich in ein 20-minütiges Zwiegespräch unter zwei Augen - mit mir selbst. Kernthema: Warum konnte ich nicht einfach still sein? Auf zum Tatort: das Pooldeck auf Deck 10.

Die Bikes standen bereits im Halbkreis, die ersten fuhren sich schon warm und unsere Instruktoren – Jessica und Janna hatten sich Aileen von unserem Bike Team noch als Verstärkung geholt. Sie bereiteten alles Notwendige vor, nahmen die finalen Einstellungen an den Fahrrädern vor und gaben noch letzte Tipps.
der Halbkreis
Was ich in diesem Moment bemerkte: Unser findiges Sportteam hatten die letzten freien Fahrräder mit sportinteressierten Crewmitgliedern besetzt. Also geteiltes Leid. Irgendwie hatte ich wohl das „Kleingedruckte“ übersehen.

Erwähnte ich, dass – wie auch immer das wettertechnisch zu erklären ist – der nächtliche Himmel über dem Schwarzen Meer schlagartig nur noch Temperaturen um die 10 Grad bereithielt und es anfing zu nieseln?

Egal! Janna war die erste, die versuchte uns aufzuwärmen und durch geschickt aneinandergereihte Up- und Downhills wurde uns allen schneller wärmer als wir vermutet hätten. Das Tempo, das sie vorlegte, hatte auch den Nebeneffekt, dass wir dem Nieselregen, offensichtlich davon radeln konnten.  

Die ersten 40 Minuten waren trotz der ungewohnten Belastung jedoch noch gut auszuhalten. Ich redete mir ein, mein Körper kramte die Erinnerungen ans Spinning von vor 10 Jahren hervor.

Ja, klar! Dann übernahm Aileen: Sie begann ihr 40 Minuten mit einer Simulation von sehr lang gezogenen Steigungen. Aber schon nach 20 Minuten hatte ich das Gefühl meine regulären Atemorgane - Nase und Mund - schafften es nicht mehr genug Sauerstoff in meinen Körper zu pumpen. Ich war tatsächlich felsenfest der Überzeugung, dass der Kussmund auf meiner Radlerhose mitatmete. Der Eindruck war dann aber, nach insgesamt einer Stunde Dauerbelastung, dem latent vorhandenen Gehirnsauerstoffdefizit zuzuschreiben.
zu schnell für´s menschliche Auge
Nach Aileens Runde, vor dem Wechsel zu Jessicas Part, gab es die Möglichkeit sich für eine Minute die Beine zu vertreten und frisches Obst zur Stärkung zu sich zu nehmen.

Es war jedoch nicht viel Zeit zur Erholung. Jessica drängte zum Endspurt und holte in den letzten 40 Minuten noch einmal alles aus uns heraus. Obwohl meine Mitstreiter offensichtlich alle erfahren im Spinning waren, hatte ich mehr und mehr den Eindruck, die Erschöpfung in ihren Gesichtern erkennen zu können.

Unsere Mädels bescherten uns einen fulminanten Endspurt mit exzellenter Musik und einer Lasershow über unseren Köpfen. So verflogen die letzten 7 Minuten wie im nu. Das Gefühl nach tatsächlichen 2 Stunden Dauerbeineinsatz durchgezogen zu haben, war bei uns allen mehr als erhebend! Wir alle hatten viel Spaß bei unserem ersten Spinning-Marathon im Schwarzen Meer und werden an dies unvergessliche Erlebnis sicher noch lange und gerne denken.
Die Ersten!
Mein Fazit: Erstens ist es in der Tat möglich, 2 Stunden Spinning ohne Musik von Brooklyn Bounce, Scooter, Guano Apes, E Nomine und – ja, ihr lest richtig – Modern Talking in der Revival Techno Version zu erleben – das gab es so vor 10 Jahren nicht Zweitens hat der ukrainische Nachthimmel genug Sauerstoff für 22 „Spinner“. Zuletzt bemerkte ich am Folgetag, dass Fahrstühle eine gute Erfindung sind!

Bis bald,

euer
Michael

Hallo Michael, toller Bericht, ich habe dich leibhaftig vorstellen können! Und zwei Stunden Spinning geht wirklich, ich bin schon 4 Stunden gefahren. Hoffe ich sehe dich mal wieder auf einem eurer Schiffe. Lieben Gruß

von Marion Schmid am 11. August 2011 um 22:45 Uhr

Tolle Idee von Euch, prime beschrieben und Hut ab, daß Du es so durchgezogen hast.

von Salzblume am 07. August 2011 um 10:28 Uhr

Wäre zwar absolut nicht mein Ding, aber ein gelungener Bericht. Lg. Mike

von 0pfeffer am 05. August 2011 um 13:59 Uhr

"gefällt mir" :-)
sehr geil geschrieben, hoffe du kannst mitlerweile wieder normal laufen.

von Tine83 am 04. August 2011 um 14:55 Uhr

Ja das hat man nun davon wen man die Brose Klappe hat:))

Es ist aber ein sehr gelungener Bericht !!!

Und Respekt das Sie durch gehalten haben

von crazyboys am 04. August 2011 um 02:57 Uhr

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