Bike & Beauty oder ein Club Direktor unter der Haube… (Teil 1)

von  Hendrik van Dillen 12. Oktober 2012 14:40
Bike & Beauty oder ein Club Direktor unter der Haube… (Teil 1)
Liebe AIDA Weblounge Freunde,
es ist ja eine Weile her, dass ich mich zuletzt von AIDAbella gemeldet habe. Mittlerweile hat es mich auf AIDAmar verschlagen und ich muss gestehen, dass ich von diesem Schiff sehr angetan bin. Eine wirklich gelungene Mischung von harmonischen Farben, gewohnten Einrichtungen, aber auch für mich noch Neues, da ich ja noch nie auf einem Schiff dieser Klasse gefahren bin. Ich gebe gern zu, dass mich das Brauhaus sehr begeistert!

Die letzte Nordlandreise der Saison war besonders schön und beeindruckend, so dass ich Ihnen ein wenig davon berichten möchte: Zuerst ein kleiner Nachtrag zu meinem Blog „128km – 2707 Höhenmeter – 8249 kcal“. Wie ich ja bereits im Winter geschrieben habe, war ich überzeugt die härtesten Aktiv-Touren die AIDA im Programm hat bereits gemeistert zu haben. Was soll ich sagen? Nicht Madeira, auch nicht Malaga, nein – der Dalsnibba im Geirangerfjord ist die Spitze der AIDA Aktiv Touren. Sozusagen die Mutter aller Gipfelstürmer. Ein Muss für jeden aktiven AIDA Gast auf dieser Reise.

Um die Überschrift des vorvergangenen Blogs aufzugreifen, müsste die für diese Tour heißen: „23km – 1.500 Höhenmeter – 2880 kcal“ – und das nur bis zum Gipfel! Doch langsam. Wie so oft entstehen große Ideen abends in der Anytime Bar. Diesmal haben sich der Entertainment Manager Steven Duffner und ich gegenseitig damit überboten wer wohl wie locker diesen „Hügel“ hinauffahren würde. Mutig getönt – getan. Am nächsten Tag haben wir bei Patrick dem Biking Manager zwei Räder für die Tour reserviert und dabei einen Blick mit leicht hochgezogenen Augenbrauen geerntet. Hätte dieser Blick sprechen können, er hätte wohl gesagt: „Ihr? IHR wollt wirklich dort mit hinauf?“. Ich glaube ich habe sogar eine gewisse Enttäuschung gesehen, da er felsenfest davon ausgegangen sein musste, dass wir diese Tour nicht bis zum Gipfel durchhalten werden. Und da man ja nun nicht allein zurück zum Schiff darf, hätte sich wohl ein Biking Guide opfern und diese Tour mit uns „unehrenhaft“ vorzeitig beenden müssen. Aber was sollte er tun? Letztlich hat er uns die Räder reserviert, nicht ohne den Hinweis, dass es „wirklich hart“ werden würde – wahrscheinlich ein letzter Funken Hoffnung, dass wir uns doch noch von diesem unsinnigen Vorhaben abbringen lassen würden. Aber nix da – wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann passiert das auch!!!

Nachdem wir die ersten Ausflugsgäste in Hellesylt von Bord gelassen haben, sitzen wir vormittags um 11:00 Uhr im ersten Tenderboot in Richtung Geiranger. Dort wird das Material ausgegeben und man hat Gelegenheit sich die Anderen anzuschauen, die den Berg hinauf wollen. Sie kennen das ja – wenn Männer sich vergleichen, machen sie sich immer kleiner als sie sind, aber in diesem Fall bin ich davon überzeugt, dass wirklich ALLE anderen deutlich sportlicher aussahen als ich bzw. wir. Noch abschreckender ist das kurze Aufreißen der Wolkendecke, was uns einen Blick auf den von uns zu erklimmenden Gipfel ermöglicht. Darauf hätte ich lieber verzichtet. Folgende Gedanken schießen unkoordiniert und wild durcheinander durch meinen Kopf: Kann ich mich noch von irgendwem anrufen lassen, dass ich schnell zurück zum Schiff muss? Ist es glaubwürdig wenn ich plötzlich einen Defekt am Rad simuliere?

Es hilft alles nichts – 14 Mutige machen sich auf in Richtung Gipfel. Es geht auch sofort los – keine Zeit sich einzufahren, den Puls langsam hochzubringen, nein - die Steigung beginnt. Und sie sollte für die folgenden 23km auch nicht mehr aufhören. Der Biking Guide Christian hat angekündigt bei 300 Höhenmetern einen ersten Stopp zu machen, um zu schauen, wie wir alle so da zurechtkommen. Was sind schon 300 Meter? Eine ganze Menge! Jedenfalls schaffe ich es, den Abstand bis zu dieser Pause nicht zu groß werden zu lassen. Christian hat zwar gesagt, dass jeder sein Tempo fahren sollte, aber ich will ja noch bei Tageslicht ankommen! Also nochmal ganz tief durchatmen und so tun als wenn man da ganz easy in der Geschwindigkeit rauf gekommen wäre.

Unsere Gruppe hats geschafft

Zu diesem betrug der Abstand zwischen den ersten und letzten Fahrern der Gruppe schon ca. 20 min! Wir warten aber auf alle und treffen noch zwei Reisebusse, die mit anderen AIDA Gästen zu dem gleichen Ziel unterwegs sind. Die bewundernden, teils ungläubigen Blicke, dass wir wirklich mit dem Fahrrad den Berg rauf wollen motivieren mich sofort und wir nehmen die zweiten 300 Höhenmeter in Angriff. Drei oder vier Topfahrer ziehen gleich vorne weg, ich halte mich mit dem Biking Guide im vorderen Mittelfeld. Das geht bis zu unserem nächsten Stopp. Kurz vor diesem merke ich aber schon, dass Christian einen anderen Rhythmus fährt und ich ihn wohl früher oder später ziehen lassen muss. An diesem Stopp warten wir auch nicht mehr auf alle, da die Gruppe schon zu sehr verteilt ist. Wo ist eigentlich Steven? Schnaufend und nach Luft schnappend, kommt er ein paar Minuten nach uns an und stellt fest, dass ein Frühstück evtl. doch nicht so verkehrt gewesen wäre…;-)

Blick in den Geiranger

Um nicht auszukühlen beschließen wir gleich weiterzufahren, schließlich wollten wir uns alle auf 1.000 Meter in einem dortigen Hotel treffen, um zu schauen ob noch genug Zeit für die letzten 500 Meter bleibt. Erwartungsgemäß verliere ich den Guide irgendwann, bin nun wirklich in meinem „Tempo“ unterwegs. Die Freude bei 1000 Meter angekommen zu sein ist schon groß, aber nun sollte erst der eigentlich anspruchsvolle Teil der Tour beginnen! Hallo? Und was waren die 1000 Höhenmeter bisher? Warmfahren? Jedenfalls sollten unsere Guides Recht behalten. Die letzten 500 Höhenmeter hinauf zum Gipfel werden eine Herausforderung. Regen (oder ist es schon Schnee?) setzt ein, die Steigungen werden steiler, der Untergrund unbefestigt und schlammig. An ein Durchfahren ist nicht mehr zu denken. Es kommen immer wieder kleine Pausen dazu. Jeder fährt für sich, nein kämpft für sich alleine. Die Gruppe trennt sich, fährt wieder zusammen. Gäste, die mich vorher überholt haben, hole ich wieder ein und umgekehrt. Ich stelle fest, dass nicht nur ich an meine Belastungsgrenze gekommen bin. Das motiviert mich zu einem Endspurt – noch ohne zu wissen, wie viele Kehren mich noch erwarten – egal. Auch die entgegen kommenden Autos und Busse hupen, die Fahrer winken und feuern uns an. Auf dieser Woge der Euphorie schaffen wir es fast alle bis ins Ziel. Nur zwei Gäste haben die wohlige Wärme und den Komfort auf 1000 Meter vorgezogen.

Wir anderen ziehen uns alle komplett neu an um für die Abfahrt gerüstet zu sein und plötzlich reißen die Wolken zum zweiten Mal an diesem Tag auf und wir können nun genau dort hinunter schauen, von wo aus ich fast genau drei Stunden zuvor nach oben geblickt habe.

Blick in den Fjord

Stolz und ein Gemeinschaftsgefühl macht die Runde. Jeder der oben ankommt, wird von den anderen erwartet, gefeiert und abgeklatscht. Jeder ist stolz auf sich und die Anderen. Keiner stoppt die Zeit oder zählt die Minuten des Vorsprunges – zu groß ist der Respekt vor der Leistung eines jeden anderen der dort oben ankommt. Als kleine Belohnung bekommen wir eine Urkunde, als große Belohnung eine atemberaubende Abfahrt, die für alle Strapazen entschädigt.

Und nun liebe Weblounge Freunde, glaube ich wieder mal, dass ich die härteste Tour hinter mich gebracht habe. Bis mich wieder Einer eines Besseren belehrt …

Hallo, Hendrik! Ich kann nur sagen: "Hut ab!" zu Ihrer Leistung. Wir gehören zu den Gästen, die schon 2mal per Bus auf dem Dalsnibba waren; das letzte Mal im Juli 2012.
Ab 09.03.2013 sind wir mit Ihnen und der "Mar" im westl. Mitttelmeer unterwegs. Freuen uns schon sehr darauf.
LG Karin

von Farben-Kleckser am 09. Februar 2013 um 19:17 Uhr

Wir haben übrigens ein sehr nettes Foto von Ihnen auf "den" letzten 500 Höhenmetern ;-)

von -alexandra- am 19. Oktober 2012 um 10:04 Uhr

Hey Hendrik,
herzlichen Glückwunsch! ;-) Na, wir hatten euch ja gewarnt... Aber laut Chris ist das Gefühl DIE Tour gepackt zu haben, doch etwas ganz Besonders... ;-) lg Christina

von Christina77 am 12. Oktober 2012 um 16:26 Uhr

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